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LeBron James spielte vor seinem Wechsel nach Miami bis 2010 bei den Cleveland Cavaliers © getty

LeBron James geht zurück zu den Cleveland Cavaliers. In einer geschickt inszenierten Aktion erläutert er seine Gründe.

Von Julian Ignatowitsch

München - LeBron James schreibt einmal mehr Geschichte.

Der 29-Jährige verlässt die Miami Heat und kehrt zurück zu den Cleveland Cavaliers, seinem Heimatklub, wenn es so etwas in der NBA gibt.

Dort hat er bereits von 2003 bis 2010 gespielt und seine Profikarriere begonnen.

"Sports Illustrated" vermeldete den Wechsel am Freitagabend exklusiv. Natürlich hat James perfekt durchgeplant, wie und wann alles verkündet wird.

Er schreibt seine persönliche Geschichte, sein NBA-Märchen, fort - und ist dabei nicht weniger als Erzähler, Protagonist und Plot in einem (904837DIASHOW: Der NBA-Transfermarkt).

Während in Cleveland nach vier grauen Jahren die Renaissance beginnt und die Träume von der ersten Meisterschaft in der Klubgeschichte von neuem beginnen dürfen, endet in Miami eine Ära.

James erklärt Entscheidung

In einem Essay erklärt James seine Entscheidung.

So hört es sich in den Worten des Autors James an: "Bevor es jemanden interessiert hat, wo ich Basketball spiele, war ich ein Kind aus Nordost-Ohio. Dort bin ich gelaufen. Dort bin ich gerannt. Dort habe ich geweint. Dort habe ich geblutet."

"Meine Bindung an Nordost-Ohio ist größer als Basketball. Vor vier Jahren habe ich das noch nicht gemerkt. Aber jetzt."

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Cleveland als Herzensangelegenheit

Die Entscheidung war also nach eigener Aussage eine Herzensangelegenheit. (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen)

Auch familiäre Gründe haben dafür gesprochen, so James.

"Ich habe zwei Söhne und meine Frau Savannah ist schwanger mit einem Mädchen. Ich habe mich gefragt, wie es wäre, wenn meine Kinder in meiner Heimat aufwachsen. Je mehr Zeit vergangen ist, desto besser hat es sich angefühlt. Das macht mich glücklich."

Talentiertes Team

Sportlich ergibt die Wahl sicherlich auch Sinn. Mit Kyrie Irving, Dion Waiters, Tristan Thompson (sollten alle bleiben) findet James in Cleveland ein talentiertes Team vor. Sie alle erwähnt er - anders als Nummer-1-Draft-Pick Andrew Wiggins - explizit in seiner Stellungnahme.

Er selbst sieht sich dabei als "alten Kopf" ("old head") der Mannschaft. Trotzdem könne er keine Meisterschaft versprechen, stellt er klar.

"Das wäre zu früh. Natürlich, ich will immer gewinnen, aber ich bin auch realistisch. Es wird ein langer Prozess, sehr viel länger als 2010."

Heat-Trio gesprengt

Nach seinem Wechsel zu den Miami Heat 2010 brauchte James zusammen mit den Stars Dwyane Wade und Chris Bosh zwei Anläufe, um erstmals in seiner Karriere den Titel zu holen.

2013 wiederholte er das, bevor die Heat in diesem Jahr im Finale an den San Antonio Spurs scheiterten.

Zuletzt hatte sich angedeutet, dass James damit seine Zeit in Miami als beendet ansieht. Auch seine Teamkollegen, zum Beispiel Bosh, schauten sich bereits anderswo um.

Transfermarkt umkämpft

Der Wechsel beeinflusst die Transferlandschaft der NBA ungemein. Schließlich hatten sich zahlreiche Teams, unter anderem auch Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks, Hoffnungen auf eine Verpflichtung des Superstars gemacht.

Jetzt wird an vielen Orten viel Geld für andere Kandidaten frei. Das Wettbieten kann weitergehen.

Spieler wie Carmelo Anthony oder Bosh warten auf hochkarätige Angebote. Auch neue Trade-Gerüchte um Kevin Love gab es sofort wieder.

Mythos wächst

LeBron James hat indes weiter an seinem Mythos gearbeitet.

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Vergessen ist der Schmähbrief, den Cavs-Klubbesitzer Dan Gilbert nach seinem Weggang 2010 noch wutentbrannt geschrieben und in dem er James als "Feigling" bezeichnet hatte.

"Ich habe mich mit Dan getroffen, von Angesicht zu Angesicht, von Mann zu Mann", schreibt James in seiner Erklärung: "Wir haben uns ausgesprochen. Jeder macht Fehler. Auch ich habe Fehler gemacht."

Jetzt kehrt er als verlorener Sohn zurück. Die Amerikaner lieben solche Geschichten.

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