Nach dem ersten Drittel der NFL-Saison zieht Sport1.de eine Zwischenbilanz und nennt die Verlierer der bisherigen Runde.

Von Robert Gherda

München - Nach einem Drittel der NFL-Saison dümpelt der letztjährige Überflieger Tennesse Titans im Tabellenkeller herum.

Auch bei den St. Louis Rams, Washington Redskins Tampa Bay Buccaneers und den San Diego Chargers verdunkeln sich die Mienen der Besitzer, Trainer und Fans.

Sport1.de zieht Bilanz und nennt die Gründe für die Misere der Verlierer der bisherigen Saison (Hier geht es zu den Gewinnern):

Tennessee Titans: (0:6-Bilanz)

Für Cheftrainer Jeff Fisher kommt es derzeit knüppeldick. Seit 16 Jahren trainiert der Coach bereits die Titans, aber noch niemals kam er so unter die Räder wie beim 0:59 am Sonntag bei den New England Patriots.

"Beschämend und peinlich" sei es gewesen, erklärte der 51-Jährige. Die Titans, in der vergangenen Saison noch mit 10:0-Siegen gestartet, sind nur noch ein Schatten ihrer Selbst.

Da passt es ins Bild, dass aufgebrachte Fans den Rücktritt Fishers forderten, da sich dieser auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung zum Spaß in einem Peyton Manning-Trikot des Erzrivalen Indianapolis Colts ablichten ließ.

Fisher nahm dies locker, aber die Probleme auf dem Feld sind unverkennbar. Während Tennessee die ersten drei Partien noch denkbar knapp und auch unglücklich verlor, erlebte die Truppe aus Nashville in Jacksonville, gegen Indianapolis und eben bei den Patriots eine Blamage.

In der Verteidigung fehlt Tackle Albert Haynesworth an allen Ecken und Enden, und Passrusher Kyle Vanden Bosch wartet noch auf seinen ersten Sack. Zudem kämpft die erfahrene Secondary mit Verletzungen.

Über die Jahre verpassten die Titans, frisches Blut ins Team zu integrieren. Stattdessen peilte der Klub den kurzfristigen Erfolg an. Lediglich drei Starter in Abwehr und Angriff unterschreiten die 25-Jahre-Marke.

Nach der Bye-Week wird Fisher wohl dem einen oder anderen Talent eine Chance geben.

Und auch Quarterback Vince Young darf wohl noch einmal zeigen, ob er das Zeug zu einem Starter hat. Eine andere Wahl hat der Coach nicht - die Saison ist so gut wie gelaufen.

Washington Redskins: (2:4-Bilanz)

100-Millionen-Dollar-Mann Albert Hanynesworth verließ die Titans, um der bestbezahlte Defensivespieler der Geschichte zu werden. Doch in Washington läuft es weder für ihn noch für sein neues Team.

Zwar weist der Defensive Tackle bereits zwei Sacks auf, aber Fachleute kritisieren, dass er nicht mehr mit der gleichen Intensität spielt wie noch in Nashville.

Das Problem liegt jedoch nicht in der Defensive, viel mehr lahmt das Angriffsspiel.

Die Offense erzielte in den ersten sechs Spielen nur 79 Punkte und mit Niederlagen bei den harmlosen Detroit Lions und die bis dato sieglosen Kansas City Chiefs vergaben die Rothäute fest einkalkulierte Siege.

Head Coach Jim Zorn wirkt überfordert und wird nach der Chiefs-Pleite nicht mehr die Spielzüge durchgeben.

Quarterback Jason Campbell hat den Wirbel in der Offseason, als in Washington über Jay Cutler und den jetzigen Jets-Rookie Mark Sanchez spekuliert wurde, offensichtlich nicht weggesteckt.

Daher ist es wenig verwunderlich, dass die meisten Experten annehmen, dass Snyder bald einschreiten und noch während der Saison versuchen wird, Mike Shanahan in die Hauptstadt zu lotsen.

Tampa Bay Buccaneers: (0:6-Bilanz)

Letzte Saison starteten die Bucs mit 9:3-Siegen, bevor das Team die letzten vier Spiele verlor und noch die Playoffs verpasste. Der langjährige Coach John Gruden musste seinen Hut nehmen, und mit Raheem Morris sollte frischer Wind in die Truppe kommen.

Auch Starting Quarterback Jeff Garcia gaben die Bucs den Laufpass, und wurde durch Byron Leftwich ersetzt. Zusätzlich verpflichtete Tampa Bay mit Josh Freeman einen neuen Franchise-Spielmacher über den Draft.

Von der erhofften Aufbruchsstimmung durch die Wechsel ist nach sechs Spieltagen nichts mehr zu sehen:

Josh Johnson löste Leftwich nach dessen schwachen Auftritten ab, aber auch der Ersatzmann bleibt Vieles schuldig. Das Spiel in London gegen New England dürfte wohl die letzte Chance für Johnson sein, bevor anschließend die "Freeman-Ära" in Tampa beginnt.

Doch der Quarterback ist nur ein Teil des Problems. Viel gravierender ist die Leistung der Defensive gegen das Laufspiel. Die Gegner kommen durchschnittlich auf über 171 Yards.

Nach dem Spiel in London hat das Team aus Florida seine Bye-Week und sollte anschließend eine Siegesserie starten, sonst wird die Presse im Sunshine State ungemütlich und es für den Rookie-Trainer eng.

St. Louis Rams: (0:6-Bilanz)

Niemand erwartete vor der Saison, dass die Rams um die Playoffs spielen. Aber so miserabel, wie sich das Team derzeit präsentiert - damit war nicht zu rechnen.

Kümmerliche 54 Punkte erzielten die Rams bisher und gegen die beiden Divisionsrivalen aus San Francisco (0:35) und Seattle (0:28) kassierte St. Louis zwei derbe Klatschen. Derzeit passt bei den Rams einfach gar nichts.

Neben der schwächsten Offensive stellt die Truppe aus Missouri auch die drittschlechteste Verteidigung der NFL.

Einziger Hoffnungsschimmer ist, dass vier der kommenden fünf Spiele zu Hause stattfinden und die Klubverantwortlichen sich auch beim Auswärtsspiel in Detroit Chancen ausrechnen.

Zudem kehrt nach überstandener Verletzung mit Marc Bulger der Kopf des Angriffsspiels zurück. Dennoch würde es einem Wunder gleichen, sollte St. Louis diese Saison mehr als zwei Spiele gewinnen.

San Diego Chargers: (2:3-Bilanz)

Die "Bolts" starteten in den vergangenen beiden Saisons jeweils mit 2:3 und erreichten noch die Playoffs. Ob es auch dieses Mal reicht, erscheint äußerst fraglich.

LaDainian Tomlinson kündigte vor Saisonbeginn an, so gut in Form zu sein, wie seit Jahren nicht - doch davon ist nichts zu sehen.

Philip Rivers spielt zwar eine solide Saison, aber ist ständig unter Druck, da die Offensive Line ihn nur selten schützt. Der Ausfall von Center Nick Hartwick schmerzt sehr.

Und die Defensive lässt bei Third Downs des Gegners zu oft neue First Downs zu. In dieser Statistik belegen die Chargers mit über 50 Prozent den letzten Platz.

Dass es bei den Kaliforniern nicht läuft, zeigten zuletzt die Partien in Pittsburgh und gegen Denver.

Die Steelers führten die Chargers drei Viertel lang vor, und gegen die Broncos erzielten Rivers und Co. in der zweitel Halbzeit nur drei Punkte.

Sollte das Team sein zweifelsohne vorhandenes Potenzial nicht bald abrufen, finden die Playoffs ohne San Diego statt. Denn Denver enteilt mit seiner Siegesserie jede Woche ein Stückchen mehr.

Weitere Verlierer: Cleveland Browns (1:5-Bilanz), Carolina Panthers (2:3-Bilanz)

(Zu den Gewinnern)

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