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Tony Romo (Nr.9) kam gegen die Eagles auf ein Quarterback Rating von 123,2 © getty

Wie in einem Western-Klassiker bestreiten Cowboys und Eagles den MNG-Showdown. Am Ende siegt das Team mit den stärkeren Nerven.

Von Rainer Nachtwey

München/Dallas - Es fehlte nur die staubige Straße und das vertrocknete Gestrüpp, das durch den Wind weggeweht wurde.

Wie in einem Western-Klassiker standen sie sich gegenüber: Mann gegen Mann. Auf der einen Seite die Cowboys, auf der anderen die Eagles. Dallas gegen Philadelphia.

Und wie in einem Western-Klassiker ging es Schlag auf Schlag beim Monday Night Game im Texas Stadium von Dallas.

"Das war echt cool. Wir waren Clint Eastwood", scherzte Quarterback Tony Romo nach der Partie.

Romo besiegt sein Trauma

In einem wahren Schlagabtausch setzten sich die Dallas Cowboys gegen die Philadelphia Eagles mit 41:37 durch. Für Romo war der Sieg ein besonderer. Denn mit dem Erfolg überwand der Quarterback der Dallas Cowboys sein Eagles-Heimspiel-Trauma.

Zwei Begegnungen hatte der 28-Jährige bis zu jenem Duell am Montagabend im heimischen Texas Stadium gegen die Philadelphia Eagles bestritten. Zweimal war er als Verlierer vom Platz gegangen, zweimal hatten die Experten anschließend von seinem bis dato schlechtesten Spiel in seiner Karriere gesprochen.

Diesmal besiegte Romo sein Trauma. Er führte sein Team mit drei Touchdown-Pässen und 312 Yards Raumgewinn zum Erfolg über den NFC-East-Rivalen.

Partie mit sieben Führungswechseln

Dabei sah es Anfang des zweiten Viertels gar nicht danach aus.

Nachdem sich Romo bereits eine Interception geleistet hatte, verlor er nach einer misslungenen Übergabe auf Running Back Marion Barber den Ball in der Endzone und Eagles-Verteidiger Chris Gocong eroberte diesen. Touchdown für die Eagles, und die Cowboys lagen mit 14:20 im Hintertreffen. Alles schien seinen üblichen Weg zu gehen, wenn Dallas und Philadelphia im Texas Stadium aufeinandertreffen.

Doch dies war kein übliches Spiel. Es war eine mitreißende Begegnung, die hin und her wogte. Sieben Führungswechsel, fünf Fumbles, eine Interception, ein Kickoff-Return-Touchdown über 98 Yards, viele spektakuläre Spielzüge und insgesamt 78 Punkte beinhaltete die Partie.

Owens übernimmt Rang zwei

"Von so einem Ballverlust in der Endzone darfst du dich nicht beeinflussen lassen. Ansonsten bist du lange nicht mehr sehr gut", sagte Romo.

Und der 28-Jährige zeigte sich unbeeindruckt. Nach dem Fumble in der eigenen Endzone führte Romo seine Offensive in der folgenden Angriffsserie über 56 Yards zum Touchdown und zur erneuten Führung.

Der Quarterback bediente Terrell Owens über vier Yards in der Endzone. Für den Wide Receiver Owens war es bereits der zweite TD-Catch des Abends, wodurch er mit insgesamt 132 Karriere-Touchdowns Rang zwei in der ewigen Bestenliste eroberte.

"Wir haben weiterhin an uns geglaubt. Jeder hat sich gesagt: 'Hey, das packen wir noch'", sagte Head Coach Wade Phillips.

Aus dem Negativen lernen

Zwar schlugen die Eagles durch einen Touchdown von Running Back Brian Westbrook zurück, doch es schlichen sich mehr und mehr Nachlässigkeiten in das Spiel der Eagles ein.

"Wir könne viel Positives aus dieser Partie mitnehmen", sagte McNabb. "Aber wichtiger ist, dass wir aus dem Negativen lernen. Das wird uns als Team besser machen."

Was McNabb meint, waren die beiden Ballverluste, die er und Westbrook sich in der zweiten Hälfte leisteten.

Barber bestraft Nachlässigkeit

Nach der Pause ging Dallas durch einen Touchdown-Pass von Romo auf Barber über 17-Yards mit 31:30 in Führung. Zwar konterte Philadelphia durch Westbrooks dritten Touchdown, doch nach einem Field Goal von Dallas' Kicker Nick Folk zum 34:37-Anschluss ereignete sich 8:59 Minuten vor Ende der Partie der entscheidende Fumble der Eagles.

Die Cowboys schlugen in Person von Barber daraus Kapital. Der Running Back brachte Dallas mit einem Lauf über ein Yard 41:37 in Führung. Dabei blieb es.

"Wir wissen, dass es nie perfekt laufen wird. Es wird immer wieder Interceptions, Fumble und vergebene Möglichkeiten geben. Aber wir haben als Team zusammengespielt. Sowohl in der Offensive als auch in der Defensive hat jeder Einzelne seine Leistung gebracht", zeigte sich Owens von seiner Mannschaft beeindruckt. "Und das haben wir für den Sieg gebraucht."

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