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Tony Romo löste (l.) 2006 Drew Bledsoe als Starting-Quarterback ab © imago

Am Donnerstag startet die NFL in die neue Saison. Sport1.de stellt vier Titelkandidaten vor. Teil IV: Die Dallas Cowboys.

Von Rainer Nachtwey

13 Siege bei nur 3 Niederlagen und 13 Spieler, die in der vergangenen Saison in den Pro Bowl auf Hawaii berufen werden - dennoch muss Coach Wade Phillips um seinen Job bangen.

Besitzer Jerry Jones hat Offensive Coordinator Jason Garrett mit einem neuen Vertrag an den Klub gebunden. Satte drei Millionen Dollar überweist Jones jährlich auf das Konto des Coaches.

Viele spekulieren deshalb, dass Phillips, egal bei welchem Saisonergebnis, nach der Spielzeit seinen Hut nehmen kann und durch Garrett abgelöst wird.

"Bin eh immer schuld"

Phillips' kauzige Art kommt bei den Journalisten in Texas nicht gut an. Die Playoff-Heimniederlage gegen die New York Giants tat ihr übriges. Vor allem wird dem Head Coach vorgeworfen, dass er für die Pleite nicht die Verantwortung übernommen hat.

"Ich bin doch sowieso immer schuld", kontert der 61-Jährige beleidigt. "Egal, was ich mache, es ist doch nie richtig. Wenn ein Trainer ein harter Hund ist, wird er den Spielern gegenüber als zu hart eingestuft. Wenn er nicht hart genug ist, ist es auch wieder nicht richtig", sagt Phillips resigniert.

- Quarterback: Tony Romo

Der "Celebrity-Quarterback" besticht nicht nur durch seine Leistungen auf dem Feld, sondern auch in der Öffentlichkeit. Durch die Liaison mit Sängerin und Schauspielerin Jessica Simpson steht der 28 Jahre alte Spielmacher im Rampenlicht.

Viele der Cowboys-Fans halten das Ausscheiden in den Playoffs 2006 und 2007 an Romo fest. 2006 glitt ihm in den Wild-Card-Playoffs bei den Seahawks beim Snap zum siegbringenden Field Goal der Ball aus der Hand, im darauffolgenden Jahr wird ihm sein Kurzurlaub in Cabo San Lucas als falsche Vorbereitung auf das Giants-Spiel vorgeworfen.

- Running Backs: Marion Barber, Felix Jones

Marion Barber hat sich in der letzten Saison zu einem Starspieler erwickelt. Der Running Back durfte zwar hinter dem nach Seattle abgewanderten Julius Jones selten als Starter ran, dennoch stellte er ihn durchweg in den Schatten. Mit Rookie Felix Jones erhofft sich Offensive Coordinator Garrett einen ähnlichen "One-Two-Punch" wie es Maurice Jones-Drew und Fred Taylor in Jacksonville sind.

- Wide Receiver

Trotz seiner 34 Jahre gehört Terrell Owens weiterhin zu den besten Receivern der Liga. Hinter dem Exzentriker ist Patrick Crayton als Nummer zwei gesetzt. Nach der Sprunggelenksverletzung von Sam Hurd wird es dahinter allerdings sehr dünn. Deshalb hat sich der Agent von Joe Horn, vor wenigen Tagen bei den Atlanta Falcons entlassen, bei den Cowboys gemeldet und dessen Dienste angeboten.

- Offensive Line

Die O-Line gehörte in der vergangenen Saison zu den Erfolgsgaranten. Besonders die linke Seite um Tackle Flozell Adams und Guard Kyle Kosier wusste zu gefallen. Aufgrund eines Haarrisses im rechten Fuß fällt Kosier nun bis zu fünf Wochen aus.

"Das ist schon ein herber Verlust", sagt Adams, der seinen Vertrag in Dallas um sechs Jahre und 42 Millionen Dollar verlängert hat, "aber lange nicht so schlimm wie 2002, als wir Larry Allen wegen einer Verletzung für die komplette Saison verloren haben. Wir haben nie jemanden gefunden, der ihn ersetzen konnte. Es haben sich fünf Spieler bemüht und wir haben zum Teil Leute von der Straße geholt. Das war hart."

- Defense

In der Defensive haben die Cowboys die prominentesten Neuzugänge zu verzeichnen. Middle-Linebacker Zach Thomas kam aus Miami, Cornerback Adam "Don't call me Pacman" Jones wurde aus Tennessee nach Texas geholt.

Durch die weitere Verpflichtung von Mike Jenkins über den Draft ist die einstige Sorgen-Position Cornerback bestens besetzt.

- Player to watch: Nick Folk

In seiner Rookie-Saison war der Kicker unglaublich stabil und sicher. Der Liga-Neuling ließ sich durch nichts und niemanden aus der Ruhe bringen. Unvergesslich bleibt sein Treffer im Monday Night Game bei den Buffalo Bills, als er in der Schlusssekunde aus 53 Yards den Ball zwischen den Stangen zum 25:24-Endstand versenkte.

Sport1-Tipp: Bleibt Dallas von weiteren Verletzungen verschont, führt in der starken NFC East kein Weg an den Cowboys vorbei. Die Texaner sind stark und ausgeglichen besetzt und das Running Game ist stärker einzuschätzen als in der vergangenen Saison.

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