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Dwight Howard wurde 2004 an erster Stelle von den Orlando Magic gedraftet © getty

Der Center der Orlando Magic sorgt bei der Verabschiedung von Alonzo Mourning für NBA-Geschichte und verdrängt eine Legende.

Von Rainer Nachtwey

München/Miami - Es sollte der große Tag von Alonzo Mourning werden.

Alles war schon vorbereitet.

In der Halbzeitpause wurde das Trikot mit der Nummer 33 des im Januar zurückgetretenen Centers der Miami Heat unter dem Hallendach der AmericanAirlines Arena aufgehängt und die Tränen bei dem emotionalen Abschied flossen.

Es fehlte nur noch ein Sieg seiner ehemaligen Mannschaft über die Orlando Magic und der Abend wäre perfekt gewesen.

Doch ein Mann hat alles durcheinander gewirbelt: Dwight Howard.

Howard verdrängt Chamberlain

Der Center der Magic führte sein Team nicht nur mit 22 Punkten und 18 Rebounds zum 101:95-Sieg am Zo-Mourning-Abend (87240zu den Bildern), sondern sorgte mit seinem 13. Rebound auch noch für NBA-Geschichte. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Mit 23 Jahren und 112 Tagen ist er der jüngste Spieler aller Zeiten, der 5000 Rebounds gesammelt hat. Der Nummer-Eins-Draftpick von 2004 löste Legende Wilt "The Stilt" Chamberlain auf Platz eins ab, dem dieses Kunststück im Alter von 25 Jahren und 128 Tagen gelungen war.

"Die Ehrung von Zo war ein sehr bewegender Moment. Ich musste mir die eine oder andere Träne verkneifen", gestand Howard, der durch den Moment angespornt wurde.

Brief von Obama

Während Howard die Tränen - mehr oder weniger - zurückhalten konnte, liefen sie bei Mourning in Bächen über die Wangen.

In der 43-minütigen Feier wurde ein Brief von US-Präsident Präsident Barack Obama verlesen, Gouverneur Charlie Christ und Weggefährten wie Trainer-Legende Pat Riley, sein Coach vom Georgetown-College John Thompson und Patrick Ewing hielten Reden.

"Holt euch euer Geld ab"

Nachdem ein Banner mit seiner Nummer 33 unter die Hallendecke gezogen wurde, wandte sich Mourning mit zitternder Stimme ans Publikum. "Vor acht Jahren hätte ich mir so einen Moment nie vorstellen können", sagte der Meister von 2006: "Es ist mir eine große Ehre, hier zu sein." (87311Bilder seiner Karriere)

Doch auch in einem "der schönsten Moment meines Lebens" behielt der mittlerweile 39-Jährige seinen Humor. "Jetzt kommt schon her und holt euch euer Geld ab", sagte Mourning zu Freunden und Familie, mit denen er gewettet hatte, dass er nicht weinen werde.

Erste Ehrung für einen Heat-Spieler

Für Miamis Trainer Erik Spoelstra verkam die Niederlage zur Nebensache. "Trotz allem war es ein wunderschöner Moment für Zo und den Klub", sagte Spoelstra, der zu Mournings aktiver Zeit noch Assistenztrainer unter Riley war.

In der 21-jährigen Klubgeschichte der Heat war es die erste Ehrung für einen ehemaligen Spieler. "Es ist großartig, dass auch jemandem aus der Heat-Familie diese Ehre nun zuteil wird. Keiner hat es mehr verdient als Zo", führte Spoelstra aus.

Reddick macht den Sack zu

Spoelstras Mannschaft hätte fast noch für den perfekten Abschluss des Abends gesorgt. Doch die 92:91-Führung 2:52 Minuten vor Ende der Partie konnte Miami, bei denen Dwyane Wade mit 42 Punkten wieder bester Spieler war, nicht über die Zeit retten. (STATISTIK: Die Tagesbesten)

Howard glich per Freiwurf aus und Rashard Lewis (21 Punkte) sorgte mit einem Dreier für die Führung, die Howard per Dunk auf fünf Punkte ausbaute.

Wade verkürzte mit drei verwandelten Freiwürfen noch auf 95:97, aber J.J. Reddick machte mit vier Treffern von der Freiwurflinie den Sack zu.

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