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Jason Terry erzielte in der Regular Season 19,6 Punkte von der Bank © getty

Für die Dallas Mavericks ist das Erstrundenduell mit den San Antonio Spurs ein Traumlos. Dennoch zeigen sie großen Respekt.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Dallas Mavericks und San Antonio Spurs mögen sich nicht besonders.

Und das nicht erst seit Mark Cubans abwertenden Äußerungen über die Spurs-Fans ("Das sind die widerlichsten der ganzen NBA") oder Tim Duncan ("Heulsuse").

Dennoch atmen beide texanischen Klubs auf, nachdem das dritte Aufeinandertreffen in den Playoffs seit 2001 feststeht.

Jason Terry strahlte, als er die Worte nach dem Sieg über die Houston Rockets ("Quantensprung" auf Platz sechs) beim letzten Saisonspiel sagte. "Jetzt geht es wieder zum River Walk."

Ein besonderes Duell

Die Freude dürfte auch darauf zurückzuführen sein, dass sie als Sechster der Western Conference nicht nur den Los Angeles Lakers, sondern auch den Denver Nuggets aus dem Weg gehen.

Man kenne sich eben, meint Trainer Mavericks-Trainer Rick Carlisle, und habe viel Respekt voreinander.

Sein Gegenüber Gregg Popovich schließt sich Carlisle an. "Das ist immer ein besonderes Duell gegen Dallas. Ich freue mich schon darauf", sagt der viermalige Meistertrainer.

Beide Teams prägten in den letzten Jahren die Western Conference, haben bereits große Erfolge über den anderen gefeiert.

Spiel 7 war ein Sprungbrett

Die Mavericks hatten sich beim letzten Duell 2006 im Western Conference Halbfinale in sieben Spielen durchgesetzt, um anschließend in die Finals einzuziehen und dort gegen die Miami Heat mit 2:4 zu verlieren.

"Der Sieg über die Spurs war unser Sprungbrett. Dadurch sammelten wir sehr viel Selbstvertrauen und wussten, dass wir gegen eine solche Powermannschaft - und das waren und sind sie immer noch - auch bestehen können", erinnert sich Jason Terry.

Kidd: Spurs wissen, wie man gewinnt

Trotz des "Traumloses" San Antonio werden die Spieler in Dallas nicht übermütig. Zuviel Respekt flößen die vier Meistertitel 1999, 2003. 2005 und 2007 den Mavericks ein.

"Wir sprechen hier über ein Team, das weiß, wie man gewinnt", sagt Jason Kidd. Der 36 Jahre alte Point Guard hat es am eigenen Leib erfahren.

2003 schaffte er mit den New Jersey Nets den Sprung in die Finals gegen San Antonio und zog anschließend mit 2:4 den Kürzeren.

Neben Trainer Popovich bildeten bereits Tim Duncan, Tony Parker und Manu Ginobili das Grundgerüst der Spurs.

Parker ist ein MVP-Kandidat

Zwar fehlt den Spurs beim erneuten Aufeinandertreffen Ginobili aufgrund einer Fußverletzung, aber besonders vor Aufbauspieler Parker haben die Mavericks großen Respekt.

"Er ist der beste Point Guard der Liga, der im MVP-Rennen nicht genannt wird", weiß Terry. In den vier Saisonspielen gegeneinander, von denen beide jeweils zwei gewannen, erzielte Parker im Schnitt 31,2 Punkte bei einer Trefferquote von 51,5 Prozent. Zudem gab er noch 7,2 Vorlagen.

"Der Junge ist definitiv ein MVP-Kandidat", lobt Terry den Gegner. "Seit er in der NBA ist, habe ich ihn noch nie auf so einem hohen Level spielen sehen wie in diesem Jahr."

Carlisle erinnert sich ungern zurück

Die Mavs werden sich mit Grauen an jenes Spiel Ende Februar (Dallas lässt einmalige Chance aus) zurückerinnern, als Parker in den 37 Minuten, in denen er auf dem Parkett stand, für 66 Punkte der Spurs verantwortlich war.

37 Zähler erzielte er selbst, seine zwölf Assists brachte San Antonio 29 weitere Punkte ein, während die komplette Dallas-Mannschaft in dieser Zeit nur auf 54 Zähler kam.

Zudem fehlten bei jener Partie noch Duncan und Ginobili verletzungsbedingt.

"Ich kann mich nur schütteln, wenn ich mir ausmale, was passiert wäre, wenn auch noch Duncan und Ginobili gespielt hätten", sagte Carlisle damals.

Dallas nicht zu stoppen?

Dennoch sind die Mavericks guter Dinge, dass ihnen eine solche Demütigung in den Playoffs erspart bleibt. Und auch die beiden Erstrunden-Aus in den letzten beiden Jahren sind vergessen.

"Dieses Jahr sind wir wieder da", strotzt Terry nur so vor Selbstvertrauen. "Ich habe es im Gefühl, dass wir weit kommen. Ich fühle es, die Jungs fühlen es und unsere Fans fühlen es auch."

Zwar will Terry kein "Versprechen abgeben", doch dass sie die erste Runde überstehen, ist sich der Guard sicher. "Wenn wir so spielen wie zuletzt, sind wir kaum zu stoppen. Dann stellt sich nicht die Frage, ob wir die erste Runde überstehen, sondern wie weit wir es schaffen werden."

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