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Peyton Manning (l.) und Tom Brady (r.) treten am 2. November gegeneinander an © getty

Die Superstars Brady und Manning verzichten wegen Verletzungen auf Vorbereitungsspiele. Bei den Fans schrillen die Alarmglocken.

Von Rainer Nachtwey

Tom Brady und Peyton Manning sind die Superstars der NFL. Seit Jahren dominieren die Quarterbacks mit ihren Teams, den Indianapolis Colts bzw. New England Patiots, das Geschehen in der Liga.

Aber die Fans sorgen sich um die Gesundheit der beiden besten Spielmacher. Beide verzichteten auf Einsätze in den Vorbereitungsspielen, weil ihnen die Gesundheit einen Strich durch die Rechnung machte.

Der zweimalige MVP Manning unterzog sich vor rund sechs Wochen einer Operation am Knie. Ein entzündeter Schleimbeutel wurde entfernt.

Beim wertvollsten Spieler der vergangenen Spielzeit, Brady, sorgte das rechte Sprunggelenk für Probleme.

Wieder das Sprunggelenk

Hört man die Worte Brady und Sprunggelenk in einem Satz, schrillen bei den Patriots-Fans die Alarmglocken. Schließlich sorgte eine ähnliche Verletzung vor dem Super Bowl XLII in Arizona für wochenlange Spekulationen. Viele Anhänger sind überzeugt, dass die Pats das Endspiel gegen die New York Giants nicht verloren hätten, wäre Brady vollkommen gesund gewesen.

Die beiden Superstars sehen ihr Fehlen in den Vorbereitungsspielen nicht so dramatisch. "Sicherlich bringt die Preseason viele Erkenntnisse und ist wichtig. Aber das Wichtigste ist doch, zum Saisonstart fit zu sein. Das ist ja auch die Idee der Vorbereitung", sagte Brady in einem Radio-Interview.

Hat nicht sollen sein

Zudem stellte der 31-Jährige klar, dass das Auslassen der vier Begegnungen eine reine Vorsichtsmaßnahme war. "Das Training Camp beansprucht den Körper sehr und man kann sich dabei sehr leicht verletzten. Es ist eine lange Saison und deshalb geht man nicht angeschlagen raus. Denn man läuft ja Gefahr, dass sich die Verletzung eventuell noch verschlimmert."

In den letzten Tagen hat man Brady nur bei einer öffentlichen Übungseinheit trainieren gesehen. 15 Minuten warf er kurze Pässe auf seine Wide Receiver und Running Backs und lief durch einen aufgebauten Parcours. "Ich hatte vor, gegen New York zu spielen. Aber es sollte nicht sein. Für den Auftakt gegen Kansas City bin ich auf jeden Fall fit", sagte er anschließend.

Moss spricht aus Erfahrung

Bradys Teamkollege Randy Moss sieht "keinen Grund zur Sorge". Der Wide Receiver spricht aus Erfahrung. Letzte Saison verpasste der damalige Neuzugang aus Oakland die komplette Preseason, im ersten regulären Saisonspiel fing er dann Pässe von Brady über 183 Yards, darunter ein Touchdown-Catch über 51 Yards.

Für Brady und Moss wurde es nach persönlichen Statistiken die beste Saison. Brady stellte mit 50 TD-Pässen, Moss mit 23 TD-Catches einen neuen NFL-Rekord auf.

Keine Bedenken bei Manning

Nicht nur Brady ist davon überzeugt, dass er beim Saisonauftakt der Patriots gegen Kansas City spielen wird, auch Manning sieht keine Bedenken, dass er für die Colts gegen die Chicago Bears an den Start gehen wird.

"Wenn der Heilungsprozess so verläuft, wie wir es erwarten und das ist er in den letzten Wochen, dann werde für das Auftaktspiel fit sein", sagte der 32-Jährige und widersprach damit den Spekulationen in Indianapolis, wonach die Serie von 160 Starts bei regulären Saisonspielen nun zu Ende gehen würde.

Routine für Sonntag

Head Coach Tony Dungy "wäre geschockt, wenn er am Sonntag nicht auflaufen würde". Schließlich laufe alles wie geplant.

Beim Vorbereitungsspiel gegen die Cincinnati Bengals stand Manning bereits im Trikot an der Seitenlinie, blieb aber draußen. "Wir wollten den Ablauf vor dem Spiel simulieren, wissen, ob alles rund läuft und etwas Routine für Sonntag hineinbekommen. Peyton hat mir gesagt, wenn es ein Saisonspiel gewesen wäre, hätte er gespielt", sagte Dungy.

Ex-Qurterback erkennt Vorteil

"Wenn du Spieler wie Peyton oder Tom hast, die schon so lange in der NFL spielen, dann bist du nicht beunruhigt, wenn sie nur wenige Minuten oder gar nicht in den Preseason-Spielen auflaufen", brachte es Seattles Coach Mike Holmgren auf den Nenner.

Der ehemalige Redskins-Quarterback Joe Theisman sieht sogar einen Vorteil darin. "Es ist gar nicht so schlecht, wenn sie nicht spielen. Dann haben sie noch nicht so viel geworfen, ihren Arm nicht so stark belastet und sie sind frisch."

Auch Trainer profitieren

Und nicht nur die Spielmacher auch die Trainer würden davon profitieren, ist sich der 58-Jährige sicher.

"In unserem Sport geht es um Stars und die Stars sind die Quarterbacks. Wenn sich einer in den Vorbereitungsspielen verletzt, kann das einen Coach seinen Job kosten."

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