Kurz nach dem Erfolg über die Thunder konzentrieren sich die Spurs auf die offene Rechnung mit Miami. Tony Parker macht Sorgen.

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Von Eric Böhm

München/Oklahoma City - Lange hat sich Tim Duncan nicht mit den Thunder aufgehalten.

Bereits wenige Minuten, nachdem die Vorherrschaft in der Western Conference durch den 112:107-Erfolg nach Verlängerung (Bericht) gesichert war, blickte der Matchwinner nach vorn.

"Wir sind begeistert, wieder da zu sein. Jetzt brauchen wir noch vier Siege. Diesmal packen wir es", lieferte Duncan eine ungewohnte Kampfansage. Das Psycho-Duell ist eröffnet.

Der bloße Gedanke an die Miami Heat bringt die Spurs auf Betriebstemperatur. Der Stachel der verlorenen NBA-Endspiele in einer epischen Serie über sieben Spiele sitzt noch tief. Es ist für die meisten Beobachter das Traumfinale:

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Erinnerungen an Bulls vs. Jazz

Auf diese Revanche (ab Freitag, 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) hat San Antonio ein Jahr lang hingearbeitet (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

Coach Gregg Popovich rotierte seine Altstars auf unter 30 Minuten Einsatzzeit während der regulären Saison, um sie für diesen Moment frisch zu halten.

Nach der eher glücklich überstandenen Runde eins gegen Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks steigerte sich der viermalige Champion stetig und machte das erste Finals-Rematch seit Michael Jordans letztem Titel 1998 (Utah Jazz vs. Chicago Bulls) perfekt.

"Wir wissen, sie sind verdammt talentiert. Es wird sehr hart, aber wir vertrauen unseren Fähigkeiten. Wir wollen die Nummer eins sein, also müssen wir die Besten schlagen", betont Manu Ginobili (894579DIASHOW: Die Bilder der Conference-Finals).

Duncan: "Wir wollten sie haben"

Nur allzu gern würden sie dem Rivalen den Threepeat vermiesen. Sieben Jahre sind mittlerweile seit der bis dato letzten Meisterschaft vergangenen. Dabei waren sie 2013 so nah dran.

In Spiel sechs führten sie kurz vor Schluss mit drei Punkten, ehe Ray Allen sie mit dem inzwischen schon legendären Dreier ins Herz traf, Spiel 7 dominierten dann die Heat.

"Wir sind froh, dass wir sie wiedersehen. Wir wollten sie haben. Diesen bitteren Beigeschmack haben wir immer noch im Mund", sagt Duncan.

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Wade hat Respekt

Tatsächlich scheinen die Spurs zum richtigen Zeitpunkt in Topform zu sein. Dreimal dominierten sie die Thunder um MVP Kevin Durant und blieben dann im engen Spiel 6 cool (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

"Es treffen die beiden besten Teams aufeinander. Wir sind froh, wieder dazuzugehören. Ich halte sie für noch stärker als 2013", zeigt Miamis Dwyane Wade Respekt.

Der potenziell entscheidende Unterschied ist, dass diesmal San Antonio Heimvorteil genießt und damit ein potenzielles Spiel 7 in der heimischen Festung.

Beeindruckende Heimserien

Seit dem Sieg der Mavericks zum damaligen 1:1 in der Erstrundenserie gewannen die Spurs alle acht Spiele im AT Center mit durchschnittlich 21,5 Punkten Vorsprung.

Portland und Oklahoma City verloren immer mit mindestens 17 Zählern. Da Miami sogar seine vergangenen elf Playoff-Heimspiele gewann und nun im "normalen" 2-2-1-1-1 gespielt wird, dürfte der erste Auswärtssieg entscheiden - falls es überhaupt einen gibt.

Kadertiefe spricht für Spurs

Während die Heat vor allem von der Extraklasse eines LeBron James leben, hat Trainerfuchs Gregg Popovich ein schlagkräftiges Kollektiv aufgebaut.

Neben den frischen Routiniers Duncan und Ginobili beeindruckt vor allem die Bank, die Oklahoma Citys Reservisten nicht nur im entscheidenden Duell an die Wand spielten.

Psychologe Duncan sieht in der mentalen Stärke den größten Trumpf: "Es ist unglaublich, nach so einer bitteren Niederlage wie im vergangenen Jahr so zurückzukommen. Das ist eine Qualität."

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Parker angeschlagen

Lediglich der Fitnesszustand von Tony Parker macht den Spurs sorgen. Der Franzose musste mit Knöchelproblemen zur Halbzeit von West-Finale 6 passen.

"Es ist schon in Spiel 4 passiert und jetzt noch schlimmer geworden. Ich habe keine Ahnung, wie es für die Finals aussieht", sagt Popovich - Poker oder Besorgnis?

Schon über die gesamte Saison plagt sich der Franzose mit verschiedenen Blessuren herum, kann aber nach wie vor jederzeit explodieren. Speziell gegen die Heat ist Parker mit seiner Übersicht und dem Zug zum Korb unverzichtbar, wenn Duncan Recht behalten will.

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