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Brett Favre wurde in seiner Karriere bisher drei Mal zum wertvollsten Spieler (MVP) gekürt © getty

Während ganz Louisiana den Super-Bowl-Einzug feiert, ist Viking-Quarterback Favre am Boden zerstört. Seine Zukunft lässt er offen.

Hamburg/New Orleans - Als die Spieler der New Orleans Saints freudetrunken über das Feld hüpften und das Bier in der berühmten Bourbon Street in Strömen floss, war Brett Favre nur noch ein Häufchen Elend.

"Ich fühle mich einfach leer. Von einer Enttäuschung zu reden, wäre noch eine Untertreibung", meinte der Star-Quarterback der Minnesota Vikings nach der 28:31-Niederlage im Playoff-Halbfinale der NFL.

Ausgerechnet das Lieblingsteam seiner Kindheit hatte den Traum vom Super Bowl am 7. Februar in Miami zerstört. 190213(DIASHOW: Die Playoff-Teilnehmer)

Favre lässt Zukunft offen

Die Saints treffen im Finale auf die Indianapolis Colts, die sich in der zweiten Vorschlussrundenpartie 30:17 gegen die New York Jets durchsetzten. Das Thema Favre dürfte die Endspielteilnehmer dennoch bis zum Super Bowl begleiten.

Einmal mehr ließ der inzwischen 40 Jahre alte Spielmacher nach dem Playoff-Aus seine Zukunft offen.

Körperliche und mentale Fitness

"Ich kann noch keine Entscheidung treffen und weiß nicht, ob ich es körperlich und mental noch mal schaffe", sagte der Routinier und bereitet damit das Feld für eine möglicherweise erneut monatelange Diskussion um sein Karriereende:

"Mir ist schon klar, dass die Leute jetzt wieder genervt mit den Augen rollen werden."

Abschied nicht neu

Schon zweimal verabschiedete sich Favre mit großem Getöse aus der NFL, um jeweils nicht minder laut zurückzukehren. In den USA hat der Quarterback daher nicht nur Fans.

Angestachelt von heftiger Medienschelte wurde Favre vor der Saison in Umfragen kurzzeitig zum unbeliebtesten Sportler des Landes gewählt.

Verhängnisvolle Interception

Seine Leistungen ließen die Kritiker jedoch verstummen - zumindest bis zum vergangenen Sonntag. 19 Sekunden vor dem Spielende warf Favre eine Interception in die Arme von Saints-Verteidiger Tracy Porter und brachte sein Team damit um den möglichen Sieg.

Für Favre war es im nur 120 Kilometer von seinem Geburtsort Gulfport entfernten New Orleans eine mehr als bittere Niederlage.

Louisiana feiert

In den Straßen Louisianas wurde derweil bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Keine fünf Jahre nachdem Hurrikan Katrina New Orleans verwüstet hatte, zelebrierte die gesamte Stadt ihre Wiederauferstehung.

"Es gibt so viele Parallelen zwischen der Stadt und dem Team. Dieser Sieg ist für die Einwohner von New Orleans", sagte Saints-Quarterback Drew Brees, dessen Mannschaft erst durch ein verwandeltes Field Goal von Kicker Garrett Hartley in der Verlängerung das Finale erreichte.

Superdome als Party-Bühne

Der Superdome, der nach der verheerenden Naturkatastrophe noch als Notbehausung für Tausende Obdachlose diente, wurde zur großen Party-Bühne.

"Nach allem, was wir durchgemacht haben, ist dieser Erfolg das Wundervollste, was die Stadt je erlebt hat", meinte Running Back Reggie Bush, nach dem ersten Super-Bowl-Einzug der 43-jährigen Vereinsgeschichte.

Dicker Brocken wartet

Doch im Finale wartet ein dicker Brocken. Angeführt von Quarterback Peyton Manning gewann Indianapolis bereits 2007 den Super Bowl.

Das Endspiel gegen New Orleans dürfte aber auch für den herausragenden Colts-Spieler eine emotionale Partie werden. Sein Vater Archie dirigierte von 1971 bis 1982 die Saints-Offensive.

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