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Lane Kiffin ist seit Januar 2007 Trainer der Oakland Raiders © getty

Nach dem Sieg in Kansas City hat Lane Kiffin seinen Rauswurf bei den Oakland Raiders verhindert. Zumindest vorerst.

Von Rainer Nachtwey

München - Mit dem 23:8-Sieg in Kansas City hat sich Oaklands Head Coach Lane Kiffin seinen Job gesichert, zumindest vorerst.

Denn nach dem unsäglichen 14:41 beim Saisonauftakt gegen die Denver Broncos hatten die Medien bereits berichtet, dass der Raiders-Trainer im Falle einer Niederlage gehen müsse.

Doch die Trennung zwischen Kiffin und den Raiders scheint unausweichlich. "Es ist keine Frage ob, sondern wann er gefeuert wird", sagt Michael Lombardi bei "NFL Network". "Die Trennung wird irgendwann während der Saison erfolgen", ist sich der ehemalige Raiders-Manager sicher. Und es gibt genug Gründe dafür, warum Lombardi Recht behalten könnte.

Rücktrittsgesuch zugeschickt

Raiders-Besitzer Al Davis versuchte bereits im Januar, Kiffin zum Rücktritt zu überreden, als dieser sich gegen Davis' Willen von Defensive Coordinator Rob Ryan trennen wollte. Davis schickte Kiffin daraufhin sogar ein Rücktrittsgesuch nach Hause.

Der Coach antwortete, wenn Davis ihn loswerden wolle, müsse er ihn schon feuern. Kiffins Beweggründe liegen auf der Hand. Schließlich würden ihm bei einer Entlassung sein Gehalt der nächsten zwei Spielzeiten - pro Jahr zwei Millionen Dollar - zustehen.

"Das ist jetzt nur noch ein Kampf ums Geld", ist sich Lombardi sicher.

Kiffin wittert Verschwörung

Im August gab Davis einen weiteren Seitenhieb Richtung Kiffin ab. "Das ist nicht der Junge, den ich angestellt habe", meckerte der 79-Jährige.

Am Mittwoch nach der 14:41-Schmach gegen die Broncos ließ Kiffin dann seinem Ärger freien Lauf. Er griff Davis und Ryan an. Die Klatsche wäre größtenteils darauf zurückzuführen, dass sich Teambesitzer und Defensive Coordinator gegen ihn verschworen hätten, um ihn von Entscheidungen, die die Verteidigung betreffen, auszugrenzen.

Coordinator schlägt zurück

Ryan ließ das nicht auf sich sitzen. Wie der ?San Francisco Chronicle? berichtet, trat er allerdings erst vor die Presse, nachdem er von Davis in dessen Büro zitiert wurde und es mit dem Auftrag verließ, zurückzuschlagen.

In seiner Rede bestritt er Kiffins Anschuldigen. Er habe überhaupt nicht die Zeit, sich mit dem Besitzer zu unterhalten. "Ich komme nicht einmal dazu, mit meiner Frau zu sprechen", sagte Ryan. "Wenn ich mal Zeit für ein Telefonat finde, werde ich garantiert sie anrufen."

Quelle spricht sich für Ryan aus

Die Stimmung bei den Raiders ist gespalten. Laut dem "Chronicle" habe am Sonntag nach dem Sieg "eine Raiders-Quelle" in der Umkleide ein Loblied auf Ryan angestimmt. "Jemand musste mal den Mund aufmachen. Rob hat wie eine Führungskraft gehandelt. Er hat sich vor das Team gestellt. Er hat Verantwortung übernommen. Nicht wie der Head Coach."

Um wen genau es sich bei der Quelle gehandelt habe, ob Spieler oder Funktionär, wurde nicht bekannt.

Spieler stehen zu Kiffin

Die Spieler, die sich öffentlich geäußert haben, stehen hinter Kiffin. "Diese ganze Geschichte zieht sich seit einer Ewigkeit hin. Als Spieler beschäftigst du dich nicht damit. Du kümmerst dich nur um Angelegenheiten, die du beeinflussen kannst. Ich hoffe nur, dass er nicht entlassen wird", sagte Wide Receiver Ronald Curry. "Kiffin macht einen großartigen Job."

Linebacker Thomas Howard überlässt es "denen da oben", sich um diese Angelegenheit zu kümmern. "Er ist jetzt hier und er wird nächste Woche noch hier sein. Er ist unser Head Coach, und wir werden versuchen, weiterhin für ihn zu gewinnen."

Dies dürfte auch die einzige Möglichkeit sein, Kiffins Job zu retten. Denn wie eine weitere Quelle mitteilte, sei Ryan soweit. Für was, dürfte jedem in Oakland klar sein.

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