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Die Wende: Robert Mathis schlägt Sage Rosenfels (r.) den Ball aus der Hand © getty

Houston vergibt gegen Indianapolis kurz vor Schluss einen 17-Punkte-Vorsprung. Zum tragischen Helden wird ein Ersatzmann.

Von Rainer Nachtwey

München/Houston - 3:54 Minuten sind noch zu spielen im ramponierten Reliant Stadium von Houston.

Die heimischen Texans sind an der 39-Yard-Linie der Indianapolis Colts in Ballbesitz und führen mit 27:17. Sie müssen den Vorsprung nur noch über die Zeit retten, und der erste Saisonsieg wäre geschafft.

Sage Rosenfels erhält beim Snap den Ball. Er sieht sich um, seine geplante Anspielstation ist gedeckt. Er entscheidet sich zu laufen. Acht Yards muss der Quarterback überbrücken, um ein First Down zu erzielen.

Fumble-Return in die Endzone

Bis auf zwei Yards kommt er seinem Ziel nahe, doch zwei Verteidiger der Colts stürmen ihm entgegen.

Statt mit dem Knie zu Boden zu gehen und ein Ende der Angriffsserie zu erwirken, stürzt sich Rosenfels Kopf voraus über die beiden Abwehrspieler. Von der Seite kommt ein weiterer Verteidiger der Gäste und bei dem für Rosenfels unerwarteten Tackle von der Seite verliert er den Ball.

Linebacker Gary Brackett nimmt den Ball auf, trägt ihn über 68 Yards in die Endzone der Texans und verkürzt damit auf 24:27.

Fehler leiten Wende ein

Es war Rosenfels erster großer Fehler, der der Partie die Wende gab und den Colts am Ende einen 31:27-Erfolg in Texas.

Denn der zweite und dritte Fauxpas des Ersatz-Quarterbacks folgte wenig später. Nach dem Anschluss von Indianapolis schlug ihm Defensive End Robert Mathis in der darauffolgenden Angriffsserie den Ball aus der Hand und brachte ihn in Besitz der Gäste.

Quarterback Peyton Manning bediente Reggie Wayne in der Endzone und nur 98 Sekunden nach dem Anschluss führten die Colts 1:54 Minuten vor Ende plötzlich mit 31:27.

Damit nicht genug warf Rosenfels beim letzten Aufbäumen der Texans eine Interception.

"Unser ganzes Team hat großartig Football gespielt. Und ich habe es mit diesen Fehlern versaut", nahm der Backup die Schuld auf sich. "Es gab überhaupt keinen Grund dieses Spiel zu verlieren."

Rookie Slaton trumpft mit zwei Touchdowns auf

Hätte Rosenfels, der für den erkrankten Matt Schaub in die Startaufstellung gerückt war, die Partie so zu Ende gespielt, wie er bis zu Beginn des letzten Viertels aufgetrumpft hatte, hätten die Texans auch nicht den Kürzeren gezogen.

Der 30-Jährige lenkte das Spiel seiner Mannschaft und ließ sich auch nicht durch einen 0:10-Rückstand entmutigen. Im zweiten Viertel drehten die Texans auf. Ein Rushing-Touchdown von Running Back Steve Slaton und ein Field Goal von Kicker Kris Brown brachte Houston den Ausgleich.

27 Sekunden vor der Pause erhöhte die Heimmannschaft durch Andre Johnson nach einem Pass von Rosenfels über fünf Yards auf 17:10.

Als die Texans durch Slatons zweiten Lauf in die Endzone 8:18 Minuten vor Ende der Partie einen 17 Punkte-Vorsprung herausgespielt hatten, konnte sich kein Zuschauer im Stadion den Untergang der Texans vorstellen, der noch folgen sollte.

"Dann ging es nur noch bergab"

"Ich habe einen unglaublich dummen Fehler gemacht und das hat alles in Gang gesetzt. Dann ging es nur noch bergab", war Rosenfels nach der Partie untröstlich. "Ich fühle mich, als hätte ich die Jungs fallen gelassen."

Defensive End Mario Williams konnte die Pleite ebenfalls schwer in Worte fassen. "Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. In all den Jahren, in denen ich jetzt schon Football spiele und mir Footballspiele ansehe, kann ich mich an so etwas nicht erinnern. Das war verheerend."

Verheerend sind nun auch die Aussichten auf die Playoffs. Bei einer Bilanz von 0:4 gehen die Chancen gegen Null.

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