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Kevin Durant scheiterte mit OKC in sechs Spielen an den San Antonio Spurs © getty

Nach dem Playoffs-Aus der Thunder wird klar: Durant hat trotz MVP-Titel Luft nach oben. Oklahomas Kader braucht frisches Blut.

Von Florian Pertsch

München - Wertvollster Spieler der NBA-Saison, Statistiken wie einst Michael Jordan, und das alles mit erst 25 Jahren.

Die Saison des Kevin Durant lief perfekt ? bis zu den Playoffs.

Denn erneut reichte es für den Superstar der Oklahoma City Thunder nicht zum großen Wurf (NBA-Finals: ab Freitag, 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Star-Duo reicht nicht für den Titel

Nach dem verlorenen Finale 2011/12 gegen die Miami Heat verpasste Durant mit OKC zum zweiten Mal in Folge den Endrundeneinzug und ruft die Kritiker wieder auf den Plan.

Die Thunder sind ein gutes Team, aber Durant und Westbrook genügen nicht, um einen Titel zu gewinnen, so ihr Tenor (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

In dieser Saison blieb die Kritik lange aus, nachdem Durant mit 32 Punkten, 7,4 Rebounds und 5,5 Assists eine Fabelsaison hinlegte und verdient vor LeBron James im MVP-Rennen über die Ziellinie ging.

Durants Entwicklung noch nicht am Ende

Doch nach dem Aus gegen die San Antonio Spurs in Spiel sechs der Western Conference Finals (Bericht) ist eines klar geworden ? Durant ist zwar ein außergewöhnlicher Spieler, doch seine Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen.

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Vor allem in der Defensive ist der schlaksige Forward nicht ohne Fehl und Tadel.

Zwar gelingen ihm dank seiner langen Arme starke 1,3 Steals pro Partie, doch gerade in der Seitwärtsbewegung ist er gegen kleinere Spieler im Nachteil.

Wird er unter den Korb gezwungen, verwandelt sich sein drahtiger Körper gegen kräftigere Spieler zum Nachteil.

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Diaw zeigt die Grenzen auf

Im Kampf in der Zone ist er mit 106 Kilogramm Brocken wie zum Beispiel San Antonios Boris Diaw gnadenlos unterlegen.

Auch im Angriff hat 2,06-Meter-Forward noch Luft nach oben. Gerade gegen schnelle Gegenspieler hat Durant Probleme, einen freien Wurf zu bekommen.

Zusätzlich ist sein Ballhandling zwar für einen Spieler seiner Größe gut, doch im Gegensatz zu LeBron James fällt das Dribbling qualitativ schon ab.

Alles in allem ist dies zwar Kritik auf extrem hohen Niveau, doch bei einem MVP und Titelkandidaten wie Durant und den Thunder nicht ungerechtfertigt (894579DIASHOW: Die Bilder der Conference-Finals).

Beste Zeit noch vor sich

Schließlich geht es in der NBA um Titel und den können die Thunder auch im siebten Profijahr Durants nicht präsentieren.

Was muss Oklahoma City also ändern, um Durant und Westbrook die zweite Finalteilnahme ihrer Karriere zu ermöglichen.

Mit 25 Jahren hat das Star-Duo seine beste Zeit noch vor sich. Was den beiden aber fehlt, sind potente Scorer von der Bank.

In Spiel sechs gegen die Spurs erzielte Oldie Derek Fisher als einziger Thunder-Bankspieler fünf Punkte. Auf Seiten San Antonios waren es nach 53 Minuten 51 Zähler der Reservisten.

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Schnell taucht dann der Name James Harden wieder auf, den die Thunder nach der Final-Niederlage gegen Miami im Sommer 2012 nach Houston getradet hatten.

Für den bärtigen Shooting Guard gab es im Gegenzeug vergleichsweise wenig: Kevin Martin, Jeremy Lamb und zwei Erstrunden-Picks.

GM Presti ist im Sommer gefragt

Diese Erstrunden-Picks und das geschickte Händchen von General Manager Sam Presti sind quasi die einzige Möglichkeit, den Thunder-Kader ein wenig aufzuhübschen.

Auf dem Trade-Markt müsste Presti allerdings schon ein echtes Wunder vollbringen, denn allzu viel hat OKC nicht anzubieten.

Außer Thabo Sefolosha dürfte kein anderer Thunder-Akteur einen Klub hinter dem Ofen hervorlocken.

Und so wird sich Oklahoma City wie schon im Jahr zuvor darauf verlegen, die vorhandenen Spieler besser zu machen und auf eine erneute Leistungssteigerung des Starduos Durant/Westbrook zu hoffen.

Viel Lob von den Spurs

Coach Scott Brooks glaubt jedenfalls fest daran, dass dieses Vorhaben gelingen wird.

"Wir haben seit Juli hart gearbeitet und uns stetig verbessert. Es hat nicht ganz gereicht, aber alle können stolz auf das Erreichte sein. Wir müssen einfach nur so weitermachen."

Lob gab es nach dem erneuten Playoff-Aus auch von den Spurs.

"Sie sind ein unfassbar gutes Team. Sie haben so viel Talent, sind so athletisch ? ihnen gehört die Zukunft", erklärte Manu Ginobili.

Denn bei aller Kritik darf nie außer Acht gelassen werden, wie jung der Kern der Thunder ist.

Durant und Westbrook 25 Jahre, Serge Ibaka sogar noch ein Jahr jünger.

Sollte das Trio also zusammenbleiben, dann dürfte den Thunder eine aufregende Zukunft bevorstehen ? schließlich gewann der große Air Jordan seine erste Meisterschaft auch erst mit 28 Jahren.

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