In NBA-Finale 3 fährt San Antonio gegen die Heat einen furiosen Start-Ziel-Sieg ein. Kawhi Leonard stiehlt LeBron James die Show.

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Von Eric Böhm

München/Miami - Die San Antonio Spurs haben sich mit einem Paukenschlag den Heimvorteil in den NBA-Finals zurückgeholt.

Bei Titelverteidiger Miami Heat legten sie mit 111:92 (71:50) einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg hin und sicherten sich das 2:1 in der Best-of-Seven-Serie (Die Finals LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Die erste Hälfte war dabei die beste Offensiv-Leistung in einem Endspiel seit vielen Jahren. Die Spurs versenkten 19 ihrer ersten 21 Würfe (Finals-Rekord) und nahmen das Team um Superstar LeBron James völlig auseinander.

"Ich glaube nicht, dass wir jemals wieder in einer Hälfte 76 Prozent unserer Würfe treffen werden. Das war völlig verrückt", war selbst der stoische Coach Gregg Popovich von den Socken. Bei Legende Magic Johnson weckte das Dauerfeuer der Spurs böse Erinnerungen an Larry Bird:

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Unglaubliche Zahlen

Nach unglaublichen 41 Punkten im ersten Viertel, legte seine Mannschaft mit Treffern bei ihren ersten sechs Versuchen aus dem Feld im zweiten Abschnitt nach (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

Der Zwischenstand von 55:30 versetzte scheinbar ganz Miami in eine Schockstarre. Bereits zu diesem Zeitpunkt war das Ende der elf Spiele andauernden Heimsiegesserie in den Playoffs absehbar (902734DIASHOW: Die Bilder der Finals).

"Sie waren der Aggressor und hatten uns von Anfang an im Griff. Das sollte in den Finals nicht passieren. Wir hassen es, so eine Leistung abgeliefert zu haben. Zum Glück steht es 2:1 und nicht 4:1", sagte James.

James mit Problemen

Sein Gegenspieler Kawhi Leonard war nicht nur wegen seiner Bestleistung von 29 Punkten der herausragende Spieler, er setzte dem viermaligen MVP auch in der Verteidigung gewaltig zu.

"LeBron ist sehr aggressiv. Ich wollte frühe Fouls vermeiden und trotzdem die nötige Intensität aufbringen. Dadurch fand ich meinen Rhythmus", erklärte Leonard bei "ESPN".

James war mit 22 Zählern gemeinsam mit Dwyane Wade zwar Topscorer der Heat und verbuchte sieben Assists sowie fünf Steals, leistete sich aber auch sieben Ballverluste - nie hatte er in einem Finale mehr (902195DIASHOW: Die Finalisten im Head-to-Head).

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Leonard "war er selbst"

In den ersten beiden Finals hatte er es insgesamt nur auf 18 Zähler gebracht, diesmal setzte Leonard seine Athletik cleverer ein und bewies seinen Status als Schlüsselspieler der Serie.

"Heute war er wieder er selbst. Wir haben ihm gesagt, er sein Spiel machen. In den ersten beiden Spielen war er mit den Foulproblemen zu vorsichtig, heute war er sehr aktiv", lobte Popovich.

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Spiel 4 steigt in der Nacht auf Freitag erneut in Miami (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM). Die Zahlen sprechen nun für die Spurs: 83 Prozent der Teams, die in den Finals mit 2:1 führten, holten auch den Titel. Im vergangenen Jahr schafften es die Texaner allerdings nicht.

Spannung kommt nur kurz auf

Damals war natürlich der Modus ein anderer. Selbst wenn San Antonio Spiel 4 verlieren sollte, haben sie Partie 5 wieder vor heimischer Kulisse. Zudem müssen die Heat die Art und Weise dieser Schlappe erst einmal abschütteln (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Das einzige Aufbäumen des Meisters gab es gegen Ende des dritten Viertels, als er auf sieben Punkte herankam. Die Spurs blieben davon unbeeindruckt. Im letzten Abschnitt führten sie immer zweistellig.

"Es war klar, dass sie irgendwann einen Lauf starten würden. Wir haben trotzdem die Kontrolle behalten und unseren Plan durchgezogen, ohne in Panik zu verfallen", sagte Tim Duncan (14 Punkte, 6 Rebounds).

Parken macht den Deckel drauf

Spätestens Tony Parkers Dreier zum 97:82 knapp sieben Minuten vor Schluss bedeutete die Entscheidung zugunsten des besten Auswärtsteams der NBA. Der Point Guard steuerte ebenso wie Danny Green 15 Zähler bei.

Der Schachzug, Joker Boris Diaw für Tiago Splitter in die Startformation zu nehmen, machte sich für San Antonio bezahlt. Damit zog Popovich die Heat-Verteidigung auseinander. Forward Chris Bosh sah kein Land und nahm vorn nur vier Würfe.

"Boris ist ein guter Allrounder. Mit ihm wollten wir den Angriff variabler machen, außerdem ist er ein unterschätzter Verteidiger", erklärte Popovich.

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Im Schlagabtausch der NBA-Giganten ist nun wieder Miami gefordert.

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