Zum Finals-Auftakt streikt die Klimaanlage. Miami ist dem wilden Spurs-Finish nicht gewachsen. LeBron muss mit Krämpfen passen.

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Von Eric Böhm

München/San Antonio - Die San Antonio Spurs haben einen wilden Auftakt in die NBA-Finals für sich entschieden.

Dank eines furiosen 31:9-Endspurts schlugen sie Titelverteidiger Miami Heat mit 110:95 (54:49) und holten sich im Rematch von 2013 die 1:0-Führung in der Best-of-Seven-Serie (Die Finals LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der größte Aufreger war jedoch der Ausfall der Klimaanlage, speziell in der zweiten Hälfte kamen sich die Spieler bei 32 Grad Celsius wohl wie in einer Sauna vor (902734DIASHOW: Die Bilder der Finals).

"Es war für beide Teams verdammt hart. Sei waren alle ziemlich erledigt. Wir haben versucht, schneller zu wechseln. Es war ziemlich heiß", bilanzierte Spurs-Coach Gregg Popovich. Den Wortspielen wurde Tür und Tor geöffnet:

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James muss raus

Superstar LeBron James musste wegen "Klima-Gate" von Krämpfen geschüttelt sogar die entscheidende Phase von der Bank aus verfolgen (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

In nur 33 Minuten verbuchte er 25 Punkte, er kam in der Endphase noch einmal kurz zurück und machte einen Layup rein. Danach war endgültig Schluss.

"Es fühlt sich wie ein Schlag in die Magengrube an, wenn dein Anführer auf die Bank humpelt, aber wir hatten dennoch eine Chance", erklärte Miamis Cheftrainer Erik Spoelstra.

Duncan hat kein Mitleid

Die Ursache für den Ausfall der Klimaanlage war offenbar ein Kurzschluss. Die Spurs entschuldigten sich, bewiesen aber Humor. In den Auszeiten wurden immer wieder Songs wie "Hot in Here" oder "Too Hot" gespielt (902195DIASHOW: Die Finalisten im Head-to-Head).

"Es war definitiv ein Faktor. Ich weiß nicht, was mit LeBron passiert ist, darüber habe ich mir auch keine Gedanken gemacht. Wir haben uns durchgekämpft", zeigte Tim Duncan bei "ESPN" kein Mitleid.

Die Gastgeber kamen deutlich besser mit der ungewohnten Situation zurecht. Veteran Duncan (21 Punkte, 10 Rebounds) verbuchte sein 154. Double-Double in den Playoffs. Manu Ginobili überzeugte mit 16 Zählern und elf Assists.

Parker gut aufgelegt

Tony Parker trotzte seinen Knöchelproblemen und steuerte 19 Punkte bei, aber das spektakuläre Finish war vor allem Danny Green zu verdanken.

Der Dreierspezialist brachte den Spurs mit zwei Treffern aus der Distanz Mitte des letzten Viertels zunächst die 90:88-Führung und legte nach James' Kurz-Comeback per Dunking und drittem Dreier nach.

"Wir haben aufgehört, den Ball wegzuschmeißen. Dadurch haben wir den Ball besser laufen lassen und unsere Schützen bekamen ihre offenen Würfe", analysierte Duncan, der neun seiner zehn Versuche aus dem Feld traf.

Seit Kareem Abdul-Jabbar im Jahr 1987 war kein älterer Spieler als der 38-Jährige Topscorer seines Teams in einem Endspiel (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Serien haben Bestand

In den ersten 39 Minuten unterliefen den Spurs 20 Ballverluste, in den letzten neun waren es nur noch zwei, während der regulären Saison hatten sie im Schnitt nur 14,4 pro Spiel.

Spätestens mit den Spurs-Dreiern vier bis sechs des Abschnitts durch Kawhi Leonard (2) und Parker war der sechste Auftaktsieg der Texaner in den sechsten Finals unter Dach und Fach.

Zum elften Mal hintereinander begannen sie eine Playoff-Serie mit einem Sieg. Spiel 2 steigt in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) erneut im texanischen Backofen.

"Wir wussten, sie würden auch immer müder werden. Also wollten wir mehr Tempo machen, aber gleichzeitig clever spielen. Das hat Coach Pop immer wieder gesagt. Am Ende haben wir es hinbekommen", sagte Green.

LeBron: "Bin total frustriert"

Genau wie 2013 vergeigten die Heat also auch in ihrem vierten Finals-Auftritt in Serie den Auftakt. Durch die Klima-Affäre ging jedoch unter, dass es lange Zeit ein hochklassiges Spiel war.

Drei Viertel lang verteidigten die Heat exzellent und nutzten die Fehler San Antonios aus. Ray Allen (16 Punkte) erhöhte sein Dreier-Konto in den Finals auf 49 und liegt nur noch sieben hinter Rekordhalter Robert Horry.

"Ich bin total frustriert. Als ich raus war, haben sie losgelegt. Ich konnte nicht helfen. Ich habe jeden Tropfen Flüssigkeit verloren, den ich in den letzten Tagen zu mir genommen habe", stönte James.

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Meilenstein tröstet nicht

Dass er durch eine Vorlage neben Michael Jordan und Kobe Bryant zum einzigen Spieler mit 4000 Punkten und 1000 Assists in der K.o.-Runde wurde, konnte ihn nicht trösten.

Bei den Heat kamen Dwyane Wade (19 Zähler) und Chris Bosh (18) auf ordentliche Ausbeuten, hielten aber am Ende der Hitze und den heiß gelaufenen Spurs ebenfalls nicht stand.

San Antonio feierte den achten Playoff-Heimsieg in Folge mit mindestens 15 Punkten Vorsprung und baute die NBA-Bestmarke aus. Vielleicht sollten sie die Klimaanlage gar nicht reparieren.

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