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Dennis Schröder erreichte in seiner ersten NBA-Saison bisher zweimal eine zweistellige Punktausbeute © getty

Hype, Sperre, Bankwärmer, D-League: Dennis Schröder erlebt in seiner ersten NBA-Saison bei den Atlanta Hawks das volle Spektrum.

Von Dean Walle

Los Angeles - In seiner Rookie-Saison bei den Atlanta Hawks hat der 20-jährige Dennis Schröder eine wahre Achterbahnfahrt hinter sich (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Gehypt nach dem Draft, wird der Braunschweiger ein paar Wochen später an das hintere Ende der Hawks-Bank verbannt. Auch die D-League in Bakersfield nimmt der Point Guard bereits in seinem ersten Jahr in den USA mit.

Nach dem Allstar-Break steigt Schröder in der Gunst von Coach Mike Budenholzer aber wieder und darf zusehends öfter und länger aufs Parkett.

Nach eine Schwächephase und sechs Pleiten in Serie werden die Hawks in der Eastern Conference nach unten durchgereicht und kämpfen mit wichtigen Siegen gegen Milwaukee und Utah auf Rang acht um das letzte Playoff-Ticket im Osten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Schröder hilft dabei kräftig mit - im März steht er im Schnitt 14,3 Minuten auf dem Parkett. 4,7 Punkte und 2,8 Assists heftet sich der Youngster ans Revers. Im SPORT1-Interview spricht der NBA-Frischling über seine Erfahrungen im ersten Jahr, die deutsche Nationalmannschaft und die Unterschiede zwischen der NBA und der BBL (857480DIASHOW: Die Bilder der 20. Woche).

SPORT1: Gleich in Ihrer ersten Saison könnten Sie es mit den Atlanta Hawks in die Playoffs schaffen. Doch nach gutem Saisonstart wird es jetzt noch mal eng. Warum?

Dennis Schröder: Wir hatten in letzter Zeit enorme Verletzungssorgen und haben sie auch immer noch durch den Ausfall von Al Horford. Paul Millsap ist gerade erst zurückgekommen. Das kompensiert man nicht so leicht. Wir waren vorher auf Platz drei, aber ich glaube, wir schaffen es in die Playoffs. Das wär natürlich eine gute Sache für mich, gleich in meinem ersten Jahr und vielleicht etwas Spielzeit zu bekommen.

SPORT1: Was haben Sie als junger Spieler aus den letzten Wochen, die ja ziemlich schwer waren, mitgenommen?

Schröder: Es ist schon schwierig. Wir haben natürlich Ursachenforschung betrieben und nach Dingen gesucht, die wir besser machen können. Ein Problem sind auf jeden Fall die Verletzungen. Wir müssen einfach weiter hart arbeiten und versuchen, als Team zu spielen. Mehr kann man nicht machen.

SPORT1: Was haben Sie bisher in ihrer ersten Saison gelernt?

Schröder: Ich habe in meiner ersten Saison bereits sehr viel erlebt. Die Geschichte mit DeMarcus Cousins und die anschließende Suspendierung. Dann die Phase, in der ich gar nicht gespielt habe und anschließend die Episode in der D-League. Daraus habe ich viel gelernt. In der nächsten Saison starte ich voll durch. Ich weiß jetzt, wie ich mich auf dem Spielfeld zu verhalten habe. Mein Ziel ist es, nächste Saison mehr Spielzeit zu bekommen und mit diesem Team in die Playoffs zu kommen.

SPORT1: War die D-League die schlimmste Erfahrung?

Schröder: Absolut nicht. Das hat mir auf jeden Fall geholfen, denn ich hatte zu der Zeit ja gar nicht gespielt. In den sechs Spielen für Bakersfield konnte ich endlich mal wieder Spielpraxis sammeln. Da hatte ich ein Team, das ich führen durfte.

SPORT1: In welchen Bereichen haben Sie sich sportlich am meisten entwickelt?

Schröder:Mein Wurf ist besser geworden. BBL und die NBA kannst du nicht vergleichen. Siehst du hier einen freien Pass und willst ihn spielen, dann ist der Verteidiger sofort dort und holt sich den Ball. Du musst ständig an deinem Spiel arbeiten und das Spiel extrem gut lesen. Das ist in der NBA viel schwieriger als in Deutschland. Aber das habe ich jetzt auch schon besser im Griff. In Korbnähe abzuschließen, daran arbeite ich derzeit sehr intensiv. Mein Spiel wird auf jeden Fall immer besser.

SPORT1: Werden Sie im Sommer für die Nationalmannschaft spielen, um noch mehr Spielpraxis zu sammeln?

Schröder: Es ist auf jeden Fall sehr gut für mich, dort zu spielen. Ich möchte dem Team und Deutschland zeigen, dass ich helfen kann, die Olympischen Spiele in Rio zu erreichen. Dafür müssen wir uns in diesem Sommer erst einmal für die Europameisterschaft 2015 qualifizieren. Viele wollen sehen, dass ich für dieses Ziel mitkämpfe. Das werde ich auch auf jeden Fall machen, wenn ich Zeit dafür habe. Wir werden direkt nach der Saison planen, was wir machen.

SPORT1: Was ist sonst bei Ihnen im Sommer geplant?

Schröder: Summer League der NBA und EM-Qualifikation. Wir müssen mit den Hawks eine Lösung finden. Und natürlich muss ich auch weiter an meinem Spiel arbeiten.

SPORT1: Wie sieht es mit Ihrer persönlichen Entwicklung abseits des Spielfelds aus?

Schröder: Da lernt man immer dazu. Ich bin mit 19 Jahren nach Atlanta gekommen. In diesen neun Monaten habe ich jetzt schon einiges mitgemacht. Meine Schwester war gerade zu Besuch. Viele Leute wissen gar nicht, wie schwierig es ist, mit 19 oder 20 Jahren in die NBA zu kommen. Es ist bisher eine gute Erfahrung für mich gewesen, für die ich sehr dankbar bin.

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