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Ist mit 2,29 m der größte aktive Spieler in der NBA: Chinas Superstar Yao Ming © getty

Nach dem Ende der Spiele fühlt sich Chinas Superstar Yao Ming leer und "tief tief traurig", der auf ihm lastende Druck war enorm.

Von Michael Spandern

München - Die Olympischen Spiele sind vorbei, doch vom olympischen Leben hat der Fahnenträger des Gastgeberlandes nicht viel mitbekommen.

Yao Ming, Chinas 2,29 Meter große Sport-Ikone, klagt, dass das Basketball-Team abgeschottet worden sei.

"Dieses Mal war das olympische Erlebnis für mich weniger ausgeprägt. Ich vermisse das aufregende Leben im olympischen Dorf wie in Sydney oder Athen - Athleten zu treffen, die du vielleicht nie wieder im Leben siehst", sagte er dem "Houston Chronicle".

Doch nicht nur deshalb hat den Center der Blues ergriffen. Er steht vor großen Fragen: "Nun, da die Spiele vorbei sind, frage ich mich: Was kommt als nächstes für mich, mein Land, für uns alle?"

Nur Yao kann Yao verstehen

Wie seine Landsleute habe er sich viele Jahre lang auf dieses Ereignis vorbereitet.

"Ich habe gerade im wichtigsten Wettbewerb meines Lebens gespielt. Ist mein Leben nun zu Ende", sinniert der Riese, beschwichtigt aber gleich: "Ich weiß, das dies nicht so ist."

Um seine momentanen Gefühle zu verstehen, müsse man Chinese oder sogar Yao selbst sein, glaubt der 27-Jährige.

Schließlich repräsentiert er China wohl mehr als jeder andere Sportler und entsprechend viel Druck fiel nach dem Viertelfinal-Aus gegen Litauen von ihm ab.

"Ich kam zurück in mein Zimmer und fühlte, dass meine Energie aus mir wich. Mein Körper ist leer", berichtete Yao.

"Überhaupt keine Ausrede"

"Ich lag einige Minuten auf dem Bett und konnte mich nicht einmal bewegen", sagte er. "Nicht, weil ich müde war, sondern tief tief traurig. Ich habe mich fast mein ganzes Leben lang auf diese Spiele vorbereitet, und nun sind sie vorbei."

Yao war nach einem Ermüdungsbruch im Fuß gerade rechtzeitig für Olympia wieder aufs Spielfeld zurückgekehrt. Am Ende des Viertelfinals humpelte er jedoch.

"Der Knochen im Fuß ist okay, ich hatte nur ein paar Blasen", erklärte er.

Mit Artest auf den NBA-Thron?

In knapp einem Monat wird er zu den Houston Rockets zurückkehren, mit denen er in sieben Jahren noch nie über die erste Playoff-Runde hinauskam.

Mit der Verpflichtung von Ron Artest, der 2004 zum besten Verteidiger der NBA gewählt worden war, soll dies nun gelingen. "Ich denke, wir haben überhaupt keine Ausrede. Das sagen wir zwar jedes Jahr, aber trotzdem stimmt es."

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