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Derek Anderson warf letzte Saison 29 Touchdown-Pässe © getty

Für Derek Anderson ist das Ohio-Derby ein besonderes Spiel: Vor einem Jahr war es sein erster Start, jetzt könnte es sein letzter sein.

Von Rainer Nachtwey

Am 16. September 2007 schickte Clevelands Head Coach Romeo Crennel Quarterback Derek Anderson erstmals als Starter für die Browns aufs Feld.

Der junge Spielmacher zeigte gegen die Cincinnati Bengals eine beeindruckende Leistung:

Fünf Touchdown-Pässe, 328 Yards und ein Passer Rating von 121,0 standen am Ende für ihn zu Buche und 51:45-Heimsieg über den Ohio-Rivalen.

21 Millionen Dollar als Lohn

D.A. hatte sich damit als klare Nummer Eins etabliert und führte die Browns zu zehn Saisonsiegen.

Den Lohn für seine Glanztaten erhielt er durch eine Pro-Bowl-Berufung und eine Vertragsverlängerung über drei Jahre, die mit 21 Millionen Dollar versüßt wurde.

Anderson droht die Ersatzbank

Am Sonntag, rund ein Jahr später, tritt Cleveland erneut zum Ohio-Derby (ab 19 Uhr LIVESCORES) gegen die Bengals an.

Doch die Vorzeichen sind diesmal komplett anders. Nicht nur, dass das erste Aufeinandertreffen diesmal in Cincinnati stattfindet.

Hatte Anderson in der Vorsaison noch Charlie Frye als Starter abgelöst, droht ihm nun die Ersatzbank.

Backup wartet nur auf einen Fehler

Nach schwachen Leistungen und drei Niederlagen zum Auftakt übt der letztjährige Erstrunden-Pick Brady Quinn Druck auf den 25-Jährigen aus.

Zwar erhält Anderson weiterhin Rückendeckung von Coach Crennel, bei einer erneut schwachen Vorstellung steht die Ablösung allerdings bevor.

"Für das Team wäre es nicht das Beste gewesen, wenn wir uns nicht frühzeitig festgelegt hätten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, Anderson als Starter zu benennen", sagte Crennel am Mittwoch, schränkte aber zugleich ein: "Quinn wird für alle Fälle bereit sein."

Berater spricht sich für Quinn aus

Denn nicht nur der Druck auf Anderson, auch der auf seinen Trainer nimmt zu. Klub-Berater Jim Brown spricht sich für Quinn aus, will aber Crennel nicht in den Rücken fallen.

"Wenn Brady diese Woche aufliefe, würde das eine Veränderung mit sich bringen. Warum sollten wir keine Veränderung vornehmen, wodurch der Funke überspringen würde? Und wenn es nicht funktioniert, können wir immer noch zurück wechseln", begründet der ehemalige Running Back des Klubs seinen Vorstoß. "Die Entscheidung liegt aber immer noch beim Coach."

Edwards unterstützt Anderson

Die Mitspieler stärken entgegen Browns Äußerungen - "die Mannschaftsführer und andere einzelne Spieler sind meiner Meinung" - weiterhin Anderson den Rücken.

"Derek ist unser Mann", sagt Wide Receiver Braylon Edwards. "Nur weil wir drei schlechte Spiele abgeliefert haben, können wir ihn jetzt nicht fallen lassen. Wir haben drei schlechte Spiele gehabt, nicht er allein, sondern wir, das Team. Wir stehen 100 Prozent zu ihm."

Wechsel die einfachste Alternative

Dies sollte die Mannschaft in Cincinnati beweisen, denn dadurch würde sie ihrem Quarterback aus der Patsche helfen.

Ein erneutes Versagen der Offensive kann für Anderson ein böses Ende haben. Denn Crennel hat schließlich nicht die Möglichkeit den gesamten Angriff auszutauschen. Daher ist der Wechsel auf der Spielmacher-Position die einfachste Alternative.

Nicht nur gute Erinnerungen

Für Anderson wäre es am besten, er würde an seine Leistung vom 2. Spieltag des Vorjahrs anknüpfen.

Allerdings verbindet er nicht nur die guten Erinnerungen an Cincinnati. Am 16. Spieltag verspielte Cleveland mit der Niederlage im Paul Brown Stadium die Playoff-Qualifikation.

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