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Brett Favre ist erst nach der vergangenen Saison zurückgetreten © getty

Zoff bei den Packers. Der zurückgetretene Favre fordert die Freigabe und wirft seinem Ex-Klub vor, immer nur die halbe Wahrheit gesagt zu haben

München - "Gerüchte, das sind nur Gerüchte. Es gibt keinen Grund für ein Comeback."

Das waren Brett Favres Worte, als die US-Medien Anfang Juli über eine mögliche Rückkehr in die NFL spekulierten.

Doch nun hat die Quarterback-Legende in einem Interview mit "Fox News" das Schweigen gebrochen. Dabei greift er die Green Bay Packers an, von denen er eine Freigabe fordert.

Favre erklärt: "Ich fühle mich schuldig, zu früh zurückgetreten zu sein. Aber es gibt einen Grund dafür." Die Leute hätten sich immer die Frage nach dem "Warum?" gestellt.

Nicht überzeugt vom Rücktritt

Er sei damals nicht zu 100 Prozent überzeugt gewesen, verrät Favre. Allerdings erwarteten die Packers eine Antwort vom 38 Jahre alten Spielmacher.

Nur deshalb habe er sich damals entschieden, den Football-Helm an den Nagel zu hängen.

So wollen es die Verantwortlichen der Packers aber nicht stehen lassen.

Packers dementieren

General Manager Ted Thompson und Head Coach Mike McCarthy argumentieren, dass sie ihren Spielmacher mit der Nummer 4 "immer zurückhaben wollten".

Dies belegen sie damit, dass sie sich zu einer Diskussion mit ihrem Spielmacher treffen wollten, nachdem dieser am Telefon McCarthy in Kenntnis gesetzt hatte, dass es ihn wieder in den Fingern jucken würde.

Favre: Sollen mich ziehen lassen

Allerdings sei es Favre gewesen, der den Termin platzen ließ. Deshalb habe man sich auf Aaron Rodgers als Quarterback für die kommende Saison festgelegt, anscheinend unwiderruflich.

Favre habe damit kein Problem, dass die Packers eine neue Ära unter Rodgers einläuten wollen, aber dann sollen sie ihn auch ziehen lassen, verlangt er.

Favre möchte spielen und deshalb ließ er über seinen Agenten Bus Cook ausrichten, dass er die Freistellung von den Packers wünsche, an die er noch durch einen Drei-Jahres-Vertrag gebunden ist.

Kein Problem mit den "Cheeseheads"

Dies sei der einzige Grund, warum er Wisconsin, die Green Bay Packers und ihre Fans verlassen will. Die "Cheeseheads" sollen deshalb nicht denken, dass er nicht mehr in Green Bay auflaufen will. "Das stimmt nicht", sagt Favre.

Zudem habe ihm von der Packers-Führung die Unterstützung in seinen Comeback-Plänen oder eine definitive Absage gefehlt, führt Favre weiter aus.

Klare Absage habe gefehlt

"Wenn ich spiele, dann stehe ich zu 100 Prozent dahinter. Aber dieses Gefühl hat man nicht im März. Wenn man ohne mich weitermachen will, dann soll man mir sagen: 'Komm nicht zurück'. Aber das hätte man mir einmal sagen sollen."

Es habe ihn gestört, sagt Favre, dass immer nur die halbe Wahrheit in die Öffentlichkeit getragen wurde. Eine definitive Aussage habe ihm gefehlt.

"Man muss nicht immer so viel drum rum reden", sagt Favre und beschwert sich über die verweigerte Freistellung und das Angebot, er könne als Ersatzmann von Rodgers gerne zurückkehren: "Zu sagen, ich könne Aarons Backup sein, das ist lächerlich."

Rainer Nachtwey

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