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Michael Vick begann seine NFL-Karriere 2001 bei den Atlanta Falcons © getty

Michael Vick gibt beim Sieg über Kansas sein Comeback in der NFL. Groß ins Spielgeschehen greift er aber nicht ein.

Von Rainer Nachtwey

München/Philadelphia - Kurz nach 13.30 Uhr Ortszeit war es soweit: Michael Vick wurde von Philadelphias Head Coach Andy Reid auf das Spielfeld beordert.

1001 Tag nach seinem letzten Snap - damals noch im Trikot der Atlanta Falcons - nahm der 29 Jahre alte Spielmacher wieder den Ball von seinem Center auf.

Zwar blieben Vicks zwei Wurfversuche erfolglos und auch sein einzige Lauf endete bereits nach sieben Yards, doch für den ehemaligen Strafgefangenen des Leavenworth-Gefängnisses in Kansas war sein Einsatz bei acht Spielzügen eine Befreiung.

"Allein da raus zugehen und die Angst zu verlieren, war unglaublich. Selbst über die Hits, die ich einstecken musste, habe ich mich gefreut", meinte Vick.

Youngsters trumpfen auf

Die Eagles benötigten Vick beim ungefährdeten 34:14-Sieg am 3. Spieltag über die Kansas City Chiefs nicht. Vielmehr schien die Anwesenheit Vicks, der die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zog, die Youngsters zu befreien (DATENCENTER: Der 3. Spieltag).

Quarterback Kevin Kolb, Running Back LeSean McCoy und Wide Receiver DeSean Jackson ließen die Ausfälle von den Startern Donovan McNabb und Brian Westbrook völlig vergessen.

Jackson stellt Bestmarke auf

Kolb gab zwei Touchdown-Pässe und lief einmal in die Endzone. McCoy kam ebenfalls auf einen Touchdown-Lauf und Jackson stellte mit 149 Yards, darunter ein TD-Catch über 64 Yards, eine persönliche Bestmarke auf.

"Uns wurde mitgeteilt, dass Donovan und Westbrook nicht spielen würden", meinte Kolb. "Für uns war das eine Möglichkeit, unter Beweis zu stellen, warum sie uns gedraftet haben. Ich denke, den Beweis haben wir erbracht."

Detroit - Washington 19:14

19 Spiele oder 21 Monate oder 644 Tage: So lange mussten die Fans der Detroit Lions warten, ehe sie wieder einen Sieg ihrer Mannschaft bejubeln durften. Durch das 19:14 über die Redskins beendeten die Gastgeber eine Niederlagenserie, die sich bis in die Spielzeit 2007 hinein erstreckte.

"Uns ist mit dem Sieg kein Stein vom Herzen gefallen, das war ein ganzes Bergmassiv", freute sich Besitzer William Clay Ford. "Ich hoffe, dass wir dadurch jetzt endlich die Kurve kriegen und mit dem Gefühl eines Sieges eine andere Mentalität verbreiten."

Dadurch entgingen die Lions auch der NFL-"Bestmarke" der Tampa Bay Buccaneers, die zwischen 12. September 1976 und 4. Dezember 1977 26 Spiele in Serie verloren hatten.

Für Nummer-Eins-Pick Quarterback Matt Stafford, der einen Touchdown-Pass an den Mann brachte, war es der erste Sieg in der NFL.

Minnesota - San Francisco 27:24

Während die Dramaturgie im Spiel zwischen den Lions und den Redskins im ersten Sieg der Lions nach 19 Niederlagen in Folge lag, sorgten die Vikings und die 49ers für ein Wechselbad der Gefühl auf dem Platz. Fünf Führungswechsel bedeuteten Hochspannung im Metrodome von Minneapolis - der letzte folgte in den letzten zwei Sekunden.

12 Sekunden waren noch auf der Uhr, als Minnesotas Quarterback Brett Favre den Ball aufnahm und 32 Yards bis zur Endzone der Gäste beim Spielstand von 20:24 zu überbrücken waren.

43. erfolgreiche Comeback im letzten Viertel

Favre duckte sich unter zwei Sack-Versuch der 49ers-Verteidigungsreihe weg, ging drei Schritte und warf den Ball in die Endzone auf Greg Lewis, der mit einem spektakulären Catch den Ball innerhalb der Endzone fing, brachte beide Füßen auf den Boden, ehe er aus dieser herausstolperte - der Sieg 156805(DIASHOW: Die Bilder vom Catch).

"Ich kann mich nicht mehr an alle erinnern", meinte Brett Favre, der zum 43. Mal ein Team zum Sieg nach Rückstand im letzten Viertel verhalf, "aber das ist ein ganz besonderer Comeback-Erfolg."

EIne weitere bittere Niederlage für Clemens

Für San Francisco, das mit einem Sieg erstmals seit 1998 wieder mit drei Erfolgen in eine Saison gestartet wäre, war es eine schwer zu schluckende Pille.

"Ich habe schon die eine oder andere bittere Niederlage einstecken müssen", meinte Cornerback Nate Clemens, der nach einem geblockten Field-Goal-Versuch einen Touchdown erzielte, "jetzt kann ich auf der Liste eine weitere hinzufügen. Aber die tut besonders weh."

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