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Mewelde Moore spielte vor seinem Wechsel nach Pittsburgh vier Jahre in Minnesota © getty

Ein Ersatz-Running-Back führt Pittsburgh zum 14. Sieg in Serie beim Monday Night Game. Baltimore vergibt eine deutliche Führung.

Von Rainer Nachtwey

München/Pittsburgh - Willie Parker stand am Spielfeldrand und sah seinem Teamkollegen Mewelde Moore bei der Arbeit zu. Allerdings nur in Zivil.

Denn der Running Back musste in dieser Begegnung aufgrund einer Knieverletzung pausieren.

Moore lief erst über zwei Yards bis zur 45-Yard-Linie. Anschließend erhielt er einen Pass von Quarterback Ben Roethlisberger und kam bis zur 31-Yard-Linie der Baltimore Ravens.

Nach zwei weiteren Läufen, bei denen der Ersatz-Running-Back vier Yards verlor, wurde er erneut von Roethlisberger bedient und brachte den Ball bis zur 28-Yard-Linie.

Zu einem neuen First Down reichte es nicht. Aber das musste Moore auch gar nicht selbst schaffen.

Entscheidung durch den Kicker

Denn Jeff Reed erledigte den Rest. Der Kicker versenkte den Ball aus 46 Yards zwischen den Stangen.

Es war das gewinnbringende Field Goal zum 23:20 Sieg der Pittsburgh Steelers über die Baltimore Ravens im Monday Night Game.

"Der letzte Raumgewinn von sieben Yards war unglaublich wichtig", lobte Reed seinen Teamkollegen Moore: "Aus 46 Yards zu treffen ist schon nicht leicht und aus 53 Yards wird sicher nicht leichter. Klar stehe ich jetzt im Blickpunkt, weil mein Fuß die Partie entschieden hat, aber ich allein kann das Spiel nicht gewinnen."

Trainer behält Recht

Dafür benötigte Reed unter anderem Moore, der vor der Saison aus Minnesota zu den Steelers gewechselt war. Denn Moore war zur Stelle, als es auf ihn ankam.

"Als ich hier hergekommen bin, hat Coach Tomlin mir gesagt, dass ich sein 'Minuten-Mann' sein werde, dass ich jede Minute eingesetzt werden kann. Alles, was er gesagt hat, ist wahr", stellte Moore fest.

Dabei war der 26-Jährige ursprünglich gar nicht eingeplant, die Spiel entscheidenden Punkte durch seine Läufe und Fänge vorzubereiten.

Zwei Ersatz-Leute fallen aus

Denn eigentlich war Parkers Vertreter Rashard Mendenhall dafür vorgesehen, doch der war zu der Zeit bereits auf dem Weg ins Krankenhaus.

Der Rookie hatte sich bei einem Sturz an der Schulter verletzt und wird für den Rest der Saison ausfallen.

Und auch Running Back Nummer drei, Carey Davis, konnte aufgrund einer Sprunggelenksblessur am Ende der Begegnung nicht mehr auflaufen.

"Wir haben bei einem Spiel eine Menge Jungs verloren", sagte Roethlisberger. "Aber wir haben uns zurückgekämpft."

Kabinenpredigt von "Big Ben"

Das mussten die Steelers auch, die durch den Erfolg über Baltimore seit 1991 nicht mehr bei einem Monday Night Game verloren haben. Denn zu Halbzeit lagen sie mit zehn Punkten hinten.

Nach Reeds erstem Field Goal und Pittsburghs 3:0 übernahm Baltimore durch zwei Field Goals von Matt Stover und einem Touchdown von Daniel Wilcox mit 13:3 die Führung.

"Ich war zur Halbzeit sehr mitgenommen und habe ordentlich rumgeschrien", beschrieb Roethlisberger seine Kabinenpredigt. "Ich habe unsere Offense angeschrien. Wir haben in der ersten Hälfte grausam gespielt. Zwar war die zweite nicht viel besser, aber wir haben das Ruder herumgerissen."

College-Zeit ist vorbei

"Big Ben" hatte seinen Anteil daran. Er warf einen 38-Yard-Touchdown-Pass auf Santonio Holmes und verkürzte auf 10:13. 15 Sekunden später führten die Steelers sogar schon mit 17:13.

Linebacker LaMarr Woodley nahm einen Fumble von Ravens-Quarterback Joe Flacco auf und lief in die Endzone.

"Ich habe mich erst nur auf den Ball gestürzt. Aber dann ist mir eingefallen, dass ich ja gar nicht mehr auf dem College bin und auch weiterlaufen darf", sagte Woodley mit einem Grinsen: "Ich bin zwar nicht der Schnellste, aber es hat gereicht, um in die Endzone zu gelangen."

Gute Vorsätze bei Flacco

Jeff Reed erhöhte sogar noch auf 20:13, aber ein Touchdown-Lauf von Le'Ron McClain sorgte für die Verlängerung.

"Leider hat es nicht ganz gereicht", sagte Flacco, "aber ich bin stolz, dass wir zurückgekommen sind und die Verlängerung erzwungen haben. Jetzt muss ich nur noch eins verinnerlichen: Ich muss mehr auf den Ball Acht geben."

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