vergrößernverkleinern
Ben Gordon (r.) und Ray Allen (l.) waren die dominierenden Spieler der zweiten Partie © getty

Ben Gordon liefert in Boston das beste Playoffspiel seiner Karriere ab. Trotzdem verlieren seine Bulls, und er zieht eine Parallele zu MJ.

Von Rainer Nachtwey

München/Boston - Vor 23 Jahren lieferte Michael Jordan eines der besten Playoffspiele seiner Karriere ab, doch sein Team, die Chicago Bulls, verloren nach doppelter Overtime bei den Boston Celtics mit 131:135.

Exakt 23 Jahre später spielte Ben Gordon die Playoffpartie seiner Karriere, doch sein Team, die Chicago Bulls, verlieren bei den Boston Celtics.

Eher unfreiwillig zog Gordon letztere Parallele zum besten Basketballer aller Zeiten, als er mit seiner Mannschaft im zweiten Playoffspiel der Best-of-Seven-Serie mit 115:118 im TD Banknorth Garden zu Boston den Kürzeren zog.

Mit 42 Punkten, davon 25 in der zweiten Hälfte, stellte der Shooting Guard eine persönliche Playoffbestmarke auf.

Allen versenkt entscheidenden Dreier

Dass es nicht zum Sieg reichte, lag allen voran an Ray Allen. Bostons Shooting Guard erzielte nicht nur 30 Punkte, davon 28 in der zweiten Hälfte, sondern traf auch den entscheidenden Dreier zwei Sekunden vor Schluss. (NBA-Playoffs 2009: Alle Paarungen auf einen Blick)

"Doc sagte mir in der Halbzeit: 'Sei aggressiv, aber lass das Spiel auch auf dich zukommen'", sagte Allen.

"Ich glaube nie, dass ich Probleme habe, den Rhythmus zu finden. Als Schütze von Außen ist es nun mal schwer. Du wartest jedes Mal darauf, das bestimmte Etwas zu finden", verriet Allen.

Privatduell zwischen Allen und Gordon

Der zweite Durchgang verkam zum "Privatduell" der beiden ehemaligen Spieler der University of Connecticut wie Bostons Trainer Doc Rivers es ausdrückte. "Manchmal hatte ich das Gefühl, als würde es nur darum gehen, wer der besser UConn-Spieler ist", sagte Rivers.

Neben Allen trumpften Glen Davis und Rajon Rondo auf. "Big Baby" Davis erzielte mit 26 Zählern die höchste Punkteausbeute seiner Karriere und Rondo gelang mit 19 Punkten, 16 Assists und 12 Rebounds ein Triple Double.

Del Negro ist angefressen

Zudem räumten die Celtics unter dem Korb ab. Ihre 21 Offensiv-Rebounds gegenüber acht der Bulls, nutzte Boston zu 30 sogenannten "Zweite-Chance-Punkten", 20 mehr als die Bulls.

"Was will man erwarten: Sie hatten 21 Offensiv-Rebounds", zeigte sich Chicagos Coach Vinny Del Negro enttäuscht.

"Wie soll man denn ein Spiel gewinnen, vor allem noch ein Playoffspiel, wenn man so viele Offensiv-Rebounds zulässt", regte sich Del Negro auf.

Im Widerspruch zu der schlechten Reboundarbeit standen die 14 geblockten Würfe, mit denen die Gäste einen Klubrekord für Playoffspiele aufstellten. (Statistik: Die Tagesbesten)

Foulprobleme bei den Point Guards

Zudem stellte sich die frühe Foulbelastung von Derrick Rose und Kirk Hinrich bei Chicago als Problem heraus.

Rose, der im Auftaktspiel (Fehlstart für den Meister) mit 36 Zählern und 11 Assists geglänzt hatte, blieb im ersten Abschnitt bei fünf Einsatzminuten ohne Punkt. Insgesamt kam der Rookie bei 34 Minuten auf 10 Zähler.

In der Nacht auf Freitag (2 Uhr LIVESCORES) hat Rose im ersten Heimspiel wieder die Möglichkeit, sein wahres Können zu zeigen.

Trotz der knappen Niederlage sind die Bulls bester Dinge - vor allem Gordon: "Wir haben hier gegen den amtierenden Champion ein Spiel gewonnen, das hatte uns kaum jemand zugetraut."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel