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Shaun Alexander erzielte in acht Spielzeiten 9429 Rushing-Yards und 112 Touchdowns © getty

Shaun Alexander hat noch keinen neuen Klub gefunden. Trotz allem denkt Seattles ehemaliger Running Back nicht an Rücktritt.

Von Rainer Nachtwey

München/Seattle - "Sind Sie nicht Shaun Alexander?"

Ein Student an der University of Washington kann es gar nicht glauben, als der ehemalige Running Back der Seattle Seahawks im Kraftraum vor ihm steht.

Es ist wirklich Alexander. Sein Lachen ist das alte, das man aus seinen Zeiten in Seattle kennt. Derzeit hält sich der 31-Jährige in der Stadt an der Pazifikküste fit, obwohl die Trennung von den Seahawks erst wenige Monate her ist.

Doch Alexander nimmt es dem Super-Bowl-XL-Teilnehmer nicht übel, dass sie ihn wenige Tage vor dem Draft im April entließen. "So ist nun mal das Football-Business", verteidigt er seinen Ex-Klub, für den er 2005 mit 28 Touchdowns einen neuen NFL-Rekord aufgestellt hatte.

Tres Siete gemeinsam mit Ocho Cinco?

Nun ist Alexander auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber, aber er hat es nicht eilig. In den letzten Tagen stand er "regelmäßig mit einigen Klubs" in Kontakt. Darunter auch die Cincinnati Bengals, die nur wenige Kilometer von seinem Heimatort Florence im Norden Kentuckys beheimatet sind.

"Meine Familie und Freunde wollen, dass ich meinen Namen in 'Tres Siete' ändere", scherzt Alexander in Anspielung auf Chad Johnson, der seit einer Woche für die Bengals als Chad Ocho Cinco auflaufen wird. Ob die ehemalige Nummer 37 der Seahawks diese Saison noch für den Klub aus Ohio auflaufen wird, bleibt abzuwarten.

Zwar wurde nach der Entlassung von Rudi Johnson ein Platz auf der Running-Back-Position bei den Bengals frei, mit Chris Perry, Kenny Watson und DeDe Dorsey stehen allerdings drei weitere unter Vertrag.

Verletzungen sind Vergangenheit

Dass er fit genug ist, davon ist Alexander überzeugt: "Mann, ich bin so aufgeregt, endlich wieder zu spielen. Ich bin gesund und das könnte ein großes Jahr für mich werden, wenn ich die Gelegenheit erhalte, zu spielen."

Die Verletzungen, die ihn die letzten beiden Spielzeiten immer wieder zurückgeworfen hatten, sind ausgestanden.

Nachdem Alexander die Seahawks in der Saison 2005 erstmals in der Klub-Geschichte in den Super Bowl geführt hatte, erlitt er einen Mittelfußbruch, der ihn die komplette Saison 2006 und die vergangene Spielzeit behinderte. Hinzu kam im letzten Jahr noch ein Bruch des linken Handgelenks.

Geld spielt keine Rolle

Die Brüche sind mittlerweile verheilt. "Ich habe überhaupt keine Probleme mehr beim Bankdrücken", sagt Alexander. Das linke Handgelenk fühle sich sehr gut an. Und auch der Fuß ist genesen. Dies belegen auch die Röntgen-Aufnahmen.

Die Gesundheit dürfte also kein Hindernis dafür sein, dass Alexander in naher Zukunft für ein NFL-Team aufläuft. Und auch das Geld nicht.

Denn Alexander ist bereit, für ein Gehaltsminimum aufzulaufen. "Ich habe nie für Geld gespielt", sagt er, "warum sollte ich es jetzt machen?"

Rücktritt ausgeschlossen

An einen Rücktritt denkt der MVP von 2005 nicht: "Dieser Gedanke hat sich mir nie aufgedrängt. Dafür hatte ich zu viele Gespräche mit diversen Klubs." Neben den Bengals zeigten sich während des Training Camps auch die Denver Broncos und die New Orleans Saints interessiert.

Dennoch ist es für ihn etwas ungewohnt, im September nicht auf dem Football-Feld zu stehen. "Das ist die aufregendste Zeit des Jahres. Ich bin so heiß darauf, zu spielen", führt Alexander weiter aus. "Ich bin bereit, bereit um ein Team in den Super Bowl zu führen."

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