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Andrew Wiggins, Joel Embiid und Jabari Parker (v.l.) sind die Topkandidaten als erster Pick im NBA Draft 2014 © getty

30 Jahre nach der legendären Klasse um Michael Jordan drängen Jabari Parker, Andrew Wiggins und Co. beim NBA Draft nach oben.

Von Eric Böhm

München - Auf diesen Tag haben die Kellerkinder der NBA seit Monaten hingearbeitet.

Da reihenweise wurden Leistungsträger verkauft, Pleitenserien in Kauf genommen und alle möglichen Glücksbringer für die Lotterie aufgeboten, nur um möglichst weit vorn im Draft 2014 auswählen zu können.

Dieser Jahrgang gilt schon jetzt als der talentierteste seit 1984. Damals eroberten Michael Jordan, Charles Barkley, Hakeem Olajuwon und John Stockton die Liga im Sturm.

Andrew Wiggings, Jabari Parker oder Dante Exum hoffen, dass ihre Namen irgendwann einen ähnlichen Klang haben werden (904837DIASHOW: Der NBA-Transfermarkt).

"Das ist einer der tiefsten Drafts seit langer Zeit. In den Top Ten stecken einige potenzielle All-Stars. Wenn du einen dieser Jungs bekommst, kannst du nichts falsch machen", sagt Barkley, der vor 30 Jahren an Nummer fünf bei den Philadelphia 76ers landete.

Cavaliers wählen zuerst

Auf jeder Position gibt es gleich mehrere hochtalentierte Alternativen, auch wenn hinter dem einen oder anderen Namen ein Fragezeichen steht. Die Cleveland Cavaliers haben heute Nacht wie 2013 den ersten Pick (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

SPORT1 stellt die größten Talente vor und schätzt die Chancen der deutschen Anwärter ein, im Barclays Center von Brooklyn aufgerufen zu werden.

Andrew Wiggins (Position: Small Forward; College: Kansas)

Wer von den physischen Voraussetzungen ausgeht, hat Andrew Wiggins ganz oben auf seiner Liste. Der Kanadier holt Offensiv-Rebounds, zieht Fouls und hat einen guten Wurf.

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Der ultra-athletischen Flügelspieler erinnert an den jungen Vince Carter und bietet durch seine langen Arme auch viel Potenzial in der Verteidigung mit.

Einige Scouts bemängeln jedoch das bisweilen phlegmatische Spiel in seinem einzigen College-Jahr (17,1 Punkte pro Spiel). Zu oft nahm er nicht am Spiel teil und bewegte sich ohne Ball zu wenig.

Jabari Parker (Small Forward/Power Forward; Duke)

Während Wiggins noch etwas schmächtig daherkommt, bringt Jabari Parker schon den austrainierten Body eines NBA-Forwards mit.

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Das nächste Megatalent aus Chicago hat bereits ein ausgeprägtes Offensiv-Arsenal und erzielte für die Blue Devils von US-Nationaltrainer Mike Krzyzewski mehr als 19 Zähler pro Partie.

Kritiker bemänglen die Verteidigung und das Fehlen einer klaren Position auf dem NBA-Level. Andererseits sagten Kritiker das vor einigen Jahren auch über einen gewissen Carmelo Anthony.

Joel Embiid (Center; Kansas)

Wäre er fit, würde Joel Embiid definitiv unter den ersten drei Picks weggehen. Vielleicht wird der Kameruner trotz seiner Fuß-OP, die ihn für sechs Monate auf Eis legt, früh gezogen.

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Zu talentiert ist der 2,13-Meter-Mann. Einige Experten sehen in ihm schon den nächsten Olajuwon, weil er sich ähnlich elegant und dynamisch bewegt und bereits einige Wurfvarianten drauf hat.

Allerdings plagten den 20-Jährigen in seiner einzigen College-Saison Foulprobleme und Rückenbeschwerden. Abgesehen von Olajuwon konnten sich nur wenige Afrikaner in der NBA durchsetzen. Embiid ist sicher der riskanteste Kandidat.

Per Twitter hatte er bereits die L.A. Lakers (Pick 7) als sein Ziel ausgerufen, aber den Tweet später wieder gelöscht.

Dante Exum (Point Guard/Shooting Guard; kein College)

Die große Unbekannte 2014 ist Dante Exum. Der 18-jährige Australier hat bisher nur bei den U-19-Weltmeisterschaften gegen wirklich gute Altersgenossen gespielt.

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Mit 1,98 Meter bringt er Gardemaß für einen Aufbauspieler mit und wird auch in der NBA zum Korb durchkommen.

Der Wurf und das für einen Point Guard noch nicht ausreichende Ballhandling sind die größten Baustellen. Ein passender NBA-Vergleich ist der junge Penny Hardaway.

Marcus Smart (Point Guard; Oklahoma State)

Marcus Smart ist der Prototyp des punktenden Aufbauspielers. Nicht nur wegen seiner zwei Jahre am College ist er der ausgereifteste Akteur unter den Top Ten.

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Das Kraftpaket (103 Kilogramm) zeichnet sich durch seine Leidenschaft, Übersicht und Verteidigung (3 Steals pro Partie) aus und kann sich seine eigenen Wurfchancen erarbeiten.

Ein Dreierspezialist ist Smart jedoch nicht gerade. Die Quote von 29 Prozent aus der kürzeren College-Entfernung ist ausbaufähig. Der 20-Jährige erinnert an Dwyane Wade oder Kyle Lowry.

Noah Vonleh (Power Forward; Indiana)

Es gibt drei herausragende Power Forwards in diesem Draft. Während Arizonas Aaron Gordon eher der noch zu schmale athletische Freak ist und Julius Randle (Kentucky) wie ein Bulldozer wirkt, ist Noah Vonley die Kombination.

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Er wird erst im August 19 Jahre alt, kann aber jedem Team sofort helfen. Er ist in der Zone genauso gefährlich wie aus der Mitteldistanz. Er ist sehr mobil und ein guter Freiwerfer.

Die eher schwachen Zahlen in einem talentierten aber enttäuschenden Team machen Sorgen. Er muss aggressiver sein, mehr investieren und lässt bisweilen den richtigen Instinkt vermissen - denkt sonst noch jemand an Chris Bosh?

Niels Giffey (Small Forward; Connecticut)

Bei der EM 2013 hat sich Niels Giffey in die Notizbücher der NBA-Scouts gespielt und durch den zweiten College-Titel mit UConn noch mehr Augen geöffnet.

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Der Berliner hat wegen seiner Abwehr- und Dreierqualitäten die Chance, am Ende der zweiten Runde ausgewählt zu werden. Der 23-Jährige bringt schon viel Erfahrung auf großen Bühnen mit.

Seine Landsleute Philipp Neumann, Maximilian Kleber, Johannes Voigtmann und Kevin Bright werden vergeblich warten.

(Alle Bild-Copyrights: Getty)

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