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Tim Duncan hat nun die meisten Minuten und Double-Doubles der Playoff-Geschichte. Die Bilder der NBA-Finals ZUM DURCHKLICKEN © getty

Wie in NBA-Finale 3 zerlegt San Antonio die Heat in der ersten Hälfte und braucht noch einen Sieg. LeBron James fehlt Hilfe.

Von Eric Böhm

München/Miami - Die San Antonio Spurs sind ein Phänomen.

Zum zweiten Mal in Folge ließen sie Noch-Meister Miami Heat auf deren eigenem Court ganz alt aussehen und holten sich durch das hochverdiente 107:86 (55:36) das 3:1 in der Best-of-Seven-Serie (Die Finals LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Damit fehlt ihnen nur noch ein Sieg zum fünften NBA-Titel, den sie 2013 an gleicher Stätte noch verzockt hatten. Mehr als der Sieg beeindruckte jedoch die Art und Weise. Sie demütigten das Starensemble.

"Wir spielen Spurs-Basketball, lassen den Ball laufen und suchen immer den optimalen Wurf. Unsere Verteidigung ist großartig. Ich bin selbst überrascht, dass wir diese klaren Führungen so behaupten", bilanzierte Tony Parker (902734DIASHOW: Die Bilder der Finals).

Hall-of-Famer Magic Johnson versetzte der rumdum überragende Auftritt in Ekstase. Er forderte ganz Amerika auf, diese Leistung zu würdigen:

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Nächste Traumhälfte der Spurs

Der Franzose Parker war mit 19 Punkten entscheidend an der nahezu exakten Kopie von Finale 3 beteiligt. Wieder zog San Antonio den Heat schon vor der Pause mit einer unglaublichen Effizienz im Angriff den Zahn (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

"Sie sind extrem vielseitig und bringen dich in Positionen wie kein anderes Team der Liga. Sie können jederzeit von draußen werfen oder zum Korb ziehen. Es ist eine Herausforderung, aber die Serie ist noch nicht vorbei", sagte Miamis Superstar LeBron James.

Statistisch gesehen sieht es für Miami aber nicht gut aus. In den Finals wurde noch nie ein 1:3-Rückstand noch umgebogen. "Wir haben uns in die Situation gebracht, Geschichte schreiben zu müssen", ergänzte James.

Wade und Co. enttäuschen

Der viermalige MVP war mit 28 Zählern zwar Tospcorer der Partie, hatte aber erneut mit dem starken Kawhi Leonard (20 Punkte, 14 Rebounds) zu kämpfen und bekam kaum Unterstützung.

Neben hilfloser Defense enttäuschten vorn auch Chris Bosh (12 Zähler), der unauffällige Ray Allen und Dwyane Wade, der zehn seiner 13 Würfe vergab und jegliche Dynamik vermissen ließ.

"Wir müssen jetzt mental und physisch abschalten. Wir hatten uns die beiden Heimspiele anders vorgestellt und müssen in San Antonio anders auftreten", forderte Wade. Spiel 5 in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) ist für Miami ein Do-or-Die.

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Blitzstart und kein Nachlassen

Angesichts der erneut fantastischen Teamleistung der Spurs bräuchte es schon ein Basketball-Wunder, zu abgezockt ziehen die Texaner ihr Spiel durch (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Zwei schnelle Dreier durch Danny Green befeuerten einen 13:4-Blitzstart. Mit ihrer grandiosen Wurfquote bauten die Gäste den Vorsprung stetig auf 26:17 nach dem ersten Viertel und 55:33 kurz vor der Pause aus. Die Heat kamen danach nie näher als auf 13 Zähler heran.

Die bisherigen Finals-Quote von 54,2 Prozent ist seit Einführung der Shot Clock (1954/55) die zweithöchste nach den L.A. Lakers im Jahr 1984 (54,6 Prozent).

Meilensteine für Duncan

Dazu trug auch Veteran Tim Duncan bei. Selbst mit 38 Jahren verblüfft er immer noch mit seinem ultra-effektiven Stil.

Zehn Punkte und elf Rebounds brachten ihm das 158. Double-Double seiner Playoff-Karriere ein. Damit setzte sich Duncan vor Magic Johnson auf Rang eins der ewigen Bestenliste.

Johnsons ehemaligem Teamkollegen Kareem Abdul-Jabbar nahm er mit nun 8869 Playoff-Minuten die Bestmarke ab. Der Topscorer der NBA-Geschichte gratulierte:

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Lob für Allzweckwaffe Diaw

Zudem war die Beförderung von Boris Diaw in die Startformation nach Spiel 2 ein genialer Schachzug des Coaches Gregg Popovich (902195DIASHOW: Die Finalisten im Head-to-Head).

Der routinierte Franzose kann nicht nur mehrere Positionen verteidigen, sondern gibt auch im Angriff einen Schub.

"Ich freue mich und bin sehr stolz auf ihn. Wir kennen uns schon so lange. Es ist wie ein Traum, mit ihm um den NBA-Titel zu spielen. Schön, dass jetzt alle sehen, was er draufhat", lobte Landsmann Parker.

James entnerven die "vier Point Guards"

Diaw verpasste mit acht Punkten, neun Rebounds und neun teils herausragenden Assists nur knapp ein Triple-Double.

"Das ist extrem schwer für uns. Mit Tony, Manu Ginobili, Diaw und Patty Mills haben sie teilweise vier Point Guards auf dem Feld", stöhnte James. Diaw gab das Motto der Spurs aus: "Von Spiel zu Spiel denken."

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[kaltura id="0_pjwp1jza" class="full_size" title="Die Demontage der Miami Heat"]

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