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Bryant (l.),Wade (M.) und James gewannen in Peking Olympisches Gold mit den USA © getty

Das Rennen um den MVP-Titel ist auch diese Saison äußerst eng und spannend. Sport1.de stellt die Kandidaten vor und kürt seinen Favoriten.

Von Rainer Nachtwey

München - Es war wieder einmal ein grandioser Auftritt von LeBron James beim Spiel seiner Cleveland Cavaliers gegen die Portland Trail Blazers.

26 Punkte, elf Rebounds und zehn Assists sammelte "King James" in der Begegnung und erzielte damit sein siebtes Triple-Double der Saison und das 24. seiner Karriere.

Das Lob für den 24 Jahre alten Superstar der Cavaliers kennt keine Grenzen. Selbst die Gegner erblassen vor Neid, wenn er seine Show abzieht.

Drei Triple-Doubles in Folge

"LeBron James war mal wieder phänomenal. Wir haben diese Show ja schon des Öfteren zu sehen bekommen. Heute Abend hat er wieder eine geboten", sagte Sacramentos Interimstrainer Kenny Natt nach der 126:123-Niederlage seiner Mannschaft in der Verlängerung und James' 51 Punkten.

Neben den 51 Zählern, von denen er 22 allein im letzten Viertel und in der Overtime erzielte, gab James noch neun Assists.

Allerdings endete gegen die Kings seine Serie von drei Triple-Doubles in Folge, die er gegen die Phoenix Suns, Los Angeles Clippers und Miami Heat gesammelt hatte.

Smith schwärmt von James

Vor allem seine Vielseitigkeit in der Offensive und seine Qualitäten in der Verteidigung versetzen Fans, Experten und Trainer ins Schwärmen.

"Es ist ja nicht so, dass er nur punktet", sagt der TV-Analyst und ehemalige Profi Kenny Smith, der mit den Houston Rockets 1994 und 1995 den Titel holte, "er setzt seine Mitspieler ein, reboundet, rennt beim Fastbreak der Gegner zurück und blockt immer wieder Korbleger. Er spielt mit so viel Einsatz und Enthusiasmus, dass er seine Mitspieler ansteckt."

Barkley stimmt Smith zu

Deshalb ist für ihn "King James" auch diese Saison der wertvollste Spieler: "Meine Stimme als MVP hat er."

Auch "Sir" Charles Barkley schließt sich der Meinung von Smith an: "Mein MVP ist LeBron James. Ich liebe Kobe Bryant und Dwyane Wade. Aber dieses Jahr geht nichts über LeBron James."

Wade ist bester Scorer

Doch nicht alle Experten sind mit Smith und Barkley einer Meinung. Viele setzen neben Bryant auch auf Dwyane Wade.

Der Shooting Guard der Miami Heat spielt eine herausragende Saison, führt die Scorer-Wertung mit 29,9 Punkten (Stand: Donnerstag, 19. März) vor James (28,6) und Bryant (27,7) an.

Vor allem seit der Finals-MVP von 2006 seine Mitspieler gekonnt in Szene setzt, mehren sich die MVP-Rufe in den NBA-Hallen. In acht Spielen Ende Februar bis Anfang März gab er phänomenale 93 Assists, ein Wert, der lediglich von New Orleans' Point Guard Chris Paul übertroffen wurde.

Heat zu schlecht?

Allerdings hat Wade einen entscheidenden Nachteil: "Dwyane spielt eine herausragende Saison, aber er erfüllt die Kriterien nicht. LeBron oder Kobe werden es, weil ihre Teams an der Tabellenspitze stehen. Wir belohnen hiermit Sieger", sagt Barkley.

Demnach scheint alles auf ein Duell zwischen James und Bryant hinauszulaufen.

Sport1.de stellt das Trio vor, nennt weitere Außenseiterkandidaten und nennt seinen MVP.

LeBron James (24, SF, Cleveland Cavaliers)

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Punkte: 28,6Assists: 7,3Rebounds: 7,6Steals: 2,2Blocks: 1,0

King James spielt eine herausragende Saison und glänzt vor allem auch in der Verteidigung. Seine drei Triple-Doubles in Serie sind phänomenal. Allerdings stehen mit Mo Williams, Zydrunas Ilgauskas, Delonte West und (jetzt zwar verletzt) Ben Wallace sehr starke Spieler in der Starting Five.

Sport1.de-Wertung: Platz 2

Kobe Bryant (30, SG, Los Angeles Lakers)

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Punkte: 27,7Assists: 4,9Rebounds: 5,4Steals: 1,3Blocks: 0,5

Bryant zeigt immer wieder grandiose Spiele (man erinnere sich nur an seine Garden-Party mit einem Saisonbestwert von 61 Punkten), wirkt aber des Öfteren, als würde er sich zurücknehmen, um sich voll und ganz auf die Playoffs zu konzentrieren. Zwar fällt Andrew Bynum lange Zeit verletzt aus, Bryant hat aber bei den Lakers mit Pau Gasol einen Topstar an seiner Seite.

Sport1.de-Wertung: Platz 3

Dwyane Wade (27, SG, Miami Heat)

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Punkte: 29,9Assists: 7,6Rebounds: 5,1Steals: 2,3Blocks: 1,4

Wade ist in der Lage, ein Spiel im Alleingang zu entscheiden. Von seinen 46 Punkten gegen die New York Knicks, davon 15 in einer dramatischen Aufholjagd im letzten Viertel, schwärmen die Gazetten in Miami noch heute. Wade hat die Heat vom letzten Platz im Osten (2008: 15 Siege) auf Platz fünf und bisher 36 Siegen geführt. Und Wade hat nicht die Unterstützung von so talentierten Mitspielern, wie sie James oder Bryant haben. Bestes Beispiel: Beim Spiel gegen Orlando, das Miami 99:122 verlor, hatte er Ende des dritten Viertels 44 Punkte (15 von 27) auf dem Konto, seine Mitspieler 28 (12 von 42).

Sport1.de-Wertung: MVP

Dwight Howard (23, Center, Orlando Magic)

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Punkte: 21,0Assists: 1,3Rebounds: 14,0Steals: 0,94Blocks: 3,0

Punkte, Rebounds, Blocks - "Superman" Howard dominiert zwar die Bretter der Liga, drückt aber dem Spiel selten so den Stempel auf wie James oder Wade. Zudem bringt sich der Center zu oft in Foulprobleme.

Chris Paul (23, PG, New Orleans Hornets)

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Punkte: 22,0Assists: 11,0Rebounds: 5,4Steals: 2,8Blocks: 0,1

Paul ist zurzeit der wohl beste Spielmacher der Liga. Seine Anspiele sind eine Augenweide. Zudem punktet der Olympiasieger auch regelmäßig selbst. Ohne Paul sind die Hornets nur die Hälfte wert, was während seiner Verletzungsphase Anfang Februar deutlich wurde.

Dirk Nowitzki (30, PF, Dallas Mavericks)

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Punkte: 25,5Assists: 2,5Rebounds: 8,3Steals: 0,8Blocks: 0,8

Nowitzki ist der Grund, warum Dallas noch auf Playoff-Kurs ist. Wegen der Verletzungen von Josh Howard, Jason Terry und Jerry Stackhouse musste der Würzburger noch mehr Verantwortung übernehmen. Aber James, Bryant und Wade spielen derzeit in einer anderen Liga.

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