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Die Verteidigung um Briggs (l.), Payne (M.) und Urlacher verursachte fünf Turnover der Gäste © getty

Beim NFC-North-Derby gegen die Minnesota Vikings erzielen die Chicago Bears so viele Punkte wie seit 22 Jahren nicht mehr.

Von Rainer Nachtwey

München/Chicago - Die Abwehrreihen der Chicago Bears und Minnesota Vikings gehörten in den letzten Jahren zu den besten der NFL.

Auch diese Saison wurden die sowohl die Bears-Defense, als auch die der Vikings wieder hoch gehandelt.

Umso überraschender ist es, dass beim Aufeinandertreffen beider Mannschaften am siebten Spieltag im Soldier Field von Chicago satte 89 Punkte erzielt wurden.

Ein Sieg wie zu Ditkas Zeiten

Mit 48:41 setzten sich die Gastgeber gegen die in Minneapolis beheimatete Mannschaft durch und erzielten dadurch erstmals seit 1986 wieder 48 Zähler.

An jenem 7. Dezember vor 22 Jahren besiegten die Bears unter der Regie von NFL-Legende Mike Ditka die Tampa Buccaneers mit 48:14.

Zudem gewannen die Bears erstmals ein Spiel in ihrer Klubgeschichte, bei dem sie 41 oder mehr Punkte zugelassen haben.

"Im Moment spielen wir keine gute Defense", gestand Safety Mike Brown ein. "Es scheint, als würden wir etwas verloren auf dem Platz herum laufen und keinen Rhythmus finden."

Frerottes Rechung geht nicht auf

Dennoch war die Verteidigung Voraussetzung für den Erfolg. Denn ganze vier Mal fing die Truppe um Pro Bowler Brian Urlacher die Pässe von Minnesotas Quarterback Gus Frerotte ab.

Dabei musste Bears-Coach Lovie Smith auf seine Starting-Cornerbacks Nathan Vasher, Charles Tillman und Nickel Back Danieal Manning verzichten.

"Eigentlich hatten wir erwartet, dass wir ihre Ausfälle zu tiefen Pässen nützen können. Wir haben zwischen Lauf- und Passspiel gut abgewechselt, aber am Ende haben wir die Fehler begangen", analysierte Frerotte.

Zwei Special-Teams-Touchdowns der Bears

Vor allem bei den Special Teams schossen die Vikings den einen oder anderen Bock und die Special Teams der Bears zeigten sich von ihrer Schokoladenseite.

Einen geblockten Punt trug Garrett Wolfe zum zwischenzeitlichen 14:7 in die Endzone der Vikings und Zackary Bowman eroberte beim eigenen Punt einen Fumble von Charles Gordon an der Ein-Yard-Linie Minnesotas, um Chicagos dritten Touchdown zum 24:21 zu erzielen.

"Wird haben dieses Jahr eine eingeschworene Truppe zusammen. Wir arbeiten alle an einem gemeinsamen Ziel und diesmal ist es uns gelungen, es bis zum Ende durchzuziehen", sagte Chicagos Quarterback Kyle Orton, der zwei Touchdown-Pässe auf Greg Olson zum 7:7-Ausgleich und Marty Booker zum 41:31 warf.

Zuletzt hatte die Mannschaft aus der "Windy City" gegen Atlanta einen sicher geglaubten Sieg verspielt, nach dem sie elf Sekunden vor Ende in Führung gegangen war.

Petersons Touchdowns reichen nicht

Auch Vikings-Star Adrian Peterson konnte die vierte Saisonniederlage nicht verhindern. Der Running Back erlief zwei Touchdowns und kam insgesamt auf 121 Rushing Yards.

Während Minnesota mit einer Bilanz von 3:4 auf Rang drei rangiert, stehen die Bears nach dem vierten Sieg bei drei Niederlagen gemeinsam mit den Green Bay Packers an der Spitze der NFC North.

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