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Jetzt Teamkollegen bei den Redskins: Shaun Alexander (r.) und Marcus Washington © getty

Vor zwei Jahren war Shaun Alexander Seattle noch 62 Millionen Dollar wert. Nun ackert er in Washington für den Mindestlohn.

Von Martin Hoffmann

München - Die große Zeit von Shaun Alexander liegt noch gar nicht so lange zurück.

Im Jahr 2005 führte der Halfback die Seattle Seahawks in den Super Bowl und stellte dabei mit 27 Touchdowns einen Ligarekord ein.

Er wurde zum MVP der Liga gewählt, zierte das Cover des offiziellen NFL-Videospiels und verdiente sich mit seinen Leistungen einen 62 Millionen Dollar schweren Acht-Jahres-Vertrag.

Inzwischen muss "Alexander der Große" ganz kleine Brötchen backen. Der zuletzt vereinslose Alexander hat zwar endlich einen neuen Arbeitgeber gefunden, aber für die Washington Redskins ist der einstige Superstar nur ein Lückenbüßer.

Abfuhren von drei Klubs

Alexander unterschrieb am Dienstag beim Hauptstadtklub - zusammen mit Punter Ryan Plackemeier und Safety Mike Green. Zuvor hatte Alexander vergeblich in New Orleans, Cincinnati und Detroit vorgespielt.

Die Redskins haben nun zugegriffen, weil Ladell Betts, der Backup für Washingtons Top-Rusher Clinton Portis, sich am Wochenende gegen St. Louis am Knie verletzt hat und mehrere Wochen ausfällt.

So lange soll Alexander nun für Portis den Ersatzmann geben. Er unterschrieb einen Ein-Jahres-Vertrag zum vorgeschriebenen Mindestlohn.

Alexander ist trotzdem froh überhaupt wieder eine Anstellung zu haben: "Ich bin wieder bei 100 Prozent und freue mich wieder zu spielen. Und mir ist ehrlich egal, in welcher Rolle - ob als Ergänzungsspieler oder was auch immer."

Stärken von einst verloren gegangen

Dass sich Alexander inzwischen mit diesem Status begnügen muss, wäre vor drei Jahren noch undenkbar gewesen.

Aber eine Serie von Verletzungen nach seiner großen Saison 2005 hat dafür gesorgt, dass er nie wieder zu alter Form fand.

Alexanders einst größte Stärke - seine Schnelligkeit und Spritzigkeit - ist durch die vielen Blessuren verloren gegangen.

In den vergangenen beiden Spielzeiten schaffte Alexander bei den Seahawks nur noch 3,5 Yards pro Lauf. Während der Offseason bekam er von Seattle die Papiere.

"Er ist klug genug"

Nicht wenige vermuteten, dass Alexander überhaupt keinen neuen Verein mehr finden würde.

Dass er in Washington eine neue Chance erhält, hat er wohl vor allem Redskins-Coach Jim Zorn zu verdanken, der bis 2007 Quarterback-Trainer in Seattle war.

Große Hoffnungen, dass er ihn in Washington wieder groß rausbringt, macht Zorn Alexander aber nicht: "Shaun ist glaube ich klug genug zu wissen, in was für eine Situation er sich begibt."

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