Holger Geschwindner, Privattrainer von Basketball-Superstar Dirk Nowitzki, rechnet trotz des Arbeitskampfes in der NBA nicht mit Einsätzen des Würzburgers in der Bundesliga.

"Geht der Lockout bis November, dann ist ja nichts passiert", sagte Geschwindner der "Frankfurter Rundschau" unter Hinweis auf den üblichen Saisonstart der NBA im Spätherbst.

"Das ist jetzt alles verfrüht", fügte Geschwindner hinzu.

Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen, Nowitzki könnte in der kommenden Saison für ein deutsches Spitzenteam auflaufen, falls die NBA-Spielzeit wegen des Lockouts ganz oder zum Teil ausfiele.

Neben dem früheren Serienmeister Alba Berlin brachte sich der finanzstarke Bundesliga-Aufsteiger Bayern München als möglicher Kurzzeit-Arbeitgeber des NBA-Champions ins Spiel. Auch Meister Brose Baskets Bamberg zeigte bereits Interesse.

Geschwindner ist überzeugt, dass der Streit ums Geld in der NBA rechtzeitig beigelegt wird: "Im Moment sieht es so aus, als könnten sich beide Seiten bis November, spätestens Dezember einigen. Das hieße dann, es gäbe wie beim Lockout 98/99 eine verkürzte Saison."

Damals hatte die von 82 auf 50 Spieltage zusammengestrichene Spielzeit erst am 5. Februar begonnen.

Ganz ausschließen will Geschwindner ein Kurz-Engagement Nowitzkis in der höchsten deutschen Spielklasse aber nicht:

"Falls der Lockout länger dauern sollte, muss man noch mal überlegen. Dirk kann ja nicht die ganze Saison aussetzen."

Auch Bundestrainer Dirk Bauermann, der in der kommenden Saison nur noch Bayern München trainieren wird, sieht geringe Chancen, Nowitzki kurzzeitig unter Vertrag zu nehmen.

"Das hätte natürlich eine Menge Charme. Aber es gibt dafür nach meiner Einschätzung keine realistische Grundlage", sagte Bauermann der "FR".

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hatte eine Verpflichtung Nowitzkis am Donnerstag nach derzeitigem Stand der Dinge als "reine Utopie" bezeichnet: "Das ist überhaupt nicht planbar. Ich will darüber auch nicht spekulieren. Das macht keinen Sinn."

Hingegen verbessert der Arbeitskampf in der NBA die Aussichten, dass Nowitzki ab Ende August mit der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Litauen antritt.

"Der Lockout wird uns und wird Dirk helfen", sagte Bauermann: "Man kann davon ausgehen, dass er nicht, wie sonst, Anfang Oktober wieder in den USA sein muss. Er könnte also eine Pause in zwei Teilen nehmen - vor und nach der EM. Das hilft den Chancen, dass er in Litauen spielen wird, schon sehr."

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