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Ted Thompson ist seit 2005 General Manager in Green Bay © getty

Manager Thompson und Coach McCarthy verweigern Favre die Freigabe. Dafür wird darüber spekuliert, welche Rolle der Altstar bei den Packers spielen könnte.

München - Die Green Bay Packers schalten auf stur. General Manager Ted Thompson und Head Coach Mike McCarthy haben Brett Favre die Freigabe verweigert.

"Brett gilt immer noch als zurückgetreten. Aber wenn seine Wiedereinstellung durch ist, dann kehrt er in den Kader der Green Bay Packers zurück", sagte Thompson. "Wie es dann weitergeht, werden wir sehen."

Allerdings ließen Thompson und McCarthy durchblicken, dass seine Chancen auf die Starterrolle des Quarterbacks minimal sind.

"Wir haben Brett mitgeteilt, dass sich seit seinem Rücktritt viel geändert hat. Wir sind nicht stehengeblieben, sonder weitergegangen. Aber wir haben nie gesagt, dass wir keinen Platz für ihn in Green Bay mehr haben. Er wird bestimmt eine Rolle hier übernehmen können. Aber ich würde ihn auch verstehen, wenn er spielen will", kündigte der GM vielsagend an.

Rückkehr als Backup?

Als Thompson gefragt wurde, ob Favre als Backup für Aaron Rodgers oder als Coach zurückkehren könnte, wiegelte Thompson schnell ab: "Nicht als Trainer."

Allerdings relativierte er später im Gespräch mit "ESPN" seine Aussagen. "Das ist so nicht ganz richtig", sagte der ehemalige Linebacker der Houston Oilers. "Wir wissen nicht, als was er zurückkommen wird."

Auf einen möglichen Trade angesprochen, sagte Thompson, er habe bisher noch keine Anfragen anderer Klubs vorliegen.

Am Freitag hatte Favre die Packers um seine Freistellung gebeten, um sich für sein Comeback selbst einen Klub suchen zu können.

Packers draften zwei Quarterbacks

Bis dahin hatten die Packers allerdings nie ernsthaft mit einem Comeback des 38 Jahre alten Quarterbacks gerechnet, obwohl nach seinem Rücktritt im März vieles daraufhin gedeutet hatte, dass der dreimalige MVP zurückkehren würde.

Bereits Ende März hatte er Thompson und McCarthy um ein Gespräch gebeten, um über ein mögliches Comeback zu sprechen. Allerdings sagte Favre das Gespräch ab, und die beiden Klubverantwortlichen legten sich auf Rodgers als Starting-QB für die neue Saison fest.

Zudem wählten die Packers im Draft zwei Quarterbacks mit Brian Brohm und Matt Flynn aus, um die Backup-Rolle von Rodgers zu besetzen. Er hätte niemals zwei Draftpicks für Quarterbacks verwendet, wenn er überzeugt gewesene wäre, dass Brett zurückkommen würde, meinte Thompson.

McCarthy nicht überzeugt

Im Juni deutete jedoch viel daraufhin, dass Favre wieder in NFL auflaufen will. Er habe ihm in einem Telefongespräch gesagt: "Gib mir meinen Helm oder meine Freistellung", verriet McCarthy.

So wirklich überzeugt war der Head Coach dennoch nicht, sagte er. "Seit dem Gespräch im Juni bis zum 8. Juli, wo er erstmals sagte, dass er wirklich überzeugt ist, wieder spielen zu wollen, habe ich immer nur gehört, dass er James Campen (Offensive-Line-Coach der Packers, Anm. d. Red.) gesagt hat, dass er nicht spielen wird. Das war für mich der Grund, warum ich nie ernsthaft an ein Comeback geglaubt habe."

Thompson ist verwirrt

Wie es nun bis zum Training Camp am 27. Juli weitergehen wird, weiß Thompson noch nicht.

Auf jeden Fall werden es noch zwei heiße Wochen, da ist sich der 55-Jährige sicher. "Ich werde versuchen, die richtigen Entscheidungen für die Green Bay Packers, unsere Fans und Brett Favre zu treffen."

Thompson gab zu, dass er die ganze Angelegenheit ein wenig unterschätzt hatte. "Unsere Fans sind im Moment ein bisschen verwirrt. Wir ja auch. Schließlich haben wir so etwas auch noch nicht mitgemacht."

Rainer Nachtwey

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