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Adam "Pacman" Jones wurde 2005 von den Tennessee Titans gedraftet © imago

Cowboys-Cornerback Adam Jones ist nach seinem jüngsten Skandal erneut gesperrt worden - diesmal womöglich auf Lebenszeit.

Von Martin Hoffmann

München - Im Vergleich zu vorherigen Vorfällen, in die Adam Jones verwickelt war, war es eine Lappalie.

Der Cornerback der Dallas Cowboys, der nicht mehr "Pacman" genannt werden will, hatte sich in einem Hotelzimmer im angetrunkenen Zustand ein Handgemenge mit einem Bodyguard geliefert.

Aber die NFL hat nun klargemacht, dass Jones sich bei seiner Vorgeschichte auch kleinere Vergehen nicht erlauben kann.

Der 25-Jährige wurde von der Liga erneut suspendiert - diesmal womöglich für immer.

Zwischen vier Wochen und lebenslänglich

NFL-Commissioner Roger Goodell hat gegen Jones eine Sperre auf unbestimmte Zeit ausgesprochen.

Wie lange diese Zeitspanne am Ende sein wird, ist völlig offen. Es wird mindestens ein Monat sein, denn erst am 16. November wird Goodell das Strafmaß benennen.

Es könnte auch eine Sperre auf Lebenszeit werden, wie der Commissioner explizit klar machte: "Es hängt an Adam und daran, wie er sich in den kommenden Wochen verhält", erklärte er.

Endlose Reihe von Skandalen

Jones hat bereits eine lange Sperre hinter sich: Nach einer schier endlosen Reihe von Skandalen hatte die Liga ihn für die gesamte Saison 2007 suspendiert.

Jones war seit Beginn seiner NFL-Karriere sechsmal verhaftet worden und in mindestens doppelt so viele Vorfälle verwickelt, bei denen die Polizei eingriff.

Das Fass zum Überlaufen brachte eine Schießerei in einem Stripclub, in der ein Mitglied von Jones' Entourage auf einen Bodyguard geschossen haben soll, der seitdem gelähmt ist. Jones wurde danach zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

"Verstörendes Verhaltensmuster"

Erst Ende August wurde die Sperre aufgehoben, nachdem Jones während der Zwangspause von den Tennessee Titans nach Dallas gewechselt war.

Dass er nur sechs Wochen später nun wieder unangenehm auffällt, erzürnt Goodell: "Ihr verstörendes Verhaltensmuster widerspricht eindeutig den Bedingungen, die ich ihnen für die Fortsetzung Ihrer NFL-Karriere auferlegt habe", schrieb er an Jones.

Zu diesen Bedingungen gehörte ein striktes Befolgen der Bewährungsauflagen nach dem Stripclub-Urteil - wobei noch nicht klar ist, ob der jüngste Vorfall als Verstoß gegen diese Auflagen gewertet wird.

Untersuchung gefordert

"Entweder versteht er die Botschaft nicht oder ich kommuniziere sie nicht richtig", meinte der Commissioner nun zu Reportern: "Oder er hat andere Probleme, die wir gerne besser verstehen würden."

Goodell forderte Jones daher auf, sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung zu unterziehen und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Auch Cowboys-Eigentümer Jerry Jones bittet seinen Namensvetter nun, sich mit gewissen Problemen auseinanderzusetzen: "Er muss nun auf bestimmte Fragen eingehen, die sich an ihn richten - eine davon ist die Alkoholfrage."

Verhängnisvolles "Babysitting"

Den Klubboss trifft die Sperre besonders hart, denn er hatte zuvor einen gewaltigen Aufwand betrieben, um sicher zu stellen, dass der Neuzugang sein Leben in den Griff bekommt.

Die Ironie dabei: Zu diesen Maßnahmen gehörte die Bereitstellung von Leibwächtern, die gleichzeitig als eine Art Babysitter den Lebenswandel von Jones im Auge behalten sollten - und es war einer dieser Bodyguards, mit dem Jones sich die verhängnisvolle Rangelei lieferte.

Williams kommt aus Detroit

Die erneute Sperre für Jones trifft die Cowboys zu einer Zeit, wo es für sie ohnehin drunter und drüber geht.

Am Sonntag kassierte Dallas die zweite Saisonpleite in Arrizona, am Tag darauf folgte die Hiobsbotschaft, dass Quarterback Tony Romo wegen eines Fingerbruchs vier Wochen pausieren muss.

Zumindest eine gute Nachricht konnte Dallas am Dienstag noch vermelden: Wide Receiver Roy Williams wechselt von den Detroit Lions nach Texas.

Bis zu 45 Millionen Dollar

Dallas tritt für Williams einen Erstrunden-Draft-Pick für die kommende Saison an Detroit ab. Die Lions erhalten zusätzlich einen Dritt- und einen Sechstrunden-Pick für 2009 und einen Siebtrunden-Pick für 2010.

Williams einigte sich mit Dallas auf einen Fünf-Jahres-Vertrag, der ihm bis zu 45 Millionen Dollar einbringen wird.

"Ich bin glücklicher, ein Dallas Cowboy zu sein, als an dem Tag, an dem ich mein erstes Fahrrad bekommen habe", freute sich Williams über den Deal.

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