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Daniel Theis, Dennis Schröder und Elias Harris (v.l.) stoßen nach der Summer League zum Nationalteam © getty

Dennis Schröder glänzt in der Summer League und erhält Lob der Hawks. Daniel Theis begeistert einen Star der Wizards. Zeugnisse.

Von Eric Böhm

München - Das deutsche Sextett hat sich in der NBA Summer League gut verkauft.

Zwar wird in der kommenden Saison wohl nur Dennis Schröder in der besten Liga der Welt auflaufen, dennoch untermauerten die Auftritte den Aufwärtstrend im deutschen Basketball.

Vor allem der junge Forward Daniel Theis dürfte ich ins Notizbuch einiger Scouts gespielt haben.

Der immer noch erst 20-Jährige Schröder wies eine Weiterentwicklung im Vergleich zu 2013 nach. Nicht nur der starke verbesserte Wurf zeigte, dass die Hawks ihren Rohdiamant schon deutlich geschliffen haben.

"Sein Wurf und seine Entscheidungen mit dem Ball haben sich verbessert. Außerdem hat er einige Kilos Muskelmasse zugelegt und ist robuster geworden", lobt Manager Danny Ferry.

Trotz aller Kritik und Argwohn hatten aber auch Danilo Barthel, Tim Ohlbrecht, Niels Giffey und Elias Harris ihre Momente in Orlando oder Las Vegas.

SPORT1 stellt den deutschen Hoffnungsträgern ein Zeugnis aus.

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Dennis Schröder (Atlanta Hawks; 6 Spiele; 15,7 Punkte; 3,8 Assists)

Der einzige Deutsche mit einer garantierten NBA-Zukunft hat seinen Worten Taten folgen lassen.

Im SPORT1-Interview nach der wenig spektakulären Rookie-Saison hatte Schröder gesagt, er wolle in der nächsten Saison "voll durchstarten".

Auch wenn es sich nicht noch nicht in der Quote niederschlug, war seine gesamte Wurfbewegung deutlich ausbalancierter und stabiler.

Auch die Übersicht und das verbesserte Finish in Korbnähe machten ihn zum Team-MVP in Las Vegas. Trotzdem hat er in diesen Bereichen noch große Reserven. 27 Ballverluste in sechs Spielen sind zu viel.

Die Dynamik und Arbeit in der Verteidigung hat das große Talent weiter verbessert. Das Highlight waren die 30 Punkte gegen das Auswahlteam der D-League.

SPORT1-Note: 1-

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Daniel Theis (Washington Wizards; 5 Spiele; 6,6 Punkte; 6,0 Rebounds)

Der 22-Jährige gehörte zu den von Nationaltrainer Emir Mutapcic für die Teilnahme kritisierten Akteuren, aber der beste Nachwuchsspieler der Beko BBL hat Augen geöffnet.

Mit seinem Monsterblock gegen Miami versetzte er sogar Wizards-Star Bradley Beal ins Staunen. Tatsächlich zeigte Theis, dass er sich athletisch auch vor NBA-Jungs nicht verstecken muss. Noch etwas mehr Aggressivität würde ihm guttun.

Ein Double-Double, insgesamt neun Blocks und zehn Offensiv-Rebounds bei im Schnitt nur 17 Minuten Einsatzzeit können sich sehen lassen. Er wird in Bamberg unter Beobachtung stehen.

SPORT1-Note: 2+

Elias Harris (Phoenix Suns; 5 Spiele; 10,6 Punkte; 4,4 Rebounds)

Sein zweiter Auftritt in der Summer League nach 2013 hatte viel Licht und ein wenig Schatten zu bieten. Der 25-Jährige ist eben ein Mittelding aus Small und Power Forward.

Gegen größere Gegenspieler tut sich Harris schwer. Die Dreierquote von 40 Prozent, seine flüssigen Bewegungen als Blocksteller und drei Spiele mit mindestens 14 Zählern waren sehr gut (904837DIASHOW: Der NBA-Transfermarkt).

Nur 13 Defensiv-Rebounds und die bescheidene Freiwurf-Quote (63,6 Prozent) sprechen gegen den immer einsatzfreudigen Bamberger. Eine echte NBA-Zukunft hat er so nicht.

SPORT1-Note: 2-

Tim Ohlbrecht (Detroit Pistons/Denver Nuggets; 7 Spiele; 4,8 Punkte; 4,0 Rebounds)

Der 25-Jährige arbeitet weiter unermüdlich an seinem NBA-Traum. An Einsatz ist der zweimalige D-League-Meister ein Vorbild für jeden Mitspieler oder Kontrahenten.

Trotzdem ist der Center einfach spielerisch zu limitiert und fordert in der Zone den Ball zu selten. Aus relativ viel Spielzeit für die Pistons macht er zu wenig. Die beiden Poster-Dunkings gegen ihn bestimmten die Highlight-Shows.

SPORT1-Note: 3-

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Danilo Barthel (Miami Heat; 11 Spiele; 4,8 Punkte; 3,2 Rebounds)

Der Dauerbrenner des deutschen Sextettes. Gleich elfmal durfte der aktuelle "Most Improved Player" der Beko BBL für Ex-Meister Miami Heat in Orlando und Las Vegas ran.

Obwohl ihn Dirk Nowitzki nicht kennt, rechtfertigte der 22-Jährige seine etwas überraschende Einladung mit soliden Leistungen und arbeitete sich sogar in die Startformation.

Manchmal war Barthel zu wurffreudig, statt zum Brett zu gehen, außerdem hatte er in der Verteidigung einige Probleme. Die Erfahrung wird ihm in Deutschland und im Nationalteam helfen.

SPORT1-Note: 3

Niels Giffey (Memphis Grizzlies/Utah Jazz; 5 Spiele; 3,4 Punkte; 1,8 Rebounds)

Der College-Meister kam zunächst in Orlando überhaupt nicht zum Zug, für Utah lief es dann in Vegas kaum besser.

Der eigentlich so gute Schütze fand nie einen Rhythmus von draußen - nur 16,7 Prozent seiner Dreier waren drin. Im Schnitt zwölf Minuten waren aber auch zu wenig, um sich wirklich zu zeigen.

Nationalcoach Mutapcic holte nicht einmal in den Kader für die EM-Quali. Giffey muss sich über ALBA Berlin - auch in der Turkish Airlines Euroleague - für höhere Aufgaben empfehlen.

SPORT1-Note: 4

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