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Der NBA-Transfermarkt zum DURCHKLICKEN © getty

Tyson Chandler, Leistungsträger der Meistersaison, ist wieder bei den Dallas Mavericks. Das hilft auch im Poker um größere Stars.

Von Eric Böhm

München - Drei Jahre nach dem NBA-Titel korrigieren die Dallas Mavericks den größten Fehler, den sie hinterher begangen hat.

Tyson Chandler, der Center, der Dirk Nowitzki seinerzeit zu seinem ersten Meisterring verhalf, ist wieder da. In einem sechs Spieler und zwei Draftpicks umfassenden Trade mit den New York Knicks kehrt Chandler nach Texas zurück.

"Er hat mir geholfen, eine Meisterschaft zu gewinnen. Wir haben gut zusammengepasst. Ich bin begeistert, wenn das klappt", hatte Nowitzki bereits kurz vor der offiziellen Bestätigung den "Sporting News" gesagt.

Chandler ist inzwischen zwar 31 Jahre alt, aber trotzdem eine gewaltige Verbesserung im Vergleich zum eingetauschten Sam Dalembert. Gleichzeitig erhöht er die Chancen auf einen Königstransfer wie LeBron James oder Carmelo Anthony (904837DIASHOW: Der NBA-Transfermarkt).

Chandler jedenfalls freut sich so oder so über sein Comeback. Auf seiner Facebook-Seite prangt nun ein großes Foto von ihm mit der 2011 errungenen Meistertrophäe.

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Calderon tut weh

Mit Point Guard Jose Calderon, dem talentierten Shane Larkin, Sam Dalembert, Bankdrücker Wayne Ellington und beiden Picks im Draft 2014 (Nummer 34 und 51) ist der Preis allerdings hoch.

Zudem hat Chandler eine verletzungsgeplagte und eher unterdurchschnittliche Saison mit nur 55 Einsätzen hinter sich. Die Wertschätzung für ihn ist bei Nowitzki, Eigentümer Mark Cuban und vor allem Coach Rick Carlisle aber ungebrochen (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

Angesichts der Draft-Bilanz früherer Jahre und Carlisles überschaubaren Erfolgen bei der Weiterentwicklung junger Spieler, ist aktuell wohl nur Calderon ein Verlust. In einigen Jahren allerdings könnte Dallas auch Larkin hinterhertrauern.

Felton als Fragezeichen

Der Spanier Calderon war defensiv eine Schwachstelle, brachte jedoch Ruhe am Ball und Dreiergefährlichkeit ein, die Knicks-Problemfall Ray Felton abgehen.

Chandlers Anhängsel in dem ersten großen Deal des Transfersommers hat eine katastrophale Saison hinter sich - inklusive einer Verhaftung wegen illegalen Waffenbesitzes.

Selbst wenn der College-Champion von 2005 mit North Carolina seine alte Form wiederfindet, erhöht er nicht gerade die Teamschnelligkeit der Mavericks. Eine Vertragsverlängerung mit dem dynamischen Devin Harris ist durch die Verpflichtung des 29-Jährigen noch wichtiger.

Strategie 2011 gescheitert

Wer nun aber glaubt, Eigner Cuban würde mit der Rückholaktion Chandlers seine Fehleinschätzung von 2011 - Superstar-Jagd statt Meisterkern - eingestehen, der irrt.

Es sei richtig gewesen, dem damals auch atmosphärisch wichtigen Führungsspieler kein Angebot vorgelegt zu haben, darauf beharrt Cuban. Ein Vergleich der damaligen Situation mit der heutigen sei wie der sprichwörtliche Vergleich "Äpfel mit Birnen".

Unter dem Strich bleiben dennoch die verpassten Playoffs 2013 und die gescheiterten Experimente mit Lamar Odom und Chris Kaman hängen. Ein fehlender Defensiv-Partner für Nowitzki war über drei Jahre die große Achillesferse.

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Auswirkungen auf Carmelo Anthony

Ob der beste Abwehrspieler der Saison 2011/2012 noch einmal so stark auftrumpfen kann wie in der magischen Mavs-Saison, muss zumindest in Frage gestellt werden.

Vielleicht wird der ehemalige All-Star nur indirekt zum Glücksfall. Denn das Signal der Knicks an ihren wankelmütigen Topscorer Carmelo Anthony ist eindeutig.

Phil Jackson leitet einen radikalen Neuaufbau ein. "Melo" hat einen guten Draht zu Chandler und könnte nun noch mehr ins Grübeln kommen. Nach "ESPN"-Informationen plant er bereits einen Free-Agent-Besuch in Dallas - ebenso wie in Houston und Chicago.

Teilnehmer im James-Poker

Selbst bei LeBron James rechnen sich die Mavs nun Chancen aus. "Wir sind echte Kandidaten im Poker um LeBron und Carmelo", zitiert "ESPNDallas.com" eine "Teamquelle".

Neben den steuerlichen Vorteilen in Texas verspricht ein Team mit Nowitzki, Chandler, Felton und Monta Ellis auch bessere Erfolgsaussichten als der Trümmerhaufen Knicks oder Dwyane Wade und Chris Bosh in der Form der Finals 2014.

Ist einer der beiden großen Namen überhaupt finanzierbar? Dallas liegt aktuell etwa 26,5 Millionen Dollar unter der prognostizierten Gehaltsobergrenze. Nowitzki muss aber auch noch verlängern.

Wie viel Rabatt gibt Nowitzki?

Bei dem 36-Jährigen ist mit einem Rabatt in der Größenordnung von Tim Duncan für die San Antonio Spurs zu rechnen - 30 Millionen für drei Jahre.

Demnach müssten bei dem Quartett Brandan Wright, Jae Crowder, Ricky Ledo und Gal Mekel noch rund drei Millionen eingespart werden. Für Harris, Vince Carter und Shawn Marion bliebe nur das sogenannte "Veteran's Minimum".

Die ironische Wendung, nach drei erfolglosen Anläufen nun mit Chandlers Hilfe den ersehnten dicken Fisch an Land zu ziehen, hätte etwas.

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