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Dirk Nowitzki mit der Finals-MVP-Trophäe nach dem Meisterstück der Mavericks im Jahr 2011 © getty

Der neue Vertrag von Dirk Nowitzki macht Carmelo Anthony für die Mavericks bezahlbar. Das Vorbild heißt Tim Duncan.

Von Michael Spandern

München - Halbes Gehalt für mehr Hoffnung: Dirk Nowitzki verzichtet auf viel Geld, damit sich die Dallas Mavericks hochkarätig verstärken und erstmals seit ihrem Meisterstück von 2011 wieder um den NBA-Titel kämpfen können.

Einen Tag, nachdem sich New Yorks Schlüsselspieler Carmelo Anthony im Hause des Mavericks-Besitzers Mark Cuban die Vorzüge eines Wechsels erklären ließ, schaffte Nowitzki den finanziellen Spielraum dafür (904837DIASHOW: Der NBA-Transfermarkt).

Verdiente er 2013/14 noch 22,72 Millionen Dollar - nur Kobe Bryant von den Los Angeles Lakers kassierte mehr - soll der neue Vertrag dem Würzburger binnen drei Jahren 30 Millionen einbringen. Darauf haben sich die Mavs und ihr Aushängeschild übereinstimmenden Berichten zufolge am Donnerstag geeinigt.

Nowitzki ernannte sich kurz danach bei Twitter zum Mavericks Fan for Life...

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"Nicht den letzten Dollar herausquetschen"

Offiziell darf der Deal aber wie bei allen Free Agents, also vertragslosen Spielern, erst am 10. Juli bekannt gegeben werden.

Nowitzkis Verbleib in Dallas kommt genauso wenig überraschend wie die Ausgestaltung des neuen Vertrags. Cuban wisse, dass er nirgendwo anders hinwolle, und "es geht nicht darum, den letzten Dollar herauszuquetschen", hatte der 36-Jährige unlängst gesagt.

Und klar war auch, dass die Zahlen sich an denen von San Antonios Tim Duncan orientieren würden.

Gehalt könnte auf 9,3 Millionen Dollar sinken

Duncan hatte im vorigen Sommer einen mit 30,4 Millionen Dollar dotierten Dreijahresvertrag abgeschlossen, damals war er ein Jahr älter als Nowitzki jetzt.

Das Jahresgehalt des Spurs-Urgestein reduzierte sich von 21,2 in der Saison 2012/13 auf 9,6 Millionen in der folgenden. Dafür feierte er an deren Ende seinen fünften Meistertitel (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

Wie bei Duncan ist es auch bei Nowitzki vorstellbar, dass er in der ersten Spielzeit des neuen Vertrags weniger Geld als in den beiden weiteren verdient.

Auf 9,3 Millionen könnte sein Salär in der anstehenden Saison sinken. Deutlich weniger als die 15,1 von Topverdiener Tyson Chandler, den die Mavericks nach drei Jahren aus New York zurückholten, aber mehr als die 8,36 vom Topkorbschützen Monta Ellis.

Auch Anthony müsste Verzicht üben

In diesem Falle blieben Mark Cuban - sollte sich die von der NBA vorgegebene Gehaltsobergrenze für jedes Team nicht noch deutlich ändern - knapp über 17 Millionen, um Anthony zu ködern.

Allerdings strich der siebenmalige All-Star in der vorigen Spielzeit bei den New York Knicks 21,39 Millionen ein und könnte bei seinem alten Arbeitgeber einen üppigeren Vertrag als anderswo erhalten: maximal 129 Millionen Dollar für fünf Jahre. "ESPN" berichtet, dass die Knicks ihm dies am Donnerstag mündlich angeboten haben.

Doch bevor Melo eine Entscheidung trifft, hört er sich am Dienstag noch an, was die Chicago Bulls ihm zu bieten hätten. Zuvor hatten die Houston Rockets und die Lakers dem herausragenden Spieler der Olympischen Spiele 2014 den Hof gemacht - jeweils deutlich länger als die Mavs.

Alternativen von Format

Die hatten dem Small Forward in gut zwei Stunden alles Wesentliche erläutert: dass er Dallas mit dem selbstlosen Winnertyp Nowitzki, dem Scharfschützen Ellis und dem defensivstarken Center Chandler zum Titelkandidaten machen könnte.

Falls Anthony das nicht überzeugt, hätten die Mavs schlagkräftige Alternativen auf dem Radar. Allen voran den zweimaligen All-Star Luol Deng von den Cleveland Cavaliers und Houstons Chandler Parsons, beides ebenfalls Flügelspieler.

Parsons, 25, der zuletzt in seiner dritten Saison mit durchschnittlich 16,6 Punkten und 5,5 Rebounds pro Partie ähnlich gute Werte wie Deng erreichte, ist allerdings Restricted Free Agent.

Das heißt, die Rockets könnten ihn zum Bleiben zwingen, indem sie mit einem Angebot der Mavericks gleichziehen. Sollte sich Anthony aber für Houston entscheiden, werden sie sich das kaum leisten können.

Kleiner Spielmacher ein Plan C

Plan C wäre, weiter auf den alternden Small Forward Vince Carter zu setzen und stattdessen auf der Spielmacher-Position nachzubessern. Isaiah Thomas von den Sacramento Kings ist da im Gespräch.

Der 1,75 Meter kleine Mann bringt aus der vorigen Saison Durchschnittswerte von 20,3 Punkten und 6,3 Assists als Referenz mit.

Cuban wird das bei Nowitzki eingesparte Geld auf jeden Fall bestmöglich und vollständig aufwenden. Nowitzki aber bleibt sein Fixpunkt. Auch im neuen Vertrag, aus dem er Mitte 2016 aussteigen kann, hat der Deutsche die seltene Klausel, dass er nicht transferiert werden darf.

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Lücke zu Meister San Antonio nicht so groß

Wie die Fans hat er den Traum, mit Anthony den vierteffizientesten Spieler der NBA ins Team zu bekommen.

Aber auch den Albtraum, dass wie im Vorjahr Dwight Howard der Wunschkandidat Dallas einen Korb gibt.

Vielleicht jedoch braucht es gar nicht die ganz große Lösung, um die Lücke zu Meister San Antonio zu schließen. Denn die ist gar nicht so groß. In der ersten Playoff-Runde trieben die Mavs den Texas-Rivalen in ein entscheidendes siebtes Spiel - so weit wie kein anderer Gegner der Spurs.

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