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Adam Jones wurde vor der Saison von den Tennessee Titans nach Dallas getradet © imago

Adam Jones gerät mit dem eigenen Bodyguard aneinander - ein Vorfall, der verhängnisvoll für den Cowboys-Cornerback werden könnte.

Von Martin Hoffmann

München - Eine Weile war es still um die Skandalnudel Nummer eins der NFL.

Doch jetzt hat Adam Jones mal wieder für Ärger gesorgt: Der Cornerback der Dallas Cowboys ist in der Nacht zum Mittwoch in einem Hotelbadezimmer in eine Auseinandersetzung mit einem seiner eigenen Bodyguards geraten.

Am Ende musste die Polizei eingreifen, um eine Eskalation zu stoppen.

Der Vorfall könnte verhängnisvoll für den 25-Jährigen werden, der nach einer Suspendierung nur auf Bewährung in der Liga spielt.

Widersprüchliche Angaben

Um 1:30 Uhr nachts rückte die Polizei in das Joule Hotel in Dallas ein, nachdem ihr eine Auseinandersetzung zwischen Jones und einem seiner Sicherheitsleute gemeldet worden war.

Über die Details des Vorfalls kursieren widersprüchliche Angaben. Die "Dallas Morning News" berichten unter Berufung auf Polizeiangaben, dass Jones seinen Leibwächter geschlagen haben soll - was Jones' Umfeld bestreitet.

Die Nachrichtenagentur "AP" zitiert einen Polizeisprecher, der nur von einem "verbalen Streit" spricht. In einem Bericht der Polizisten ist allerdings davon die Rede, dass bei der Auseinandersetzung Spiegel zu Bruch gegangen sind.

Liga nimmt Untersuchung auf

Fest steht jedenfalls, dass die Ordnungshüter die Wogen glätteten und die Streithähne trennten.

Verhaftungen wurden nicht nötig, Anklagen wird es nicht geben, auch der Bodyguard verzichtete auf eine Anzeige.

Das heißt allerdings nicht zwingend, dass Jones ungeschoren davonkommt, denn die größte Gefahr für ihn geht nach diesem Vorfall von der Liga aus. Die hat laut "ESPN" bereits Untersuchungen eingeleitet, ihm droht nun eine erneute Sperre.

Das wäre sowohl für Jones als auch für sein Team fatal, das gerade auch einen mehrwöchigen Ausfall seines zweiten Star-Cornerbacks Terence Newman verkraften muss.

Sechs Verhaftungen in zwei Jahren

Jones hatte schon die gesamte Saison 2007 aussetzen müssen: NFL-Commissioner Roger Goodell hatte ihn wegen diversen Verstößen gegen den Verhaltenskodex der Liga hierzu verurteilt.

Jones war seit seinem Debüt 2005 sechsmal verhaftet worden und zwölfmal in Vorfälle verwickelt, bei denen die Polizei eingreifen musste.

Nur unter der Voraussetzung, dass er sich grundlegend ändert, wurde Jones erlaubt, in dieser Saison wieder zu spielen. Um ein Zeichen zu setzen, erklärte Jones darauf, dass man ihn nicht mehr "Pacman" nennen solle.

Goodell plante Treffen

Wie der Zufall es wollte, plante Goodell am Mittwoch, dem Tag des Vorfalls ein Treffen mit Jones.

"Adam weiß, wie wichtig mir ist, dass er Situationen vermeidet, die ihn, sein Team oder die NFL schlecht aussehen lassen", sagte Goodell noch kurz vor seinem Abflug nach Dallas zu Reportern: "So weit scheint ihm das sehr gut gelungen zu sein."

Jones wird dem Commissioner nun einiges zu erklären haben.

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