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Michael Strahan trat nach der Saison 2007 im Alter von 36 Jahren zurück © getty

Die Defensive der N.Y. Giants glänzt beim Auftaktsieg gegen die Redskins. Die Spieler sind jedoch alles andere als zufrieden.

Von Rainer Nachtwey

München/New York - Vor dem Saisonstart gegen die Washington Redskins schien alles anders zu sein in New York: Kein Michael Strahan, kein Osi Umenyiora, keine solide Defense.

Mit den beiden Defensive Ends ist der Erfolg im Super Bowl XLII über die New England Patriots eng verbunden, doch ohne das Herzstück wurde die Verteidigung der New York Giants abgeschrieben.

Als das Eröffnungsspiel gegen die Washington Redskins anstand, kam aber jene Stimmung auf, wie sie im Februar, kurz nach dem Triumph in Arizona, spürbar war.

Die Fans feierten ihre Mannschaft, und Michael Strahan war doch da.

Strahan-Nachfolger setzt Ausrufezeichen

Zwar grüßte der zurückgetretene Spieler nur von einem Podium aus die Fans und seine Mannschaft, seine Worte und die Vince Lombardi Trophy in seiner Hand schienen seinen ehemaligen Kameraden aber einen extra Schub zu verleihen.

Dies zeigte sich bereits in der ersten Verteidigungsaktion. Strahans Nachfolger auf der Position des linken Defensive Ends, Justin Tuck, sackte Washingtons Quarterback Jason Campbell und sorgte damit für einen Raumverlust der Redskins von acht Yards.

Chaos bleibt aus

"Die Giants fangen dort an, wo sie im Februar aufgehört haben", titelte die "New York Times" und traf damit den Nagel auf den Kopf.

Denn das befürchtete Chaos in der Verteidigung blieb aus. Ganz im Gegenteil. Strahan und Umenyiora wurden beim 16:7-Sieg überhaupt nicht vermisst. Defensive Coordinator Steve Spagnuolo hat wieder eine Verteidigungsreihe zusammengestellt, die dem gegnerischen Angriff große Kopfschmerzen bereitet.

Besitzer begeistert

Die erste Angriffsserie der Redskins war nach drei vergeblichen Versuchen beendet, die zweite wurde nur aufgrund einer 15-Yard-Strafe beim Punt um ein First Down unnötig verlängert. In Gefahr schien das Giants-Bollwerk aber nie zu geraten.

Denn auch in der dritten Serie war nach drei Versuchen Endstation für den Washingtoner Angriff. "Wir haben eine phänomenale erste Halbzeit gespielt", hielt Besitzer John Mara fest.

Redskins scheitern knapp

Und auch Gäste-Coach Jim Zorn zeigte sich beeindruckt. "Wir hatten dritten Versuch und sechs und sie haben nur fünf Yards zugelassen. Wir hatten dritten und neun und kamen nur auf achteinhalb Yards. Wir hatten dritten und sieben und bei sechs Yards war Schluss. Wir haben es einfach nicht über diese Linie geschafft."

Eine kurze Schwächephase Ende der ersten Halbzeit nutzten die Redskins dann doch zu ihren einzigen Punkten der Partie. Der Touchdown und die vergebenen Möglichkeiten brachten den Gast noch einmal zurück, obwohl die Begegnung bereits Mitte des zweiten Viertels entschieden schien.

Spieler sind nicht zufrieden

"Wir haben ungefähr 90 bis 95 Raumgewinn und 21 Punkte verschenkt", analysierte Running Back Brandon Jacobs und spielte damit auf die drei Angriffe Ende des ersten und Anfang des zweiten Viertels an, als sich die Giants mit drei Field Goals zufrieden geben mussten.

Und auch Defensive Tackle Barry Cofield wollte sich trotz der guten ersten Hälfte nicht so wirklich freuen: "Wenn wir wirklich unser bestes Spiel absolviert hätten, hätten wir mit einem großen Vorsprung gewonnen."

"Sie haben bereits am Haken gezappelt, aber wir haben den Fisch nicht an Land gezogen", stellte Plaxico Burress fest.

Doppelter Spaß für O'Hara

Trotz der Nachlässigkeiten fanden die Spieler auch lobende Worte. "Das war schon toll, wie wir in die Partie gestartet sind. Man kann sagen, wir haben dort weitergemacht, wo wir aufgehört hatten. Und vor den Fans hat uns das noch mal doppelt so viel Spaß bereitet", sagte Center Shaun O'Hara.

Selbst der immer kritische Coach Tom Coughlin zeigte sich zufrieden. "Wir haben noch jede Menge vor uns, aber für das erste Spiel... Was vor allem wichtig ist, dass wir zu Hause gewonnen haben."

Darin unterscheiden sich die Giants 2008 dann doch vom Vorjahr. Denn 2007 verloren die Giants ihr erstes Heimspiel, und nur die Auswärtsstärke führte sie in den Super Bowl.

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