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Die Entscheidung: Andre Iguodala trifft zum 100:98 für die Philadelphia 76ers © getty

Sowohl die Orlando Magic als auch die Miami Heat kassieren zum Auftakt der Best-of-Seven-Serie eine Niederlage.

Von Rainer Nachtwey

München/Orlando ? Die Erwartungen waren hoch in Florida.

Mit den Orlando Magic stellte der Sonnenstaat das viertbeste Team der Liga und die Miami Heat waren allein wegen Dwyane Wade gegen die Atlanta Hawks zu favorisieren.

Doch bereits in Spiel eins erhielten die Hoffnungen der Fans beider Mannschaften einen herben Dämpfer.

Während die Heat in Atlanta eine 64:90-Abreibung verpasst bekamen, schockte Andre Iguodala die Magic mit einem verwandelten Wurf 2,2 Sekunden vor Ende der Partie zum 100:98-Sieg der Gäste aus Philadelphia (94762Bilder) und brachte seine Mannschaft in der Best-of-Seven-Serie mit 1:0 in Führung. (NBA-Playoffs 2009: Alle Paarungen auf einen Blick)

"Das ist schon mal ein Spiel mehr als uns so manch einer zugetraut hat", sagte der Matchwinner mit einem Augenzwinkern.

Orlando Magic - Philadelphia 76ers 98:100

Dabei deutete Ende des dritten Viertels nichts auf eine Niederlage Orlandos hin. Mit 18 Punkten lagen die favorisierten Magic in Front und Dwight Howard dominierte unter dem Brett nach Belieben.

Mit einer Karriere-Bestmarke in den Playoffs von 31 Zählern und 16 Rebounds unterstrich "Superman" seine bestechende Form. (Statistik: Die Tagesbesten)

Foul leitet Niederlage ein

Doch ein Foul von Samuel Dalembert an Howard leitete die Niederlage ein. Philadelphias Center traf Howard unglücklich mit der Hand in beiden Augen und der Starspieler der Magic musste sich 72 Sekunden vor Ende des dritten Viertels in der Kabine kurzzeitig behandeln lassen, nachdem er zuvor noch beide Freiwürfe verwandelt hatte.

Innerhalb der nächsten Minuten schmolz der Vorsprung Orlandos drastisch und 5:56 Minuten vor Ende der Partie brachte Lou Williams die Sixers durch ein Drei-Punkt-Spiel auf zwei Zähler heran.

Zu wenig Aufwand in der Defensive

"Ich war von unserer Verteidigungsarbeit negativ überrascht. Wir haben keinen Einsatz und keine Konzentration gezeigt", echauffierte sich Magic Trainer Stan Van Gundy.

Vor allem der Offensiv-Rebound von Theo Ratliff 38 Sekunden vor Schluss dürfte dem Coach missfallen haben, denn keine vier Sekunden später sorgte Donyell Marshall mit seinem Dreier für den 98:98-Ausgleich.

Im darauffolgenden Angriff setzte Rashard Lewis seinen Wurf daneben und Iguodala nutzte anschließend mit seinem Jumper aus rund sechseinhalb Metern über Hedo Türkoglu hinweg die Chance zum Auswärtserfolg.

"Eine Niederlage bringt dich nicht um"

"Sie haben uns unseres Heimvorteils beraubt", gab sich Lewis enttäuscht, blieb aber dennoch angriffslustig: "Das war nur ein Spiel. Das ist nicht das NCAA-Turnier, wo man nach einem Spiel draußen ist. Das sind die Playoffs, eine Niederlage bringt dich nicht um."

Und dass der Auftakterfolg keine Garantie für den Seriensieg ist, wissen die 76ers nur zu gut. Letzte Saison gewannen sie in Detroit die erste Partie, nur um anschließend mit 2:4 die Serie zu verlieren.

Atlanta Hawks - Miami Heat 90:64

Die Vorentscheidung zur Niederlage der Heat war bereits nach dem zweiten Viertel gefallen. Mit 39:59 lag die Mannschaft von Coach Erik Spoelstra im Hintertreffen.

"Wenn man so viele Würfe wie wir daneben setzt, dann kann einem das Spiel schnell aus der Hand gleiten", gab sich Wade nach der deutlichen Niederlage in Georgia enttäuscht.

Zu viele Ballverluste

Der Superstar der Gäste blieb mit 19 Punkten weit hinter den Erwartungen und seinem Saisonschnitt von 30,2 Zählern zurück, zumal er im dritten Viertel nur drei Würfe nahm.

"Ich werde kritisiert, wenn ich zu viele Würfe nehme und ich werde kritisiert, wenn ich zu wenige nehme", sagte Wade und analysierte: "Wir haben uns viel zu viele Ballverluste geleistet und ich hatte einige davon."

Smith spielt auf einem höheren Level

Die Hawks waren von ihrer Dominanz überrascht. "Ich wusste, dass meine Jungs auf dieses Spiel fixiert in die Begegnungen gegangen sind, aber dass das dabei herausspringt, hätte ich nie erwartet", gab sich selbst Atlantas Coach Mike Woodson überrascht.

Bester Werfer der Gastgeber war Josh Smith. Der Power Forward verzückte das Publikum mit mehreren krachenden Dunks und kam am Ende auf 23 Punkte.

"Smith hat jede Menge Fastbreaks mit Dunks abgeschlossen und das hat die Halle damit zum Kochen gebracht", sagte Wade. Smiths Teamkollege Al Horford war voll des Lobes: "Josh hat sein Spiel heute auf ein anderes Level gehievt."

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