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130 Millionen Dollar bezahlten die Falcons im Jahr 2004 für Michael Vick © getty

Nach der Haftstrafe wegen illegaler Hundekämpfe wird der Quarterback die Fußfessel los. Doch ein Bußgang steht noch aus.

Virginia - Michael Vick ist frei, pleite und arbeitslos.

Am Montag wird dem 29 Jahre alten früheren Quarterback der Atlanta Falcons die elektronische Fußfessel abgenommen, die er nach Absitzen seiner 18-monatigen Gefängnisstrafe während eines zweimonatigen Hausarrests trug.

Ob der wegen illegaler Hundekämpfe verurteilte Vick jemals wieder in ein Stadion der NFL auflaufen wird, steht derzeit in den Sternen.

NFL-Commissioner Roger Goodell will sich in einem persönlichen Gespräch erst von Vicks ehrlicher Reue überzeugen (Das Hundeleben des Michael Vick).

Falcons fordern Handgeld zurück

Michael Vick galt als eines der größten Talente im US-Football.

Wegen seiner wieselflinken Beine wussten Vicks Gegner nie, ob er das lederne Ei zu einem seiner Mitspieler warf oder es kurzerhand selbst in die Endzone trug.

Ungeheure 130 Millionen Dollar war Vick im Jahre 2004 den Falcons wert, 20 Millionen Dollar Handgeld fordern die Südstaatler jetzt von ihrem ehemaligen Spielmacher zurück.

Schulden trotz Villen

Die Chancen, dass die Falcons nur einen einzigen Penny sehen, sind gering.

Zwar brauchten sie dem prominenten Sträfling wegen dessen Abwesenheit 70 Millionen nicht zu zahlen, doch meldete Vick vor wenigen Monaten Privatinsolvenz an.

Trotz Grundbesitzes und zweier prachtvoller Villen stand er mit 20 Millionen Dollar in der Kreide.

Bisher noch kein Team an Vick interessiert

Fragen nach einer möglichen Aufhebung der Sperre gegen Vick wurden im NFL-Hauptquartier bisher nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert.

Goodell flüchtete sich bisher in Phrasen: "Eine Karriere in der NFL ist kein Grundrecht. Es ist ein Privileg."

Nachdem sich in den vergangenen Tagen prominente Spieler und Trainer auf die Seite Vicks gestellt hatten, gehen Insider jedoch davon aus, dass sich Goodell und Vick bereits Ende dieses Monats unter vier Augen treffen werden.

Aus Angst vor Imageverlust und Protesten von Tierschützern hat allerdings noch kein Team Interesse an Vick angemeldet.

Training im 20 Meter langen Garten

Zudem stellt sich die Frage, wie sich die zweijährige Abwesenheit auf die Leistungsfähigkeit des Quarterbacks ausgewirkt hat.

In den letzten Wochen hielt sich der dreifache Vater mit Hilfe seines früheren Sportlehrers im 20 Meter langen Garten hinter seinem Haus fit - ohne die Möglichkeit, seine gefürchteten langen Pässe zu trainieren. Zudem hat das Sommertraining der meisten Clubs bereits begonnen.

Obwohl Vick seit seiner Verurteilung keine Interviews geben durfte, ließ er über Familie und Freunde mitteilen, dass von ihm organisierte Hundekämpfe ein für alle mal der Vergangenheit angehören sollen.

Stattdessen will sich Vick für Tierschutzvereine zur Verfügung stellen und Schulkinder über seine letzten beiden harten Jahre aufklären.

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