Titelverteidiger Pittsburgh nimmt zum Auftakt der NFL-Saison Revanche an den Titans - aber der Triumph hat einen Beigeschmack.

Von Martin Hoffmann

München/Pittsburgh - Fans des Science-Fiction-Autors Douglas Adams kennen die Bedeutung, die Handtücher für Menschen haben.

Das gilt besonders für die Fans der Pittsburgh Steelers, für die ihre "Terrible Towels" fast so heilig sind wie ihr Team an sich.

Und so war auch vor dem Saisonstart der NFL die alles bestimmende Frage, ob die Steelers Rache für "Towelgate" nehmen würden.

Gemeint ist die Affäre, dass mehrere Spieler der Tennessee Titans nach dem 31:14-Sieg in der Vorsaison auf den symbolbeladenen Handtüchern herumgestampft sind.

Die Revanche dafür ist gelungen: Der Super-Bowl-Champions hat die Titans mit 13:10 in der Overtime niedergerungen 150658(DIASHOW: Die Bilder des Spieltags).

Wie Ali gegen Frazier

Es war ein hart erkämpfter Sieg in einer regelrechten Abwehrschlacht (DATENCENTER: Der 1. Spieltag).

"Es war wie Muhammed Ali gegen Joe Frazier, 15 Runden, die volle Distanz", meinte Tennessees Linebacker Keith Bulluck.

Den ersten erfolgreichen Schlag in diesem Kampf landete Pittsburgh im zweiten Viertel, als Star-Receiver Santonio Holmes nach Pass von Ben Roethlisberger aus 34 Yards den ersten Touchdown der Saison schaffte.

Noch vor der Halbzeit glichen die Gäste aber erfolgreich aus, Justin Gage fing einen Touchdown-Pass von Kerry Collins.

Ward vermasselt Entscheidung

Im Schlussviertel brachte ein Field Goal von Rob Bironas die Titans in Führung. Rund drei Minuten vor dem Ende glich Kicker-Kollege Jeff Reed allerdings aus.

Pittsburgh hatte dann nach einem schwachen Punt der Titans auch die Gelegenheit auf die Entscheidung.

Der sonst auch in diesem Spiel zuverlässige Receiver Hines Ward vermasselte die jedoch mit einem Fumble.

In der Overtime reichte Pittsburgh dann ein weiteres Field Goal von Reed nach vier Minuten und 32 Sekunden, um den Sack zuzumachen.

Passspiel läuft am Schnürchen

"Es ist gut zu wissen, dass wir enge Spiele gewinnen können", freute sich der Matchwinner.

Schlüssel zum Sieg für Pittsburgh war neben Reeds Treffsicherheit und der Abwehr vor allem das Passspiel.

Roethlisberger brachte 33 von 43 Würfen an den Mann und machte 363 Yards gut - die drittbeste Leistung seiner Karriere.

Eine persönliche Bestleistung stellte Holmes auf, der den Ball neunmal fing - für insgesamt 131 Yards.

Pause für den Abwehrrecken

So konnten die Steelers auch wettmachen, dass ihre Läufer gegen die starke Titans-Defensive mit nur 36 Yards fast wirkungslos waren.

Einen Wermutstropfen hatte der Arbeitssieg für Pittsburgh aber dennoch: Star-Safety Troy Polamalu, bis dahin bester Mann auf dem Platz, verletzte sich im zweiten Viertel am linken Knie.

Tennessees Alge Crumpler fiel bei einem Field-Goal-Block unglücklich auf Polamalu, der sich das mediale Seitenband zerrte.

Drei bis sechs Wochen Pause werden die Folge sein.

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