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Ronnie Brown stellte mit vier Touchdownläufen einen Klubrekord auf © getty

Miami überrascht am dritten Spieltag in New England. Ein überragender Running Back und eine neue Strategie bringen den Erfolg.

Von Rainer Nachtwey

München/Foxborough - 21 Spiele in der Regulären Saison hatten die New England Patriots in Serie erfolgreich bestritten.

In dieser Zeit gewannen die Miami Dolphins nur eine einzige Partie.

Nach dem Aufeinandertreffen in Foxborough steht der Klub aus Florida nun mit dem zweiten Sieg aus den letzten 22 Begegnungen da und dem ersten der Saison.

Mit 38:13 überrannten die Dolphins den AFC-East-Rivalen und feierten den ersten Erfolg unter dem neuen Head Coach Tony Sparano.

Große Verwirrung bei den Patriots

Garanten beim deutlichen Sieg waren Ronnie Brown, der an fünf Touchdowns beteiligt war, und eine neue Angriffsstrategie von Sparano.

Bei der sogenannten "Wildcat"-Formation erhielt Brown den Snap direkt vom Center, ohne den Umweg über Quarterback Chad Pennington, der sich als Wide Receiver in der Formation aufstellte.

Dadurch sorgten die Dolphins für große Verwirrung bei den Patriots. "Als mir die Trainer davon berichteten, was sie vor haben, wusste ich, dass es funktionieren wird", sagte Brown.

Drei Touchdowns zur Halbzeit

Beim ersten Einsatz der "Wildcat" ging Miami durch Browns ersten Touchdown-Lauf über drei Yards 7:0 in Führung.

Eine Dolphins-Angriffsserie später lief der Running Back über 15 Yards in die Endzone und erhöhte dadurch auf 14:3 - diesmal ohne die Verwendung der neuen Strategie.

Diese kam dann 1:03 Minuten vor der Halbzeit erneut zum Einsatz. Brown schraubte sein Touchdown-Konto der Partie durch einen 5-Yard-Lauf auf drei hoch und das Halbzeitergebnis auf 21:6.

Gatorade-Dusche für Sparano

Der größte Coup gelang den Dolphins nach der Pause. 9:09 Minuten waren gespielt, als Brown den direkten Snap von Center Samson Satele erhielt. Der Running Back lief nach links und sah in der Endzone Anthony Fasano. Mit einem Pass über 19 Yards bediente er den Tight End.

"Das hat echt Spaß gemacht", sagte Sparano, auf den am Ende der Partie eine Dusche aus der Gatorade-Tonne durch Joey Porter und Jason Ferguson wartete. "Die Jungs haben die Strategien perfekt umgesetzt, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive."

Wie ein kopfloser Hühnerhaufen

Brown gab sich nach seinem ersten TD-Pass in der NFL noch nicht zufrieden. Im letzten Viertel legte er - erneut nach Einsatz der "Wildcat"-Formation - einen weiteren Touchdown nach.

Der 26-Jährige lief über 62 Yards in die Endzone der Gastgeber.

"Das war brutal, einfach brutal", sagte Patriots-Verteidiger Ty Warren.

Und auch sein Teamkollege Rodney Harrison wusste nicht, wie ihm geschah. "So etwas habe ich davor noch nicht gesehen", sagte der Safety, der seit 15 Jahren in der NFL spielt. "Ich habe keine Ahnung, warum wir diesen Spielzug nicht stoppen konnten. Sie haben uns den Hintern versohlt."

Cassel enttäuscht

Die Patriots enttäuschten auf ganzer Linie. Sowohl in der Defensive, als auch im Angriff fand die Truppe kein Mittel gegen die Dolphins.

"Wir sind rumgelaufen wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Ein aufgescheuchter Hühnerhaufen, den man allen die Köpfe abgeschlagen hat", brachte Defensive End Richard Seymour die Verfassung auf einen Nenner.

Neben den Schwierigkeiten in der Verteidigung zeigte Quarterback Matt Cassel, der den verletzten Tom Brady vertritt, eine schwache Vorstellung. Der 26 Jahre alte Spielmacher leistete sich eine Interception und einen Fumble.

"Für mich war es das erste Mal, dass ich einem Rückstand hinterhergelaufen bin", sagte Cassel. "Wir müssen aus dieser Niederlage lernen."

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