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Beim Duell zwischen Pittsburgh und Tennessee ging es vergangene Saison hoch her © getty

Sowohl die Tennessee Titans und als auch Super-Bowl-Champ Pittsburgh Steelers sind beim NFL-Auftaktspiel auf Revanche aus.

Von Rainer Nachtwey

München/Pittsburgh - Ein gelbes Handtuch liegt auf dem Spielfeld und zwei 106 Kilo-Kolosse hüpfen wie wild darauf herum.

Es war ein kurioses Bild, das sich am 16. Spieltag im LP Field von Nashville bot.

Keith Bullock und LenDale White von den Tennessee Titans feierten den Gewinn der AFC mit dem in Bodenstampfen des "Terrible Towels", dem Fansymbol der Pittsburgh Steelers.

Für die Anhänger des späteren Super-Bowl-Champions ein Affront. Titans-Running-Back White bedauert jenen Vorfall keines Falls.

"Wenn mir wieder eines vor die Füße fällt, werde ich es erneut machen", kündigt der 24 Jahre alte Angriffsspieler vor dem Saisonauftakt seiner Titans bei den Steelers im Heinz Field (Fr., ab 2.30 Uhr LIVESCORES) an. "Mir ist es egal, ob sich jemand darüber aufregt."

Alles vergessen bei Kearse

Whites Mitspieler Jevon Kearse setzte sogar damals noch einen drauf und schnäuzte sich mit dem Handtuch die Nase.

Für den Defensive End gehört diese Geschichte jedoch der Vergangenheit an: "Mich interessiert das nicht mehr. Es ist passiert. Das war letzte Saison, also was soll ich mich darum noch kümmern."

Reed sieht Schmähung als Motivation

Steelers-Kicker Jeff Reed ließen die Titans wissen, dass Pittsburgh jene Schmähungen als Motivation nutzen werden. "Dann sollen sie es halt. Wir sind auf einem Handtuch rumgetreten, na und? Es ist doch logisch, dass wir das in unserem Stadion machen", meint Kearse.

Für die Mannschaft von Head Coach Jeff Fisher zählt viel mehr, über das überraschende Aus in den Divisional-Playoffs gegen die Baltimore Ravens hinwegzukommen.

Die Niederlage haben die Titans noch nicht verdaut. Das 10:13 nage noch immer an ihnen, verrieten einige Spieler. (DATENCENTER: Der 1. Spieltag)

Collins enttäuscht gegen Baltimore

"Wenn uns die Steelers im AFC Championship Game geschlagen hätten, wäre das einfacher zu schlucken gewesen", sagt Safety Chris Hope. "Wir haben gegen den Champ gewonnen, aber haben die Chance, um den Super Bowl zu spielen, vergeben. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack."

Besonders bei Quarterback Kerry Collins. Der 36 Jahre alte Spielmacher erwischte gegen die starke Abwehr der Ravens mit einer Interception und vielen Fehlpässen einen rabenschwarzen Tag.

Vier Wochen zuvor hatte Collins noch großen Anteil an jenem 31:14-Sieg über Pittsburgh, der White, Bulluck und Kearse zu den Schmähungen veranlasste.

"Das war ein enorm wichtiges Spiel ", erinnert sich Coach Fisher. "Das hätte uns damals eigentlich einen psychologischen Vorteil für die Playoffs bringen sollen."

"'08-Steelers gehören der Vergangenheit an"

Aber in den Playoffs drehten anschließend die Steelers auf, setzen sich erst gegen San Diego, anschließend gegen Baltimore und im Super Bowl gegen Arizona durch.

Jene Erfolge zählen für Steelers-Coach Mike Tomlin längst nicht mehr. "Was die '08-Steelers erreicht haben, ist Geschichte. Da gibt es keinen Unterschied zu '74 oder '75", sagt Tomlin. "Genauso interessiert es mich nicht, was LenDale White vor einem Jahr gemacht hat."

"Für mich zählt nur ein neues Football-Team für 2009 zu bilden, und ich hoffe, dass es erneut in der Lage ist, um den Titel zu spielen", führt der jüngste Trainer, der je eine Mannschaft zum Super-Bowl-Sieg führte, aus.

Stütze Hartwig bleibt Steelers erhalten

Die Möglichkeiten sind ihm dazu gegeben. Vom Meisterschaftskader haben lediglich zwei Starter den Klub verlassen.

Center Justin Hartwig verlängerte seinen Vertrag und wird Quarterback Ben Roethlisberger in den nächsten vier Jahren die gegnerischen Abwehrspieler vom Hals halten.

Für "Big Ben" ist Hartwig ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und der soll in den nächsten Jahren weitergehen. "Wir müssen uns als Offense weiter verbessern", weiß Roethlisberger. "Wir können uns nicht darauf verlassen, dass unsere Defense jedes Spiel für uns gewinnt."

Im letzten Jahr reichte es mit dem Angriff aber zum Sieg im Super Bowl.

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