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Tom Brady hatte vor seiner Verletzung 128 Spiele hintereinander als Starter bestritten © imago

Nach dem Ausfall des Star-Quarterbacks weiß keiner mehr, wo die Patriots stehen. Aber New England scheint einen Plan B zu haben.

Von Martin Hoffmann

München - Die Hauptfigur des Dramas verbreitet unbeirrt Zuversicht.

Star-Quarterback Tom Brady gibt sich in seiner ersten öffentlichen Äußerung nach seinem Saison-Aus überzeugt, dass die New England Patriots auch ohne ihn auskommen werden.

"Alles wird gut", schreibt der amtierende MVP in einer E-Mail an "NBCSports.com": "Ich bin gespannt, wie sich unser Team jetzt präsentiert. Wir haben immer noch alle Chancen."

Solche und ähnliche Durchhalteparolen wiederholen auch alle anderen Spieler und Verantwortlichen bei den Patriots wie ein Mantra.

Überall sonst jedoch beschäftigt sich jeder mit der Frage, wie viel der Vize-Champion ohne seinen Superstar noch wert ist - und wie die Patriots die von Brady hinterlassene Lücke füllen wollen.

Patriots halten sich bedeckt

Dabei hat der Verein noch nicht einmal bestätigt, ob Brady sich zum Saisonauftakt bei Kansas City wirklich einen Kreuzbandriss zugezogen hat.

Von einer Verletzung am linken Knie, die einer Operation bedarf, ist in der offiziellen Kommunikation nur die Rede.

Es gilt aber als gesichert, dass Bradys vorderes Kreuzbandriss gerissen ist - und die Frage nur lautet, welche Bänder möglicherweise sonst noch beschädigt sind.

Nur zwei weitere Quarterbacks im Kader

Fest steht aber: Für den Rest der Spielzeit fehlt den Patriots der Mann, der sie in der vergangenen Saison zu 16 Siegen in 16 regulären Saisonspielen geführt hat.

Gut gerüstet für den eingetretenen Ernstfall ist New England nicht. Außer Brady sind nur zwei weitere Quarterbacks im Kader: Rookie Kevin O'Connell und Matt Cassel, der in Kansas City für Brady einsprang und den 17:10-Sieg sicherte.

Die Fans der Patriots klammern sich nun an die Hoffnung, dass Cassel denselben Karriereweg geht wie Brady, als ihn 2001 eine schwere Verletzung seines Vorgängers Drew Bledsoe auf die Starter-Position beförderte.

Cassel ein ewiger Ersatzmann

Bei genauerer Betrachtung aber hinkt der Vergleich: Brady war damals ohnehin schon drauf und dran, den schwächelnden Bledsoe abzulösen.

Cassels Vita dagegen weist ihn als geborenen Stellvertreter aus: Schon auf dem College war der 26-Jährige nie Stammspieler, sein bislang letztes bedeutsames Spiel von Anfang an machte er auf der High School.

Trotzdem bekam Cassel nach Bradys Ausfall demonstrativ den Rücken gestärkt: "Es gibt niemanden in diesem Team, in den wir kein Vertrauen haben", meinte etwa Offensive Lineman Matt Light.

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