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Anthony Gonzalez (Nr. 11) leitete mit seinem Geistesblitz die Ende ein © getty

Sechs Teams liegen am 2. Spieltag scheinbar aussichtslos zurück, doch fünf drehen das Spiel und verlassen als Sieger den Platz.

Von Rainer Nachtwey

München - Mit 0:15 lagen die Indianapolis Colts 90 Sekunden vor Ende des dritten Viertels bei den Minnesota Vikings hinten. Und dennoch haben sie das Spiel für sich entschieden.

In den Schlusssekunden verwandelte Adam Vinatieri ein Field Goal zum 18:15-Sieg des Super-Bowl-XLI-Gewinners.

Das Comeback der Colts war nicht das einzige. Insgesamt sechs Mannschaften holten einen Rückstand von zehn oder mehr Punkten auf. Bei Indy, San Francisco und Carolina waren es sogar 15 bzw. 14 Zähler und dennoch gewannen sie ihre Spiele.

Manning startet schwach

Für die Colts lief zu Beginn überhaupt nichts zusammen. Bereits beim ersten Spielzug leistete sich Superstar Peyton Manning eine Interception. In der ersten Spielhälfte kam der Quarterback nur auf 88 Yards. Am Ende der Partie standen bei ihm 311 Yards zu Buche.

Der Knackpunkt der Begegnung war ein Geistesblitz von Wide Receiver Anthony Gonzalez. Der letztjährige Rookie erhielt von Manning einen weiten Pass, ließ zwei Verteidiger ins Leere laufen und kämpfte sich bis zur 18-Yard-Linie der Vikings durch.

Beim Tackle ließ sich Gonzalez allerdings nicht mit dem Ball zu Boden reißen, sondern er warf dem hinter ihm laufenden Reggie Wayne den Ball zu, der sich bis zur Ein-Yard-Linie durchtankte.

Addai leitet Wende ein

Running Back Joseph Addai leitete mit einem Touchdown-Lauf über ein Yard die Aufholjagd ein. Waynes TD-Catch über 32 Yards rund fünf Minuten vor Schluss bedeuteten den Ausgleich.

"Das war ein sehr zufriedenstellender Sieg für mich, einer der besten seit ich in Indianapolis bin", sagte Head Coach Tony Dungy. "Es war sicherlich nicht besonders schön zum Anschauen, aber ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, denn sie hat großartig gekämpft."

Rookie führt Panthers zum Sieg

Nicht 15 Punkte, aber immerhin 14 Zähler lagen die Carolina Panthers im Heimspiel gegen die Chicago Bears zurück. Nach einem geblockten Punt gingen die Gäste durch Brandon Lloyd mit 7:0 in Führung und bauten ihre Führung kurz nach der Hälfte auf 17:3 aus, als Fullback Jason McKie aus einem Yard Entfernung in die Endzone lief.

Dann schlug jedoch die große Stunde von Rookie Jonathan Stewart. Der Running Back erzielte zwei Minuten vor Ende des dritten Viertel seinen ersten NFL-Touchdown zum 13:17-Anschluss und ließ vier Minuten vor Schluss den zweiten folgen.

Pleite für Olson "schwer zu schlucken"

Besonders bitter lief es für Chicagos Tight End Greg Olsen. Der letztjährige Rookie verursachte zwei Ballverluste. Sein zweiter leitete die Aufholjagd der Panthers ein. "Jedes Mal, wenn man zwei Fehler macht, die dazu führen, dass dein Team verliert, ist das schwer zu schlucken."

Die Panthers führen durch den zweiten Saisonsieg die NFC South an, Chicago liegt mit einem Sieg und einer Niederlage auf Rang zwei der NFC North.

49ers siegen in Seattle

Eine Auferstehung feierten die San Francisco 49ers. Nach 7:13 Minuten lagen die 49ers bereits mit 0:14 bei den Seattle Seahawks im Hintertreffen.

Doch angeführt von Quarterback J.T. O'Sullivan, der nicht nur für 321 Yards und einen Touchdown warf, sondern auch acht Sacks einsteckte, setzte sich die Mannschaft von Coach Mike Nolan mit 33:30 nach Verlängerung durch.

Dabei hätte Kicker Joe Nedney noch in der regulären Spielzeit den Sack zumachen können. Sein Field-Goal-Versuch aus 41 Yards ging rechts am Pfosten vorbei.

Besser machte er es dann in der Overtime, als er aus 40 Yards Entfernung den Ball zwischen den Stangen versenkte.

"Du bist als Kicker immer nur so gut wie dein letzter Kick war", sagte Nedney mit einem Lächeln. "Deshalb geht es mir jetzt ausgezeichnet."

Erfolge für Redskins, Packers und Broncos

Die Washington Redskins holten im letzten Viertel einen Neun-Punkte-Rückstand gegen die New Orleans Saints auf, um sich am Ende mit 29:24 durchzusetzen.

Weniger Glück hatten die Detroit Lions. Die Gastgeber lagen gegen die Green Bay Packers schon aussichtslos mit 0:21 hinten, gingen dann aber 7:41 Minuten vor Ende sogar 25:24 in Führung. Drei Touchdowns der Packers in den letzten drei Minuten bedeuteten für die Lions am Ende eine deutliche 25:48-Niederlage.

Die San Diego Chargers holten gegen die Denver Broncos einen 3:21-Rückstand auf, mussten sich am Ende aber dennoch 38:39 durch eine Two-Point-Conversion 24 Sekunden vor Schluss geschlagen geben.

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