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Legendärer Finger: Dikembe Mutombo bei seiner typischen Geste nach einem Block © getty

Nach 18 Saisons voller Blocks und Rebounds ergibt sich Defensivkünstler Dikembe Mutombo seiner Knieverletzung.

München - Das Wort Superstar war Dikembe Mutombo bisher fremd.

Doch spätestens seit Freitag wird der mit 42 Jahren älteste Spieler der US-Basketball-Liga NBA in einem Atemzug mit Ikonen wie Michael Jordan oder Larry Bird genannt.

Im Rahmen einer Abschiedszeremonie nahm Mutombo Abschied von der großen NBA-Bühne.

Der im Kongo geborene Center der Houston Rockets musste seine Karriere wegen einer Verletzung am linken Knie beenden, die er sich in Playoff-Spiel zwei gegen die Portland Trail Blazers zugezogen hatte. (NBA-Playoffs 2009: Alle Paarungen auf einen Blick)

Nur einer blockte öfter

Mutombo bleibt den Fans nicht nur wegen seiner unterhaltsamen Spielweise auf dem Spielfeld in Erinnerung.

Am Freitag erhielt er zum zweiten Mal den J. Walker Kennedy Award der US-Sportjournalisten, die ihn damit für seine gemeinnützigen Verdienste auszeichneten.

"Das ist ein großer Tag heute. Trotz der Sache mit meinem Knie bin ich glücklich", zeigte sich Mutombo gerührt.

1196 Mal stand der 2,17 Meter große Hüne seit 1991 unter den Körben seinen Mann, blockte dabei 3289 Würfe (Platz zwei in der ewigen Bestenliste hinter Hakeem Olajuwon) und brachte es auf durchschnittlich 9,8 Punkte pro Spiel. (Statistik: Die Tagesbesten)

Legendäre Geste

Legendär wurde sein nach einem erfolgreichen Block in Richtung Gegenspieler gefuchtelter Zeigefinger und dem dazugehörigen Spruch "Not in my house!", was die NBA sogar zu einer Regeländerung veranlasste.

Nachdem die Aktion wegen potenzieller Beleidigung des Gegners zu einem "persönlichen Foul" erklärt wurde, wandte sich Mutombo anschließend einfach in Richtung des Publikums und ließ dort weiter seine Finger kreisen.

Gegenspieler ins Krankenhaus

Auf dem Feld war Mutombo vor allem als Austeiler bekannt, obwohl er sich gern als Unschuldslamm gab.

Im Kampf Mann gegen Mann nahm er dabei auf große Namen keine Rücksicht. Jordan, Dennis Rodman, LeBron James oder sein aktueller Mannschaftskamerad Tracy McGrady suchten nach Auseinandersetzungen mit dem achtmaligen Allstar Arztpraxen auf.

McGrady gab jetzt mit einem Schuss Ironie Einsicht in die Gedankengänge Mutombos: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Dikembe glaubt, nie in seinem Leben ein Foul begangen zu haben. Nicht im College, nicht in der regulären Saison und nicht in den Playoffs."

Krankenhaus in Kinshasa

Der NBA-Titel blieb Houstons Nummer 55 verwehrt, doch sein Herzenswunsch wurde Dikembe Mutombo Mpolondo Mukamba Jean-Jacque Wamutombo schon im Jahre 2006 erfüllt.

Nach fast zehnjähriger Planung und zwischenzeitlicher finanzieller Probleme öffneten die Tore eines von ihm initierten Kinderhospital nahe seiner Heimatstadt Kinshasa, das als eines der modernsten Krankenhäuser im Kongo gilt.

Von den 29 Millionen Dollar Baukosten steuerte Mutombo 19 Millionen aus eigener Tasche dazu. Eine von ihm ins Leben gerufene Stiftung soll in den kommenden Jahren die Unterhaltskosten aufbringen.

Nebenbei wird Mutombo, der neun Sprachen spricht, weiter als UNO-Botschafter arbeiten.

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