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Kenyon Martin erzielte in Spiel fünf gegen die Hornets sechs Punkte © getty

Denver verprügelt Gegner New Orleans in dessen Heimspielstätte. Einen solch deutlichen Sieg gab es seit 53 Jahren nicht mehr.

Von Rainer Nachtwey

München/New Orleans - Die meisten Zuschauer hatten längst den "Ort des Grauens", die New Orleans Arena, verlassen, als das Rekordresultat vom Videowürfel leuchtete.

63:121 stand dort zu lesen.

Mit dem Rekordabstand von 58 Punkten ging die Heimmannschaft New Orleans Hornets gegen die Denver Nuggets im vierten Spiel der Best-of-Seven-Serie unter. (Playoffbaum)

Nur einmal hatte eine Mannschaft in den NBA-Playoffs eine Klatsche mit ebenso vielen Punkten hatten zuvor nur die St. Louis Hawks bei den Minneapolis Lakers kassiert.

Das war 1956.

Schlechtestes Spiel unter Scott

"Ich hätte nie gedacht, dass wir jemals mit 58 Punkten gewinnen werden. Ich hätte nie gedacht, dass es überhaupt möglich ist, ein Playoffspiel mit 58 zu gewinnen", meinte Gästespieler Carmelo Anthony, der mit 26 Zählern Denvers Bester war. (DATENCENTER: Ergebnisse)

"Seitdem ich hier Trainer bin, war das das Grausamste, was wir jemals gespielt haben", meinte ein frustrierter Hornets-Coach Byron Scott. "So schlecht habe ich uns noch nie spielen sehen und das kommt ausgerechnet zur dümmsten Zeit überhaupt."

Paul taucht ab

Starspieler Chris Paul ging bei dem Desaster der Hornets unter. Nur vier Punkte bedeuteten Playoff-Minusrekord für den Point Guard.

"Jedes Mal, wenn wir etwas Neues versucht haben, haben sie gekontert", zeigte sich Paul ratlos. "Wir haben grausam gespielt, und sie ihr Spiel zur Perfektion getrieben."

6 der 27 Ballverluste gingen auf das Konto des Aufbauspielers, der zudem nur zwei seiner sieben Würfe aus dem Feld traf.

Negativrekorde en masse

Insgesamt sieben Klubrekorde stellten die Hornets in dem Spiel auf. Sie setzen Negativbestmarken bei Ballverlusten (27), Punkten (63), verwandelte Würfe (17) und Versuche aus dem Feld (54), Assists (10) und Punkte in der zweiten Hälfte (24).

Zudem hatte New Orleans noch nie so viele Punkte in einer Playoffpartie kassiert.

Starke Defense der Nuggets

"Man darf aber nicht vergessen, dass wir nicht allein so schlecht gespielt haben, sondern muss auch erwähnen, dass Denver heute fantastisch verteidigt hat", meinte Scott nach der Partie.

Und sein Pendant auf Seiten der Nuggets, George Karl, stimmte ein.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals eine Mannschaft trainiert habe, die so verteidigt hat", meinte Denvers Coach. "Wenn du so in der Defensive spielst, kommt die Offensive ganz von allein."

Los Angeles Lakers - Utah Jazz 107:96

Während den Nuggets noch ein Sieg zum Einzug in die Western Conference Semifinals fehlt, haben die Los Angeles Lakers jenes Ziel bereits erreicht.

Mit 107:96 setzte sich die Mannschaft um Superstar Kobe Bryant im fünften Spiel gegen die Utah Jazz durch und entschied die Best-of-Seven-Serie mit 4:1 Siegen für sich.

Bryant war mit 31 Zählern der punktbeste Akteur auf dem Parkett.

Utah besser als Denver

"Dieses Jahr war das ein weitaus schwierigerer Gegner als im letzten", lobte Lakers-Coach Phil Jackson die Jazz. "Ich möchte damit nicht abwertend über das letztjährige Nuggets-Team reden - insbesondere wenn ich mir das diesjährige ansehe -, aber letztes Jahr konnten wir tun und lassen, was wir wollten und haben sie mit 4:0 gesweept."

Dass seine Mannschaft von Utah gefordert wurde, kommt dem Trainer sehr entgegen. "Dadurch sind wir jetzt viel besser auf kommende Aufgaben vorbereitet", sagte Jackson.

Miami Heat - Atlanta Hawks 71:81

Richtig spannend bleibt es in der Serie zwischen den Miami Heat und den Atlanta Hawks. Nach zwei Niederlagen in Serie gewannen die Hawks das vierte Spiel der Best-of-Seven-Serie und glichen damit zum 2:2 aus.

Für Atlanta war es der erste Playoff-Auswärtssieg nach 13 erfolglosen Versuchen. Am 8. Mai 1997 hatte der Klub aus Georgia zuletzt gewonnen. Mit 103:95 siegten die Hawks damals in der zweiten Runde beim späteren Meister Chicago Bulls.

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