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Letztes Jahr gingen Barack Obamas (l.) Glückwünsche nach Pittsburgh. © getty

Nachdem Hurrikan Katrina vor fünf Jahren über New Orleans wüstete, wünscht sich nun der US-Präsident einen Sieg der Saints.

München/Miami - Ihr prominentester Fan sitzt im Weißen Haus.

"Ich denke, dass ich den New Orleans Saints ein wenig mehr die Daumen drücken werde. Sie sind der Außenseiter und die Stadt hat in den vergangenen Jahren viel durchgemacht. Das Team bedeutet sehr viel für die Einwohner", sagt US-Präsident Barack Obama. 199999(DIASHOW: Sie sind keine Heiligen)

Vor Super Bowl XLIVin der Nacht auf Montag (ab 0.25 Uhr LIVESCORES) im Sun Life Stadium von Miami bringt er damit die Stimmungslage des gesamten Landes auf den Punkt.

Sympathien bei Underdog New Orleans

Die Indianapolis Colts um Star-Quarterback Peyton Manning mögen die stärkere Mannschaft haben, den Saints hingegen fliegen die Sympathien zu.

Keine fünf Jahre ist es her, dass Hurrikan Katrina New Orleans verwüstete. Die Stadt lag in Trümmern, die Saints taumelten bereits zuvor chronisch erfolglos durch die NFL.

Seitdem ging es für die Südstaaten-Metropole und ihr NFL-Team jedoch im Gleichschritt bergauf.

Das French Quarter um die Bourbon Street erstrahlt bereits fast wieder im alten Glanz un die Saints erreichten in dieser Saison erstmals in ihrer 43-jährigen Vereinsgeschichte den Super Bowl.

"Breesus" als Symbolfigur einer ganzen Stadt

Als Symbolfigur des Aufschwungs gilt Drew Brees. Der nach elf Schulteroperationen eigentlich schon abgeschriebene Quarterback unterschrieb wenige Monate nach der Naturkatastrophe bei den Saints und führte die Mannschaft in ungekannte Höhen.

Doch der 31-Jährige ist mehr für die Stadt als nur der Spielmacher eines Football-Teams.

Mit seiner Stiftung trug Brees bisher rund zwei Millionen Dollar zum Wiederaufbau von New Orleans bei. Für einige Fans heißt die Stadt bereits Drew Orleans und liegt im US-Bundesstaat Lou-Brees-iana.

Mehr als nur der Super Bowl

"Ich bin dort, wo ich hingehöre. Es fühlt sich beinahe so an, als wäre New Orleans meine Berufung", meint der auf T-Shirts mit dem Aufdruck "Breesus" fast schon als göttlich Gehuldigte:

"Am Sonntag geht es für uns um mehr als um den Super Bowl. Nach allem, was die Leute durchgemacht haben, ist es mehr als nur ein Spiel. Keine Stadt verdient den Super-Bowl-Sieg mehr als New Orleans. Wir wollen den Menschen Hoffnung geben."

Manning zum Zweiten?

Zumindest in Indianapolis sieht man dies naturgemäß anders. Doch auch für Manning, der das Team bereits 2007 zum NFL-Titel führte, dürfte das Finale ein besonderes Spiel werden. 200224(DIASHOW: Sack-Maschine und Star-Spielmacher)

Der 33-Jährige ist in New Orleans geboren. Sein Vater Archie dirigierte von 1971 bis 1982 als Quarterback die Saints-Offensive.

Aber Blut ist dicker als Wasser. Folglich drückt Archie seinem Sohn die Daumen: "Das ist nur logisch. Wer das nicht versteht, hat selbst keine Kinder."

Super-Bowl sprengt alle Dimensionen

Auch diese Episode erhöht den Nervenkitzel bei den Fans weiter. Landesweit dürften am Endspielwochenende wieder 14.500 Tonnen Kartoffelchips, 4000 Tonnen Popcorn und rund 3,3 Milliarden Flaschen Bier verzehrt werden.

Auch der übertragende US-Sender CBS reibt sich schon vor dem Kick-off die Hände. Trotz der Wirtschaftskrise konnte der TV-Kanal alle 60 Werbefenster verkaufen.

Ein 30-Sekunden-Spot kostete stattlich drei Millionen Dollar.

Viel diskutierte Werbespots

Ganz uneingeschränkt kann der Sender den Geldregen jedoch nicht genießen. Die Auswahl der Spots erregte jenseits des Atlantiks die Gemüter.

Während ein Werbefilm für ein Dating-Portal homosexueller Männer keine Zulassung erhielt, darf eine Anti-Abtreibungskampagne mit ihrem Anliegen auf den Bildschirm.

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