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Deron Williams (l.) war mit 16 Punkten zweitbester Scorer der Jazz © getty

Los Angeles und Denver werden ihrer Favoritenstellung im ersten Playoffspiel gerecht. Die Hornets nehmen die Niederlage mit Galgenhumor.

Von Rainer Nachtwey

München/Los Angeles - Für die Utah Jazz dürften die Playoffs bereits jetzt beendet sein.

Denn nach der 100:113-Niederlage bei den Los Angeles Lakers besteht für die Mannschaft von Coach Jerry Sloan kaum noch Hoffnung auf das Erreichen der zweiten Runde.

Grund hierfür ist nicht nur der klare Sieg der Kalifornier, der das Ergebnis weitaus weniger deutlich wiedergegeben wird, sondern die Statistik.

Lakers-Coach Phil Jackson gewann 41 Mal mit seinen Mannschaften Chicago Bulls und Los Angeles Lakers das Auftaktspiel einer Best-of-Seven-Serie, 41 Mal zog er anschließend auch in die nächste Runde ein.

Hornets verliert in Denver

Demnach sollte der Coach mit seiner Mannschaft zufrieden sein, doch der Meistertrainer wetterte anschließend: "Für einen Trainer war das absolut kein Leckerbissen." (94762Bilder)

Auch New Orleans' Coach Byron Scott dürfte der Auftritt seiner Mannschaft bei den Denver Nuggets alles andere als geschmeckt haben. Sie verlor mit 84:113.

Das Roundup zur Western Conference:

Los Angeles Lakers - Utah Jazz 113:100

"Sie haben immer wieder an die Tür geklopft, aber wir haben sie nicht hereingelassen", stellte Kobe Bryant nach der Partie den passenden Vergleich an.

Jedes Mal, wenn Utah zu den Lakers aufschloss, rückte der Superstar mit seinem Team die Verhältnisse wieder zurecht.

Zweimal verkürzten die Jazz in der zweiten Hälfte durch einen Kraftakt den Abstand auf neun Zähler, beides Mal zogen die Gastgeber mit einer Leichtigkeit wieder davon.

"Wir waren immer einen Schritt zu langsam. Sie haben uns mit einem Tritt in den Hintern aus der Halle geworfen", fasste Utahs Trainer Jerry Sloan das erste Spiel der Best-of-Seven-Serie zusammen. (NBA-Playoffs 2009: Alle Paarungen auf einen Blick)

Kein Chance in der ersten Hälfte

Die Voraussetzungen für das Muskelspiel setzte der heißeste Finals-Favorit aus dem Westen in der ersten Hälfte. Nachdem Utah mit 6:2 ein guter Start in die Partie gelungen war, legten die Lakers in den nächsten zwölf Minuten einen furiosen Zwischenspurt hin und schraubten den Abstand bis Mitte des zweiten Viertels auf 39:23 hoch.

Zwar verkürzten die Gäste aus Salt Lake City zwischenzeitlich noch auf 32:42, ein 20:8-Lauf stellte den deutliche 62:40-Halbzeitstand her.

"Wir haben 62 Punkte in der ersten Hälfte zugelassen, da ist es ziemlich aussichtslos, noch gegen so ein Team zu gewinnen", sagte Sloan.

Jazz sind zu weich

Der Coach vermisste vor allem die Unterstützung unter dem Brett. Zwar war Power Forward Carlos Boozer mit 27 Punkten und neun Rebounds bester Werfer der Jazz, dennoch fehlte Utah der verletzte Center Mehmet Okur an allen Ecken und Enden.

Pau Gasol, der von Fouls geplagte Andrew Bynum und Lamar Odom bestimmten mit insgesamt 40 Punkten und 20 Rebounds das Geschehen unter dem Korb.

"Wir haben zu weich gespielt. Wir sind ein zu weiches Team", stellte Sloan fest. "Das ist anscheinend mein Fehler. Anscheinend muss ich härter zu ihnen sein."

Denver Nuggets - New Orleans Hornets 113:84

Einen ähnlich deutlichen Sieg wie die Lakers verbuchten die Denver Nuggets.

Allerdings profitierten die Gastgeber von der schwachen Trefferquote der Gäste und nutzten diese zu einem 21:0-Lauf zwischen dem dritten und vierten Viertel, wodurch die Nuggets ihren Vorsprung auf 97:69 ausbauten.

Billups spielt überragend

Überragend hierbei waren Point Guard Chauncey Billups und Bankspieler J.R. Smith. Billups traf vier seiner insgesamt acht Dreier im dritten Viertel und Smith erzielte die ersten zehn Punkte des letzten Spielabschnitts.

"Bei mir lief es einfach. Das war einer solcher Abende, die man nur sehr selten erlebt", sagte Billups, der insgesamt auf 36 Punkte und acht Assists kam. (Statistik: Die Tagesbesten)

"Was Chauncey heute aufs Parkett gezaubert hat, war keine Überraschung", zollte Gegner James Posey Respekt.

Hornets bekommt Höhenluft nicht

Bei den Hornets lief hingegen kaum etwas zusammen. Vor allem die Höhenluft in der "Mile High City" schien New Orleans' Trefferquote nicht zu bekommen. Insgesamt trafen die Hornets nur 37 Prozent ihrer Würfe.

Die Starspieler David West (12 Punkte, 6 Rebounds) und Chris Paul (21 Punkte, 11 Assists) glänzten hierbei mit Quoten von 4 von 16 bzw. 7 von 19.

"Das beste an dem heutigen Abend ist, dass wir mit 29 Punkten verloren haben, aber es dennoch nur 0:1 steht", nahm es Paul mit Galgenhumor.

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