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Erick Dampier erzielte in der Regular Season 5,7 Punkte und 7,1 Rebounds pro Partie © getty

Die Dallas Mavericks sind vor dem zweiten Spiel der Best-of-Seven-Serie in San Antonio gewarnt. Parker brennt auf Widergutmachung.

Von Rainer Nachtwey

München/San Antonio - Dirk Nowitzki und Jason Terry hat man selten so entspannt gesehen - zumindest nicht, wenn sie im Spiel zuvor nur 19 bzw. 12 Punkte erzielt hatten.

Doch nach dem 105:96-Sieg im ersten Spiel (Dallas schockt die Spurs) der Best-of-Seven-Serie gegen die San Antonio Spurs war dies der Fall. (94762Bilder)

Der Würzburger gab sich nach dem Training vor dem zweiten Spiel der ersten Playoffrunde (Di., 3.30 Uhr in den LIVESCORES) sehr locker und scherzte mit den Journalisten. (Statistik: Der Sport1.de-Nowitzki-Watch)

"Jet und ich waren ganz gute Köder", sagte Nowitzki mit einem Augenzwinkern und bezog sich dabei auf die geringe Punkteausbeute des Duos.

Bankspieler nutzen Spurs-Fehler

Denn während sich die Verteidigung der Spurs auf die Verteidigung der beiden Hauptscorer der Mavs konzentrierte, nutzten die Bankspieler - insbesondere J.J. Barea und Brandon Bass - die Freiheiten zum Punkten.

"Man kann Barea im letzten Viertel nicht fünf, sechs Mal die Linie entlang spazieren lassen und glauben, der nutzt diese Chancen nicht aus", sagt Nowitzki und schickte eine Kampfansage gleich hinterher: "Wir werden den Vorteil, den wir gerade erst erspielt haben, sicher nicht so schnell wieder hergeben wollen."

Mavericks sind gewarnt

Dennoch gehen die Mavericks nicht überheblich in die zweite Begegnung im AT, in dem sie drei der letzten vier Playoffspiele gewannen.

"Wir haben noch nichts erreicht", warnt Erick Dampier.

Und auch der gelobte Barea wollte nichts von überschwänglichen Jubelarien wissen. "Wir müssen einen klaren Kopf behalten, schließlich brauchen wir noch drei Siege zum Weiterkommen." (NBA-Playoffs 2009: Alle Paarungen auf einen Blick)

Und Josh Howard, mit 25 Punkten bester Werfer in Spiel eins bei den Mavs, erinnert an San Antonios Erfolge aus den letzten zehn Jahren.

"Es gibt einen Grund, warum vier Championship-Banner unter ihrem Hallendach hängen. Sie haben ein Team vom Kaliber einer Meistermannschaft. Wir können nicht erwarten, erst über sie hinwegzufegen und anschließend die Beine hochlegen zu können."

Popovich hat "myriadenfache" Erfahrung

Deshalb erwarten die Gäste im zweiten Aufeinandertreffen ein erneut heißes texanisches Derby. (NEWS: Kidd ist fit fürs zweite Spiel)

"Wir wissen was Sache ist. Die Spurs werden darauf brennen, die Scharte auszuwetzen", sagt Coach Carlisle und weist auf den Erfahrungsschatz seines Gegenübers Gregg Popovich hin.

"Pops ist ein Genie. Er hat solche Phasen schon eine Myriade Mal durchgemacht. Er wird etwas aus dem Hut zaubern."

Taktikwechsel bei den Spurs

Dies deutet auch Popovich selbst an. "Wir werden an unserer Taktik etwas verändern", verrät der Spurs-Trainer: "Wenn man verliert, verändert man immer etwas an der Taktik. Aber das mache ich auch bei Siegen."

Dennoch ist Popovich von seiner Taktik aus Spiel eins überzeugt. "Wir wollten nicht, dass Dirk und Jason uns schlagen. Das haben wir geschafft", meint der viermalige Champion. "Dafür haben uns die anderen besiegt. Diesen Fehler werden wir nicht noch einmal machen."

Last liegt auf Parkers Schultern

Im Angriff hofft er, dass Aufbauspieler Tony Parker zu seiner Form aus der Regular Season zurückfindet, als der Dallas in vier Begegnungen im Schnitt 31 Punkte und sieben Assists einschenkte.

Zwar war Parker mit 24 Punkten San Antonios zweitbester Scorer, traf in der zweiten Hälfte aber nur zwei Würfe aus dem Feld.

Parker selbst ist überzeugt, dass es in Spiel zwei wieder aufwärtsgeht. "Keine Ahnung warum wir immer wieder mit den ersten Spielen einer Serie Probleme haben", gab sich der Franzose etwas ratlos. "Wir verfallen nicht in Panik. Wir werden das Spiel genau analysieren und am Montag stärker auftreten."

Nachdem Manu Ginobili die kompletten Playoffs fehlt und der angeschlagene Tim Duncan laut Parker derzeit "nur mit einem Bein spielt", weiß er, dass die Hauptlast auf seinen Schultern ruht.

Großes Lob für Dampier

Trotz des lädierten Knies ließ Popovich Duncan 37 Minuten auf dem Feld und suchte immer wieder das Eins-gegen-Eins seines Starspielers gegen Mavs-Center Dampier.

Geht es nach Dallas' Coach Rick Carlisle, war dies ein Fehler.

Denn der Trainer war von der Leistung seines Centers angetan. "Damp hat keinen glamourösen Job bei uns. Seine Aufgabe ist es, zu verteidigen und zu rebounden. Und das hat er sehr gut gemacht."

Starke Verteidigung gegen Duncan

In 39 Minuten - solange stand Dampier diese Saison noch nie auf dem Spielfeld - erledigte er diesen Job zu Carlisles vollster Zufriedenheit. Zwar erzielte Duncan 27 Zähler und war damit Topscorer der Begegnung, aber der zweimalige MVP benötigte für die Punkteausbeute 24 Versuche.

Vor allem in der zweiten Hälfte verteidigte Dampier laut Carlisle herausragend. In den zweiten 24 Minuten reduzierte er die Punkteausbeute der Spurs in der Zone von 26 auf acht Zähler.

Zudem gelang es ihm sogar, in der Offensive mit zehn Punkten Akzente zu setzen. Dreimal ging er einem Fehlwurf der Mavericks nach und sorgte mit drei Tip-ins für sechs leichte Punkte.

"Wenn unter dem Korb für uns etwas Positives herausspringt, hat Damp meist seine Finger im Spiel", sagt Carlisle und führt weiter aus: "Er weiß, dass er in der Offensive nicht besonders viele Anspiele erhält. Wir fordern das von ihm auch gar nicht, ich fordere die schmutzige Arbeit ein."

"Mir ist egal, was andere denken"

Für die ist sich der mittlerweile 33-Jährige nicht zu schade.

Auch wenn er weiß, dass diese Arbeit von den Zuschauern nicht allzu oft gewürdigt wird. "Mir ist es egal, was Fans und Medien denken. Ich weiß, dass ich in der Lage bin, dem Team zu helfen und es weiterzubringen."

Der nächste Schritt wäre die zweite Runde.

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