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Josh McDaniels gewann als Assistenztrainer drei Superbowls mit den New England Patriots © getty

Nach dem ersten Drittel der NFL-Saison zeigt Sport1.de die Gewinner der ersten Spieltage und nennt die Gründe für den Aufschwung.

Von Robert Gherda

München ? Rund ein Drittel der NFL-Saison ist absolviert und die Spielzeit blieb nicht ohne Überraschungen.

Die vor der Saison eher schwach eingeschätzten Denver Broncos fahren einen Sieg nach dem anderen ein.

Neben dem Klub aus Colorado weisen mit den Indianapolis Colts, Minnesota Vikings und New Orleans Saints drei weitere Klubs eine blütenweiße Weste auf.

Sport1.de blickt im ersten Teil der Zwischenbilanz auf die Gewinner der bisherigen Saison und nennt Gründe für den Aufschwung:

Denver Broncos (6:0-Bilanz)

Noch vor einem halben Jahr konkurrierten die Broncos mit den Oakland Raiders um den inoffiziellen Titel des "Chaos-Klub".

Nach dem kolossalen Einbruch zum Ende der vergangenen Saison, als man mit drei Niederlagen in Serie die sicher geglaubte Playoff-Teilnahme noch verspielte, erlebte die Franchise einen turbulenten Winter.

Zunächst trennten sich die Broncos überraschend von Trainerlegende Mike Shanahan, anschließend überwarf sich der neue Coach Josh McDaniels mit Quarterback Jay Cutler und Wide Receiver Brandon Marshall.

Cutler schob Denver zu den Chicago Bears für Kyle Orton ab, und weil Marshall das Training verweigerte, da er auf einen neuen Vertrag pochte, suspendierte McDaniels den Receiver.

Kurzum: Die Broncos gaben ein erbärmliches Bild ab.

McDaniels' Amtszeit schien beendet, bevor sie begonnen hatte. Doch alles kam anders:

Marshall hat sich komplett ins Team integriert und disziplinierter denn je. Der unterschätzte Orton führt Denver von Sieg zu Sieg.

Sechs Erfolge sind es mittlerweile in ebenso vielen Spielen. Dabei schlug die Mannschaft aus der "Mile High City" auch Teams wie die Dallas Cowboys, New England Patriots oder am vergangenen Montag die San Diego Chargers, die alle deutlich stärker eingeschätzt wurden.

McDaniels ist es gelungen, aus dem Team eine Einheit zu formen, das dem Energiebündel an der Seitenlinie vertraut.

Dank einer runderneuerten Defensive, die derzeit die beste der NFL ist, und einem grundsoliden Laufspiel im Angriff, blickt man im "INVESCO Field" wieder optimistisch in die Zukunft.

Und dann ist da noch Orton, der in den sechs Spielen bisher nur eine Interception warf - diese bei einem "Hail-Mary-Versuch" vor der Halbzeitpause gegen New England.

Minnesota Vikings (6:0-Bilanz)

Auch die Wikinger aus Minneapolis erlebten einen ereignisreichen Winter. Seit Jahren bereits gelten die Vikes, als "bestes Team der Liga ohne Quarterback".

Tavaris Jackson, den Trainer Brad Childress als neuen Spielmacher aufbauen wollte, war nicht die ideale Lösung, und so versuchten die Vikings Legende Brett Favre erneut aus dem Vorruhestand zu locken.

Was folge, war eine monatelange Odyssee mit letztlich gutem Ausgang.

Am 7. August unterschrieb der mittlerweile 40-Jahre alte Spielmacher einen Ein-Jahres-Vertrag, um die Vikings zum Super Bowl zu führen.

Dieses Ziel könnte der dreifache MVP tatsächlich erreichen, denn Minnesota entschied bisher alle sechs Spiele für sich.

Und Favre hat dabei seinen Anteil. Der Routinier bringt knapp 70 Prozent seiner Anspiele an den Mann und warf bereits zwölf Touchdown.

Dem stehen lediglich zwei abgefangene Pässe gegenüber. Mit einem Quarteback-Rating von 109,5 muss Favre in der Saisonstatistik lediglich Peyton Manning (114,1) den Vortritt lassen.

Besonders hervorzuheben ist das Spiel gegen die San Francisco 49ers, das Favre mit einem sensationellen Drive in der Schlussminute praktisch im Alleingang umbog.

Zusammen mit dem wohl besten Running Back, Adrian Peterson, einer überragenden Offensive- und Defensive Line verbreitet der ?Oldie? weiterhin Angst und Schrecken in der NFL.

New Orleans Saints (5:0-Bilanz)

Seit Jahren fackeln die Saints ein Offensivfeuerwerk nach dem anderen ab, dem Gegnüber stand jedoch eine Defense, löchrig wie ein Schweizer Käse.

Oftmals ließ die Verteidigung noch mehr Punkte zu, so dass das Team aus Louisiana in den letzten beiden Jahren jeweils die Playoffs verpasste.

Doch 2009 scheint Coach Sean Payton und seine Crew die richtige Mischung gefunden zu haben.

Drew Brees, der in der vergangenen Saison nach Dolphins-Legende Dan Marino erst als zweiter Quarterback über 5000 Yards warf, sorgt auch dieses Jahr für Punkte en masse.

Mit dreizehn Touchdowns in nur fünf Spielen liegt Brees in dieser Statistik auf Rang zwei hinter Matt Schaub. Der Quarterback der Houston Texans kommt mit einem Spiel mehr auf dem Buckel auf 14.

Doch auch die in den vergangenen Spielzeiten gescholtene Verteidigung hat ihren Anteil am Erfolg. Mit 11 Interceptions und vier eroberten Fumbles führen die Saints die NFL in der Turnover-Statistik an.

Auch die drei Touchdowns der Verteidigung sind ligaweit unerreicht.

Für ein großes Ausrufezeichen sorgten die Saints in der vergangenen Woche, als man die zu der Zeit ebenfalls noch ungeschlagenen New York Giants mit 48:27 deklassierte.

Die Saints müssen sich in ihrer Division zwar starker Konkurrenz mit den Atlanta Falcons erwehren, aber ein Playoff-Einzug erscheint derzeit mehr als nur wahrscheinlich. Und das nicht nur dank Drew Brees.

Indianapolis Colts (5:0-Bilanz)

Seit Jahren gelten die Colts als heißer Anwärter auf den Super Bowl. Auch vor dieser Saison ist dies nicht anders.

Allerdings waren viele Experten gespannt, wie das Team den Abgang von Coach Tony Dungy und Wide Receiver Marvin Harrison verkraften würde. Nach fünf Spielen können diese Fragen ohne Zweifel mit dem Wort "problemlos" beantwortet werden.

Peyton Manning warf in jedem Spiel über 300 Yards und musste dabei sogar auch auf die neue Nummer-zwei-Anspielstation Anthony Gonzalez verzichten.

Aber Jungspunde wie Austin Collie und Pierre Garcon sprangen neben den etablierten Dallas Clark und Reggie Wayne in die Bresche und sorgen dafür, dass bereits die ersten Insider von einer 16:0-Bilanz sprechen.

In der Tat scheint dieses Unterfangen, das bisher nur den New England Patriots 2007 gelang, nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Die Colts empfangen die stärksten Widersacher noch im heimischen Lucas Oil Stadium. Einzig mit den Baltimore Ravens wartet noch ein Auswärts-Kracher auf den Champion von 2007.

Weitere Gewinner: Cincinnati Bengals (4:2-Bilanz), Francisco 49ers (3:2)

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