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Jason Terry (r.) erhielt diese Saison die Auszeichnung zum besten sechsten Mann © getty

Die Mavericks feiern erstmals seit 2006 wieder einen Seriensieg in den Playoffs. Die Spurs-Stars sind auf sich allein gestellt.

Von Rainer Nachtwey

München/San Antonio - Dieses Mal dürfte es keine Probleme für Josh Howard geben, seinen Geburtstag groß zu feiern.

Ein Jahr nachdem sich der Small Forward der Dallas Mavericks mit seinem damaligen Coach Avery Johnson wegen seiner Geburtstagsfeier anlegte, dürfte er diesmal sogar die ausdrückliche Erlaubnis des Trainers erhalten.

Denn die Truppe von Rick Carlisle hat noch mehr Grund zu feiern: Erstmals seit 2006 haben die Dallas Mavericks wieder eine Playoffserie gewonnen.

Die Mavs setzten sich in Spiel 5 der Best-of-Seven-Serie bei den San Antonio Spurs mit 106:93 durch und entschieden die erste Runde mit 4:1 für sich.

Duncan lobt Mavericks

"Sie haben einfach besser als wir gespielt", lobte San Antonios Superstar Tim Duncan den Gegner. "Wie man es auch dreht und wendet, sie waren dieses Jahr offensichtlich das bessere Team."

So sah es auch Mavericks-Coach Carlisle. "Wir haben so viel durchgemacht dieses Jahr. Verletzungen, Hochs und Tiefs, aber wir haben zusammengehalten und zur rechten Zeit unseren besten Basketball gespielt", lobte der 49-Jährige sein Team. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Mavericks verspielen Vorsprung

Ein ähnliches Auf und Ab gab es auch in der Partie. Die Mavericks legten furios los und spielten sich in den ersten neun Minuten einen 14-Punkte-Vorsprung heraus. Doch die deutliche Führung schmolz bis zur Halbzeitpause auf vier Punkte (52:48) zusammen.

Angeführt von Duncan (11 Punkte zur Halbzeit) und Tony Parker (12) hielten die Gastgeber durch eine ausgeglichene Mannschaftsleistung mit.

Spurs-Duo fehlt Unterstützung

Doch in Halbzeit zwei fehlte dem Star-Duo die Unterstützung. 33 der 45 Spur-Punkte in den letzten 24 Minuten gingen auf das Konto von Parker und Duncan. Von den gefürchteten Schützen von Außen Michael Finley und Roger Mason kam so gut wie nichts mehr.

Am Ende reichten den Spurs auch 30 Punkte von Duncan und 26 von Parker nicht. Erstmals in ihrer Geschichte scheiterten die Spurs mit dem Duo Duncan/Parker in der ersten Playoffrunde.

Nowitzki von Beginn an zur Stelle

Die Mavericks hingegen konnten sich auf die gesamte Starting-Five - insbesondere Dirk Nowitzki - und den besten sechsten Mann Jason Terry verlassen.

Nowitzki erzielte seine größte Punkteausbeute der Serie mit 31 Punkten, Terry steuerte 19 Zähler von der Bank aus bei und jeder aus der ersten Fünf kam auf mindestens zehn Punkte.

"Der Schlüssel für mich war, dass ich gleich zu meinem Rhythmus gefunden habe", freute sich Nowitzki. "Ich habe die ersten Würfe getroffen, habe ein paar gute Anspiele gegeben und dadurch mein Selbstvertrauen gesteigert."

17:8-Lauf sorgt für Entscheidung

Der Schlüssel zum Sieg in Spiel 5 und damit der Serie war jedoch die Phase vor Ende des dritten Viertels. Nachdem die Mavs sich einen Zehn-Punkte-Vorsprung heraus- und anschließend wieder verspielt hatten, legten die Mavericks einen 17:8-Lauf hin, den Jason Kidd durch seinem zweiten Dreier mit der Schlusssekunde krönte.

Kidd kam insgesamt auf 12 Punkte, Howard, der den Lauf mit einem wichtigen Dreier gestartet hatte, auf 17 und J.J. Barea erzielte zehn Zähler.

Howard ist Carlisles MVP

"Ich denke Josh ist unser MVP der Serie", lobte Carlisle seinen Small Forward. "Er hat ganz wichtige Plays gemacht, die nicht unbedingt zu Punkten geführt haben."

Ein großes Lob hatte auch Erick Dampier verdient. Der oft gescholtene Center arbeitete 41 Minuten hart unter dem Brett, holte 12 Rebounds und sorgte zudem für 11 Punkte.

Popovich gibt Rätsel auf

Spurs-Trainer Gregg Popovich erkannte den Erfolg der Mavericks neidlos an: "Die Mavs haben die Spurs bezwungen."

Allerdings sorgte der Coach noch für große Verwunderung. "Die Mavericks sind das beste Team. Und das war?s."

Bleibt nur die Frage offen: Bestes Team von was? Von dieser Serie waren sie es.

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