Eine alte Schwäche lähmt LeBron und kostet Miami bei den Spurs Finale 1. Ein Ex-Profi empfiehlt Kokosnuss. Gatorade lästert.

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Von Eric Böhm

München/San Antonio - Sein Kryptonit hat LeBron James wieder einmal in die Knie gezwungen.

Der Superstar der Miami Heat verlor zum Start der NBA-Finals den Kampf gegen seine Muskeln und musste von Krämpfen geschüttelt mitansehen, wie die San Antonio Spurs am Ende zu deutlich mit 110:95 triumphierten (Bericht).

"Es war das komplette linke Bein und beinahe sogar die gesamte linke Seite. Es war extrem heiß. Alle haben es gespürt, mich hat es erwischt. Ich bin extrem frustriert", sagte der sichtlich entkräftete James im Anschluss (902734DIASHOW: Die Bilder der Finals).

Der frühere Profi John "Spider" Salley empfahl dem 29-Jährigen sein Allheilmittel Kokosnusswasser:

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Immer wieder Probleme mit Hitze

Bereits in den Finals 2012 gegen Oklahoma City hatten ihn in Spiel 4 Krämpfe geplagt, ehe er zurückkam und einen wichtigen Dreier versenkte (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

Damals waren es in Miami zwar keine 32 Grad Celsius wie nun in San Antonio, aber seitdem wird die Heimstätte der Heat für jedes Spiel besonders stark heruntergekühlt.

In Diensten der Cleveland Cavaliers musste er 2007 nach einem Playoff-Duell in Detroit sogar intravenös behandelt werden. Dieser ungemein austrainierte Körper braucht Kühlung wie ein Hochleistungscomputer.

"Playoff-Schweiß kannst du mit Schweiß in der regulären Saison nicht vergleichen", hatte James schon vor Jahren gesagt, als ihn jemand auf den riesigen Wasserkanister ansprach, den er mit sich herumtrug.

James fehlt vorn und hinten

Die Rückkehr dieses Phänomens hätte für die Heat zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können, schließlich lieferte sich der Meister mit Herausforderer San Antonio gerade eine hochklassige Playoff-Schlacht.

Ohne den viermaligen MVP - mit 25 Punkten dennoch Topscorer - konnte Miami den Angriffswirbel in den finalen neun Minuten nicht mehr so effizient stören wie zuvor und fand auch im Angriff zu wenige Lösungen (902195DIASHOW: Die Finalisten im Head-to-Head).

"Es ist natürlich nicht ideal, wenn dein bester Spieler in so einem knappen Spiel ausfällt. Trotzdem hätten wir ein besseres Finish zeigen müssen", sagte Dwyane Wade.

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Hitze-Erfahrung hilft Spurs

Ohne James ließen die Spurs den Ball wieder besser laufen (insgesamt 30 Assists). Nicht zuletzt der bis dahin unsichtbare Scharfschütze Danny Green profitierte mit elf Punkten im letzten Viertel.

In dieser großen Hitze half den Spurs auch ihre Internationalität. Tony Parker fühlte sich "wie bei einer Europameisterschaft" und ließ seine Knöchelprobleme mit 19 Zählern und einer starken Vorstellung vergessen.

Double-Double-Maschine Tim Duncan (20 Punkte, 10 Rebounds) zog einen Vergleich mit seinen Virgin Islands, und Manu Ginobili (16 Zähler, 11 Assists) habe sowieso "länger in Hallen ohne Klimaanlage gespielt."

Nächste Kuriosität in San Antonio

Umso wichtiger, dass auch Spiel 2 in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) in San Antonio steigt, denn der Heimvorteil der Spurs nimmt bisweilen kuriose Züge an.

Von den legendären Fledermaus-Angriffen 2009 und 2011 bis hin zur Schlange in der Kabine der Portland Trail Blazers in der zweiten Runde: der Gegner muss auf alles gefasst sein.

"Jetzt sind einige Tage Zeit, hoffentlich können wir bis dahin unsere Rechnungen bezahlen", witzelte Coach Gregg Popovich über den Kurzschluss in der Klimaanlage.

Kein Mitleid

Das Geschenk nahm er gern an, denn "viele Ballverluste (23, Anm. der Red.) sind unsere Achillesferse und bedeuten für uns normalerweise eine Niederlage", wie Popovich zugab.

Von Mitleid für James war naturgemäß keine Rede, aber selbst die eigenen Teamkollegen hatten für ihren Anführer keine warmen Worte übrig (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Chris Bosh schwadronierte über seine Jugend in Texas ("wir konnten uns Klimaanlagen eh nicht leisten"), während Ray Allen sich in der Hitze pudelwohl fühlte.

Gatorade verhöhnt James

Zu allem Überfluss musste sich James auch noch von seinem ehemaligen Sponsor "Gatorade" verspotten lassen.

Der Sport-Getränkehersteller ließ sich zu einigen höhnischen Kommentaren hinreißen - LBJ wirbt seit einiger Zeit für den Konkurrenten "Powerade".

"Die Person mit Krämpfen war nicht unser Kunde. Unsere Athleten können mit Hitze umgehen", schrieb das Unternehmen auf seiner offiziellen Twitter-Seite: "Wir haben an der Seitenlinie gewartet, aber er trinkt lieber etwas anderes", hieß es weiter.

Darüber dürften sich die Spurs allerdings nicht gefreut haben, denn ein gereizter LeBron kommt meist mit einem Paukenschlag zurück - wenn das Klima stimmt.

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